Warum ich vor meiner Tochter nicht mehr schlecht über mich spreche

Ich war tatsächlich nie wirklich schlank. Eher war ich mal etwas besser in Form, mal etwas schlechter. Und mal war ich mehr mit mir selbst im Reinen, mal weniger.

In den letzten Monaten ist die Tendenz eher: Mehr auf den Rippen, weniger Selbstliebe. Und immer wieder mache ich mich daran, dieses Thema anzugehen.

Deswegen kennt meine Tochter auch das Bild, wenn ich auf unsere Waage steige. Wenn ich mich seufzend im Spiegel betrachte und mich selbst in den Po pieke: „Maus, Mama muss echt dringend abnehmen!“ Sie kennt mich, wie ich diverse Shirts anprobiere und diese in der Bauchregion mit spitzen Fingern – inzwischen schon ganz unbewusst – schön vom Körper wegzuppele…. Sie kennt meine Frage an Papa: „Kann ich das anziehen oder sehe ich da unmöglich drin aus? Nimmst du mich so mit?“ und sie kennt mich ebenfalls, wie ich an meinen Haaren und an meinem ungeschminkten Gesicht herumkritisiere und mich mit meinem Schminktäschchen ins Bad verziehe: „Mama macht sich mal kurz hübsch!“

Ab morgen esse ich nur noch Obst und Gemüse! (Har, har…)Foto: Bigstock

Und eines mal klarzustellen: Das alles passiert nicht täglich und vermiest mir auch ganz sicher nicht komplette Tage – aber sie bekommt es eben schon regelmäßig mit.

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Lange hab ich mir da gar keine Gedanken drum gemacht. Schließlich ist zu Hause unsere Höhle, in der wir unsere (vermeintlichen) Fehler offen zugeben können und uns verletzbar zeigen können, ohne dass wir Schaden daran nehmen.

Doch dann fiel es mir immer häufiger auf: Vielleicht nimmt hier jemand ganz anderes Schaden! Meine Tochter wollte ebenfalls auf die Waage, na klar, ist ja auch ein spannendes Gerät für sie. Aber sie schaute mich aufmerksam an, wie um zu fragen, ob „ihr Ergebnis“ nun ein Grund zum Jubeln oder zum Ärgern sei. Sie klatschte sich auf den nackten Bauch und lachte: „Speckbauch!“. Sie ist viel eitler als ich in ihrer Kleiderwahl und genießt es sichtbar, wenn ihr jemand sagt, wie hübsch sie denn ist.

Klar, all das ist nicht schlimm. Aber – es zeigte mir doch schon, dass es schlimm werden könnte. Mein Herz wurde ein wenig bang: Ist das das Selbstbild, was ich ihr mit auf den Weg geben möchte?

Sie sieht, dass ich, ihr wichtigster weiblicher Einfluss, sich mit ernster Miene wiegt, sich schminkt, sich vor dem Spiegel dreht und „diskret“ um ein Kompliment von Papa buhlt.

Wenn ich so weitermachen würde, könnte dies ihr Bild davon werden, worum es so geht im Leben einer Frau.

Und genau deswegen machte ich es zu meiner persönlichen Aufgabe, mich selbst zu lieben. Vor ihren Augen.

Ich wog mich nur noch einmal die Woche, und das möglichst nebensächlich. Ich sagte ihr, dass wir beiden toll sind, clever und hübsch. Es gibt sicher irgendwo auf der Welt Hübschere, aber die gibt es immer – und das hat rein gar nichts mit uns zu tun oder mit unserem Wert.

Ich sagte ihr, dass ich mich schminke, weil es MICH glücklich macht.

Und als sie mich in meinen Bauch piekte, sagte ich: „Ist der nicht toll? Er hat dir über Monate ein Zuhause gegeben, bevor du auf die Welt kamst. Und er hat dir schon so oft Trost gegeben, wenn du an mich gekuschelt lagst.“

Und nach und nach spürte ich, dass sich mein Bild von mir langsam änderte. Ich glaubte selbst, was ich ihr sagte. Sah mich viel wohlwollender an und versöhnte mich etwas mit den Stellen, die mir selbst zu rund vorkommen.

Denn mein Körper hat mich noch nie im Stich gelassen. Ich habe ihn aber über Jahre hinweg verraten, indem ich über ihn gescherzt habe.

Denn meine Tochter und ich, wir sind schön. Jede Frau ist schön. Das Beste ist doch aber: Wir alle sind noch so vieles mehr, was so viel wichtiger ist.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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