Vitamin K für dein Baby: Darum ist es wichtig

Alle Babys benötigen direkt nach der Geburt zusätzliches Vitamin K. Der Grund: Der Speicher für dieses lebenswichtige Vitamin ist bei Säuglingen noch nicht ausreichend gefüllt. Und ein Vitamin K-Mangel kann schwere Blutungen auslösen, die im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden können. Genau das soll die Prophylaxe nach der Geburt verhindern. Wie viel Vitamin K dein Baby braucht, wie lange und in welcher Form – wir haben die dir wichtigsten Infos zusammengestellt.

1. Warum ist Vitamin K für mein Baby so wichtig?

Vitamin K hat Einfluss auf viele Vorgänge in unserem Körper. Dazu gehört zum Beispiel die Blutgerinnung, aber auch elementare Stoffwechselprozesse des zentralen Nervensystems. Ein Vitamin K-Mangel führt bei ungefähr einem von 10.000 Kindern zu einer sogenannten Mangelblutung. Bei einem Drittel der betroffenen Babys betrifft diese Blutung das Gehirn. Sie kann zu einer bleibenden Behinderung oder im schlimmsten Fall zum Tod des Säuglings führen. Kinder mit einer angeborenen Galle-Leber-Störung sind besonders gefährdet, Mangelblutungen zu entwickeln.

In den ersten Lebenswochen ist das Risiko für solch eine Blutung am größten. Denn der Vitamin K-Speicher ist in dieser Zeit noch nicht ausreichend gefüllt. Falls dein Kind plötzlich aus der Nase, den Ohren, dem Po oder aus dem Mund blutet, solltest du sofort reagieren und einen Arzt informieren.

2. Die richtige Dosierung: So viel Vitamin K braucht dein Baby

In den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt benötigt dein Baby ungefähr 4 µg Vitamin K pro Tag. Ein Mikrogramm ist ein Millionstel Gramm. Das klingt erst einmal sehr wenig und ist trotzdem lebenswichtig für dein Baby. Deshalb kommt bei uns in Deutschland seit mehr als 50 Jahren die Vitamin K-Prophylaxe bei Neugeborenen zum Einsatz. Sie reduziert die Blutungsneigung deines Babys deutlich, auch wenn sie sie leider nicht vollständig verhindern kann.

Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin Berlin empfiehlt, deinem Neugeborenen prophylaktisch insgesamt drei Dosen Vitamin K von jeweils 2 Milligramm zu geben. Die erste bekommt dein Baby meistens direkt nach der Geburt, die zweite zwischen dem 3. und 10. Lebenstag bei der U2 und die dritte zwischen der 4. und 6. Lebenswoche bei der U3.

Dieser Schutz ist besonders dann wichtig, wenn du noch stillst. Denn deine Muttermilch enthält zwar von Natur aus Vitamin K, allerdings nur in einer sehr niedrigen Dosierung. Dazu kommt, dass die Darmflora bei Säuglingen noch nicht ausgereift ist, deshalb kann dein Schatz noch kein Vitamin K selbst bilden. Nach dem Abstillen, sobald du dein Kind mit „normaler“ Mischkost fütterst, ist eine zusätzliche Versorgung mit Vitamin K für dein Baby im Normalfall nicht mehr nötig

3. Wie lange muss mein Baby Vitamin K bekommen?

Wie gesagt sollte dein Schatz die drei empfohlenen Dosen Vitamin K am besten zwischen seinem 1. Lebenstag und der 6. Lebenswoche bekommen. Danach ist eine zusätzliche Versorgung von Vitamin K für dein Baby im Normalfall nicht mehr notwendig.

4. Hat Vitamin K Nebenwirkungen?

Wenn dein Baby das Vitamin K in der empfohlenen Dosis bekommt, hat es im Normalfall keinerlei Nebenwirkungen. Früher bekamen Babys statt der heutigen 3 Dosen direkt nach der Geburt eine Spritze mit Vitamin K verabreicht. Später kamen Gerüchte über einen Zusammenhang mit möglichen Krebserkrankungen im Kindesalter auf. Diese haben sich allerdings weder bestätigt, noch konnten sie vollständig wiederlegt werden. Deshalb wird im Normalfall die 3-malige Gabe von 2 mg Vitamin K-Tropfen bevorzugt.

5. Gibt es Alternativen zur Vitamin K-Prophylaxe?

Ja, es gibt allgemein mehrere Möglichkeiten, wie du deinem Sprössling auf alternativem Wege Vitamin K zuführen kannst:

  • Es ist nach Absprache mit den behandelnden Ärzten möglich, eine niedrigere Dosis von etwa 20-25 µg über die 12 Wochen zu verabreichen. Ergänzend dazu kannst du dennoch auf die prophylaktische Verabreichung von 1-2 mg Vitamin K nach der Geburt oder in den ersten beiden Lebenswochen bestehen.
  • Du kannst in Apotheken sogenannte ölige Vitamin K-Tropfen in unterschiedlichen Dosen (beispielsweise 7,14 µg/Tropfen) kaufen. Diese verabreichst du deinem Kind nach ärztlicher Verordnung täglich in der vereinbarten Menge.
  • Du hast als stillende Mutter immer die Option, den Vitamin K-Gehalt deiner Muttermilch durch eine zielgerichtete Ernährung zu erhöhen. Haferflocken, frischer Blattsalat, Möhren, Brokkoli sowie Oliven-, Salat- oder Speiseöle sind empfehlenswerte Vitamin K-Quellen. Falls du die genannten Lebensmittel täglich zu dir nimmst, kannst du den Vitamin K-Gehalt deiner Muttermilch nach einer Weile verdoppeln.
  • Alternativ kannst du mit zusätzlicher Flaschennahrung deinem Kind ausreichend Vitamin K zuführen. Flaschenmilch enthält pro Portion um die 50 µg Vitamin K. Solltest du nicht stillen können oder wollen, kann die unmittelbar nach der Entbindung erfolgte Vitamin K-Gabe nach ärztlicher Absprache eventuell auch entfallen.

6. Worauf du besonders achten solltest

Innerhalb der ersten Lebensmonate deines Sprösslings solltest du jede auftretende Blutung ernst nehmen. Auch mit „einfachem“ Nasenbluten solltest du mit deinem Kind so schnell wie möglich zum Kinderarzt gehen. Dasselbe Prinzip gilt übrigens für eine länger als 14 Tage anhaltende Gelbsucht, die auf eine Störung des Leber-Gallenflusses hindeuten kann.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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Kommentare

  1. Hallo,
    Der Anfang von dem Artikel ist sehr irritierend!!! ALLE Babys brauchen Vitamin K

    Aber was ist mit denn Müttern die ihren Kind das Faktur 5 Leiden vererbt haben???? Ich denke nicht das dann der Artikel so richtig ist.

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