Sternenkind-Mamas erzählen uns ihre Geschichte

Leider ist das Leben nicht immer gerecht. Nein, ganz und gar nicht. Es ist leider ganz oft herzlos und gemein.

Man darf nicht hinterfragen, warum und wieso traurige Schicksalsschläge passieren. Sie passieren einfach und gehören zum Leben dazu.

Wie der Tod eines Kindes.

Es ist der absolute Albtraum einer Schwangeren oder einer Mama.

Aber leider müssen sehr viele Frauen den Verlust ihres eigenen Kindes erleben.

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Schätzungsweise 15% aller Schwangerschaften enden in einer Fehlgeburt. Für Mediziner ist das reine Statistik und Alltag. Für betroffene Frauen geht die Welt unter. Was viele nicht richtig einschätzen: Auch wenn Frauen ihr Kind vor der 12. Schwangerschaftswoche verlieren, verlieren sie ihr Kind. Auch sie müssen trauern dürfen.

Wir müssen über Sternenkinder reden. Allen Sternen-Mamas und Sternen-Papas helfen und sie unterstützen.

Sternenkinder dürfen kein Tabu-Thema in unserer Gesellschaft sein

Aber was sagt man beispielsweise einer Mama, die ihr Kind tot auf die Welt bringen musste? Kann man ihr überhaupt Trost spenden? In Deutschland enden weniger als vier Schwangerschaften von 1000 als Totgeburt. Als Totgeburt bezeichnet man ganz emotionslos und sachlich ein Baby, das tot geboren wird und mehr als 500 Gramm wiegt. Ein furchtbares Erlebnis für eine Mutter. Ihr Schicksal und das Schicksal ihres Kindes wollen viele Menschen aber leider gar nicht erst hören. Sie fühlen sich schuldig und wie Aussätzige.

Dabei ist es enorm wichtig, dass man Sternen-Eltern Mut zuspricht und ihnen signalisiert, dass sie nicht alleine sind. Ihnen bei ihrer Trauerbewältigung hilft, in welchem Rahmen auch immer.

Zusammen müssen wir Sternen-Mamas einen Raum in unserer Gemeinschaft geben.

Wir müssen sie auf ihrem schwierigen Weg begleiten und uns mit ihnen an ihre Sternenkinder erinnern.

„Es macht mir Mut, wenn ich mit anderen Müttern austauschen kann. Wenn ich sehe, dass es noch andere gibt, denen so etwas passiert ist“, verriet uns eine Sternen-Mama.

Sie und weitere Mamas haben uns ihre persönliche Geschichte erzählt, um zu helfen und um für andere Betroffene da zu sein.

Foto: Bigstock

Das ist die erste Geschichte. Sie ist von Mama Vivien und Sternenkind Thore:

„Als ich ein Teenager war, wurde mir gesagt, dass ich auf normalen Wege keine Kinder bekommen kann. Irgendwann, mit Anfang Zwanzig, war mein Kinderwunsch allerdings so groß, dass ich, mit meinem damaligen Partner, eine Hormonbehandlung anfing. Es klappte trotzdem nicht. Jahrelang wurde ich nicht schwanger. Ich trennte mich und lernte meinen jetzigen Mann kennen. Wir haben nicht verhütet, ich dachte, ich würde niemals im Leben schwanger werden. Nach genau vier Monaten Beziehung fühlte ich mich plötzlich nicht wohl und machte einen Test. Und siehe da – er war positiv! Beim Frauenarzt wurde mir die Schwangerschaft bestätigt. Ich war bereits in der 13. Schwangerschaftswoche. Mein Freund hat auf die Nachricht traumhaft reagiert.

Wir haben uns so sehr auf das Kind gefreut.

Dann kam ein Anruf vom Arzt. Meine Pap-Werte seien nicht in Ordnung. Ich hatte große Angst, dass die schlechten Werte meine Schwangerschaft beeinträchtigen würden. Wir fingen an, um unser Kind zu zittern und zu bangen.

Aber die kritische Zeit verging und ich erfuhr, dass wir einen Sohn bekommen würden. Alles würde gut werden.

Wir richteten das Kinderzimmer ein, shoppten Baby-Klamotten und machten alles, was werdende Eltern so tun.

Dann kam der 10.07.2013, ich bekam starke Schmerzen und fuhr mit meinem Mann ins Krankenhaus. Es war die 38. Schwangerschaftswoche.

Es wurde ein CTG gemacht, das allerdings laut den Ärzten unauffällig war. Ich wurde wieder nach Hause geschickt, die Schmerzen kämen angeblich von meiner Nervosität vor der Geburt.

Genau zwei Tage später sind wir wieder ins Krankenhaus gefahren. Ich hatte wieder Schmerzen und habe mein Kind nicht mehr gespürt.

Als die Hebamme wieder ein CTG schreiben wollte, fand sie das Baby nicht. Sie rief eine Ärztin.

Wir mussten zum Ultraschall, und nachdem die Ärztin das Gerät auf meinem Bauch herumgeschoben hat, nahm sie das Telefon und sagte folgenden Satz hinein: „38. Schwangerschaftswoche, keine Herztöne zu finden, bitte den Tod des Kindes bestätigen.“

Mein Mann und ich sahen uns an, wir hatten 1000 Fragezeichen im Kopf. Die Ärztin erklärte dann, sie alleine könne den Tod des Kindes nicht feststellen. Das müsste der Oberarzt tun.

Wir haben wirklich vom Tod unseres Sohnes erfahren, als die Assistenzärztin den Oberarzt anrief.

Der Oberarzt war allerdings auch nicht viel einfühlsamer. Er schallte kurz auf meinem Bauch und bestätigte, dass unser Kind nicht mehr lebte. Er ließ uns anschließend allein. Wir fingen an, zu weinen und lagen uns in den Armen.

Nach einiger Zeit kam die Assistenzärztin wieder zu uns und erklärte, dass die Geburt eingeleitet wird und es keinen Kaiserschnitt geben wird. Dem Kind könne bei der Geburt ja eh nichts mehr passieren und für meine Psyche sei es sehr wichtig, dass ich das tote Kind normal entbinde.

Die Geburt meines Sohnes sollte einen Tag später stattfinden. Wir haben unsere Eltern angerufen und gebeten, uns abzuholen.

Mein Mann und ich haben den Abend bei seinen Eltern verbracht, und ich bekam wieder starke Schmerzen und Blutungen. Wir sind direkt wieder ins Krankenhaus und mir wurden Schmerzmittel gegeben. Angeblich kamen meine Schmerzen wieder nicht von Wehen, sondern von meiner Psyche.

Ich bin aber im Krankenhaus geblieben und war mit meinem Mann viel spazieren. Irgendwann wurde ich dann von einer Hebamme untersucht und was soll ich sagen, der Muttermund war komplett offen, das Köpfchen war schon zu sehen. Ich wurde sofort in einen Kreißsaal gebracht und nach drei Presswehen, war mein Sohn da.

Er sah ganz normal aus, keine Fehlbildungen oder ähnliches. Eine Hebamme hat sich dafür eingesetzt, dass mein Sohn warm eingewickelt wird, damit er rosig aussieht. Wir hatten ungefähr zwei Stunden Zeit, uns von ihm zu verabschieden.

Nach dieser Zeit sah er aber nicht mehr aus wie ein schlafendes Kind. Wir mussten ihn gehen lassen.

Am 15.7. 2013 habe ich meinen Sohn Thore Joell still geboren. Am 20.7.2013 war seine Beerdigung.

Mir hat damals sehr geholfen, dass unsere Familien uns immer beigestanden haben. Mein Mann und ich haben außerdem immer über unseren Sohn gesprochen. Ich war zusätzlich in psychologischer Betreuung und habe an einer Trauer Gruppe teilgenommen.

Wir haben in dieser Zeit aber auch viele Freunde verloren und waren eine lange Zeit sehr einsam.

Nach einiger Zeit wollten wir, trotz des Verlustes, wieder Eltern werden. Ich wurde wieder schwanger, aber auch das Kind habe ich in der 9. Schwangerschaftswoche verloren.

Aber wisst ihr was? Seit dem 08.07.2015 sind wir stolze Eltern unseres Sohnes und am 13.6.2017 ist ET unseres nächsten Sohnes.

Wir haben einfach nie aufgegeben, an unsere Liebe geglaubt und wir wissen ganz genau, das unsere Schätze auf Erden immer einen besonderen Aufpasser im Himmel haben.
 Unser Thore wird nie ersetzt oder vergessen, wir hegen und pflegen sein Grab und sind natürlich nach wie vor unendlich traurig das wir ihn nicht bei uns haben.

Heute finde ich es sehr wichtig, über Sternenkinder zu reden, vor allem über die Sternenkinder, die nach den „üblichen“ 12 Wochen verloren gegangen sind.“

Wir danken dir, liebe Vivien, dass du deine Geschichte mit uns teilst.

Echte Mamas

Echte Mamas. Wir sind echt und ehrlich.

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