Türhopser: Gefährlich oder spaßig?

In einem Türhopser können Babys sitzen, strampeln und hüpfen, während die Eltern die Hände frei haben. Klingt nach einer tollen Idee, oder? Ist es aber leider nicht! Denn ein Türhopser kann dein Baby nicht nur in Gefahr bringen, sondern auch gesundheitliche Folgen haben. Warum das so ist, erklären wir dir hier.

1. Was ist ein Türhopser?

Ein Türhopser ist ein spezieller Sitz für Babys, der an einem elastischen Seil hängt. Das Seil ist an einen Halter gebunden, der oben am Türrahmen befestigt wird. Wenn du dein Baby in den Sitz setzt, kann es darin strampeln oder sich mit seinen Füßchen vom Boden abstoßen und hüpfen.

Es gibt Türhopser in vielen verschiedenen Ausführungen. Einige sind laut Herstellerangaben schon für Babys ab 6 Monaten geeignet

2. Türhopser: ja oder nein?

Um diese Frage direkt zu beantworten: nein. Auch wenn du vielleicht denkst, dass es deinem Baby Spaß macht, in einem Türhopser zu hüpfen, und die Vorstellung, die Hände frei zu haben, zugegebenermaßen für uns Mamas äußerst verlockend sein kann. Trotzdem solltest du deinen Schatz nicht in einen Babyhopser setzen. Denn die unnatürliche Haltung und Belastung von Knochen und Muskeln können gesundheitliche Folgen für dein Baby haben. Und auch die Gefahren eines Türhopsers sind nicht zu unterschätzen:

3. Welche Gefahr geht von Türhopsern aus?

Babys haben noch keine Kontrolle über ihre Bewegungsabläufe und können vieles noch nicht bewusst steuern. Sie können nicht abschätzen, welche Folgen es hat, wenn sie schneller oder langsamer hüpfen. Und auch die Bewegungen ihrer Beinchen können sie nur begrenzt kontrollieren und steuern. Es kann also passieren, dass:

  • dein Baby sich verletzt, weil es aus Versehen gegen den Türrahmen springt.
  • dein Schatz so wild hüpft, dass er aus dem Türhopser herausfällt. Dafür kann schon eine besonders ungünstige Bewegung reichen.
  • der Türhopser bzw. die Feder dein Baby aus dem Sitz herausschleudert. Auf der Internetseite einer Kinderarztpraxis ist beispielsweise in diesem Zusammenhang die Rede von Unfällen, bei denen die Kinder sich „schwerste Verletzungen“ zugezogen haben.
  • die Halterung vom Türrahmen abrutscht und dein Kind auf den Boden fällt.

Abgesehen von den möglichen Gefahren sind Experten sich einig, dass Türhopser auch einige gesundheitliche Folgen für dein Baby haben können. Und die sind größer, als man vielleicht auf den ersten Blick denkt:

Auch wenn Babys gern im Türhopser sitzen, sollten Eltern lieber darauf verzichten.

Auch wenn Babys gern im Türhopser sitzen, sollten Eltern lieber darauf verzichten.
Foto: Bigstock

4. Warum sind Türhopser gesundheitsschädlich?

Babys, die in einen Türhopser gesetzt werden, können im Normalfall noch nicht selbst stehen, laufen und schon gar nicht hüpfen. Sie werden in eine unnatürliche Haltung gebracht, die sich auf Dauer negativ auf Körperhaltung, Füße, Rücken, Hüfte, Muskeln, Knochen und auch auf die Motorik auswirken kann:

Starke Belastung für Muskeln & Knochen

Das Hüpfen belastet Muskeln und Knochen, die sich normalerweise erst später entwickeln.

Eingeschränkte Bewegungsfreiheit

Auch wenn es so aussieht, als ob dein Baby sich in dem Türhopser viel bewegen kann, ist das Gegenteil der Fall. Denn abgesehen vom Hüpfen hat es keine andere Möglichkeit, sondern sitzt in einer Position.

Schwierigkeiten beim Laufen Lernen

Babys in einem Türhopser berühren den Boden nur mit den Zehenspitzen – richtig stehen können sie ja auch noch nicht. Das Gehirn denkt allerdings, dass das Baby richtig steht. Deshalb kann es sein, dass dein Kind später Schwierigkeiten beim Laufenlernen hat, weil es seine Füße nicht richtig abrollt.

Fehlstellungen der Füße möglich

Im schlimmsten Fall kann dieses „Stehen“ auf den Zehenspitzen zu dauerhaften Fehlstellungen der Füße führen, durch die sich auch die Wadenmuskeln verkürzen können.

Fehlbildungen von Rücken und Hüfte

Auch auf Muskulatur und Knochen kann der Türhopser Auswirkungen haben: Neben den unnatürlichen Bewegungen drückt nämlich das gesamte Gewicht deines Babys auf Schambeim und Hüfte. Außerdem ist sein Rücken stark gestreckt, und bei jedem Hüpfen bzw. Aufkommen wird seine Wirbelsäule zusammengestaucht. Zusammen mit der unnatürlichen Haltung kann das im schlimmsten zu Fehlbildungen in Rücken und Hüfte führen.

Starke Belastung für Gelenke

Nebenbei werden auch die Gelenke deines Babys (zu) stark belastet. Denn für diese Bewegungen sind sie im Normalfall noch nicht stark genug.

Gleichgewichtssinn wird gestört

Zu guter Letzt hat ein Türhopser auch negativen Einfluss auf den Gleichgewichtssinn deines Babys. Den muss es aber trainieren, um Stehen und später auch Laufen zu lernen. Auch wenn manchmal davon die Rede ist, dass ein Türhopser beim Laufen Lernen helfen kann – in der Praxis stören sie sogar die Entwicklung.

5. Türhopser oder Gehfrei – was ist besser?

Ehrlich gesagt: keins von beidem. Auch ein Gehfrei oder so genannter Babywalker schränkt die Bewegungsfreiheit deines Babys stark ein. Außerdem können die Kleinen die Geschwindigkeit der angeblichen Lauflernhilfe noch nicht einschätzen und schon gar nicht kontrollieren. Dadurch kann es zu gefährlichen Unfällen kommen. Stiftung Warentest hat deshalb vor einigen Jahren ausdrücklich vor den Lauflernhilfen gewarnt.

Nebenbei gesagt hilft auch ein Gehfrei deinem Baby nicht dabei, schneller laufen zu lernen. Ganz im Gegenteil: „Zwillingsuntersuchungen haben klar gezeigt, dass Kinder, die viel Zeit im Gehfrei verbracht haben, erst später laufen lernten als ihre Zwillingsgeschwister, die weniger darin saßen“, erklärte Dr. Norbert Bier schon im Jahr 1997.

Deshalb solltest du als Alternative zu einem Türhopser bitte auch keinen Gehfrei kaufen.

Hier findest du mehr Infos dazu, warum ein Gehfrei gefährlich für dein Baby ist.

5. Gibt es denn überhaupt eine Alternative zum Türhopser?

Wenn dein Baby schon selbst sicher sitzen kann, kannst du zum Beispiel über eine Babyschaukel nachdenken. Dein Schatz sitzt dort aufrecht, ist außerdem angeschnallt und kann sich nicht selbst vom Boden abstoßen. Auch Hüpfen ist in einer Babyschaukel nicht möglich. Allerdings gilt auch hier: Bitte lass dein Baby nicht unbeaufsichtigt in der Schaukel sitzen, und möglichst nicht länger als 10 bis maximal 15 Minuten am Stück.

Auch eine Babywippe kann eine Alternative zum Türhopser sein. Du kannst dein Baby kurz hineinlegen, während du schnell etwas erledigst. Einige Wippen haben einen eingebauten Motor, der für durchgängiges Wippen sorgt. Bei anderen beschäftigt ein kleines Spielzeug deinen Schatz, nachdem er greifen kann. Auch in einer Wippe solltest du dein Baby bitte nicht zu lange und auch nicht unbeaufsichtigt sitzen lassen.

Ehrlich gesagt ist die beste Alternative zum Türhopser eine einfache Krabbeldecke. Sie bietet deinem Schatz die größte Bewegungsfreiheit, und er kann nach Herzenslust strampeln. Dadurch trainiert er seine Muskeln und lernt gleichzeitig, seine Bewegungen zu kontrollieren. Sobald dein Baby mobil ist und robben oder krabbeln kann, könntest du zum Beispiel über ein Laufgitter nachdenken.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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