„Soll ich den Nachnamen meines Exmannes behalten?”

Wer eine Ehe eingeht, der glaubt in den meisten Fällen daran, dass diese Beziehung für die Ewigkeit bestimmt ist. Bis dass der Tod uns scheidet. Einen gemeinsamen Namen zu tragen, ist für viele das passende Symbol – und auch praktisch, wenn Kinder die Liebe krönen. Obwohl es Paaren inzwischen offen ist, wer welchen Namen annimmt (oder auch nicht), ist es beim Großteil nach wie vor so, dass die Frau den Nachnamen des Mannes übernimmt.

Aber was passiert, wenn es zu einer Trennung kommt?

Mit dieser Frage schlägt sich gerade Milena aus unserer Community herum. Die Mutter eines sechsjährigen Sohnes macht gerade eine Trennung durch und steht vor der Frage, ob sie den Namen ihres Mannes behält.

„Als wir damals geheiratet haben, war ich bereits schwanger. Für mich war klar, dass wir alle einen gemeinsamen Nachnamen haben sollten, für mich gehört das einfach zum typischen Bild von einer Familie dazu. Mein Mann wollte gerne, dass wir seinen Nachnamen nehmen, ich hing nicht besonders an meinem, also willigte ich ein. Kurze Zeit später kam mein Sohn zur Welt. Das erste Babyjahr war schwierig für uns, ich glaube, wir hatten beide falsche Erwartungen.

Ich war sehr auf unseren Sohn konzentriert und mein Mann zog sich in die Arbeit zurück.

Er war oft auch am Wochenende beruflich unterwegs. Wir entfernten uns emotional voneinander: wir funktionierten jahrelang als Eltern, aber sind eigentlich schon lange kein Paar mehr. Vor sechs Monaten sprachen wir dann offen über unsere Probleme. Wir wagten einen letzen Versuch, der nun aber gescheitert ist. Wir sind beide zum traurigen Entschluss gekommen, dass unsere Ehe nicht zu retten ist und wir jetzt einen klaren Schlussstrich ziehen.

Für mich hat das ganz unerwartet die Frage aufgeworfen, wie mein Nachname in Zukunft lauten soll. Wenn ich nur an mich denke, dann würde ich mir sehr wünschen, den Namen meines Exmannes wieder abzulegen. Es fühlt sich falsch an, weiter so zu heißen wie er, wenn wir getrennt sind. Was ist, wenn er erneut heiratet? Dann wäre es doch seltsam, wenn ich genauso heißen würde wie seine neue Frau. Den Nachnamen abzulegen wäre für mich ein symbolischer Akt, der ein Kapitel beendet.

Wenn ich aber als Mutter denke, tendiere ich dazu, den Namen zu behalten.

Die Vorstellung, dass mein Kind anders heißt als ich, ist irgendwie total schräg. Es gehört doch zu mir, ist ein Teil von mir. Außerdem stelle ich es mir anstrengend vor, dass ich beim Kinderarzt und im Kindergarten immer wieder erklären muss, dass er anders heißt als ich. Und ich frage mich, wie es auf ihn wirkt, wenn Mama plötzlich anders heißt als er. Es ändert sich sowieso schon so viel für ihn, da möchte ich ihn nicht zusätzlich verunsichern.”

Erfahrungen aus der Community: Was andere Mamas in so einem Fall raten

In unserer Community gibt es viele Mama, die bereits eine Trennung mit Kind erlebt haben. Bei Facebook haben wir ein paar Erfahrungen und Ratschläge gesammelt:

„Also, ich habe den Namen meines Exmannes und das bleibt auch so. Ich möchte nicht anders heißen als meine Kinder. Mein Exmann hat nochmal geheiratet und den Namen seiner neuen angenommen.”

„Ich habe meinen Mädchennamen wieder angenommen und das fühlt sich richtig gut an.”

„Meine Kinder hatten immer einen anderen Nachnamen als ich (Pflegekinder) und gerade bei Reisen war es immer kompliziert. Jetzt sind sie erwachsen und möchten unbedingt unseren Nachnamen bekommen. Es war immer ihr Wunsch, dass alle gleich heißen.”

„Ich habe den Namen meines Exmannes behalten und meine Kinder haben auch alle den selben Nachnamen, auch wenn nicht alle seine leiblichen Kinder sind. Wir haben da absolut keinen Stress mit, allerdings verstehen wir uns auch noch ganz gut, das ist alleine für die Kids sehr wichtig.”

„Ich hab ihn damals behalten. Bin jetzt allerdings neu verheiratet und meine Kinder heißen wie mein Ex. Die gemeinsamen Kinder und ich heißen wie mein Mann. Es ist ja nur ein Name.”

„Ich würde niemals den Namen behalten, wenn man sich trennt. Aber das muss jeder für sich selber entscheiden.”

Die Meinungen und Erfahrungen gehen also auseinander.

Das Schöne: Für beide Fälle gibt es positive Beispiele. Letztendlich geht es natürlich darum, womit du dich am wohlsten fühlst und was für dich und dein Kind am besten passt.

Schreibe uns deine Meinung dazu gerne in die Kommentare!

HIER findest du übrigens den Erfahrungsbericht meiner Kollegin Ilona, die sich entschied, den Namen ihres Exmannes zu behalten.

Lena Krause
Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und übe mich als Patentante (des süßesten kleinen Mädchens der Welt, versteht sich). Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert. Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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Salo91
Salo91
20 Tage zuvor

Nächstes Jahr am 1. Mai 25 kommt wohl ein neues Gesetz raus, was die Änderung des Nachnamens für Scheidungskinder einfacher machen soll.

Die Kinder können dann den Namen des Elternteils annehmen, bei dem sie auch hauptsächlich wohnen.
Um den Nachnamen zu ändern ist allerdings weiterhin die Zustimmung des Expartners nötig, solange die Kinder noch nicht selbst entscheiden können. Diese kann nur durch das Familiengericht erteilt werden, wenn ein guter Grund zur Namensänderung vorliegt.
Und wenn die Kinder 5 Jahre alt sind, können sie selbst entscheiden, ob sie heißen wollen wir die Mama oder wie der Papa.
Ich kann mir vorstellen, dass viele Kinder so heißen wollen wie die Hauptbezugsperson.

Find ich ehrlich gesagt auch richtig so…
Vor allem wenn es Eltern gibt, die sich überhaupt nicht um ihre Kinder kümmern….? Wieso sollten diese dann deren Namen tragen?
Wenn eine enge Beziehung zwischen den Kindern und dem Nicht-im-gleichen-Haushalt-Wohnenden gibt, dann is es nochmal was anderes, denke ich. Dadurch wird die Bindung ja auch aufrechterhalten. Aber wenn keine da ist, dann sollte man den Namen auch wechseln können ohne riesen Aufwand.