Sichere Schulöffnungen: Kritik wegen längst überfälliger Konzepte

Lange hatte sich Angela Merkel dagegen gewehrt, aber bei der Bund-Länder-Sitzung vergangenen Mittwoch gab sie zumindest etwas nach:

Kita- und Schulöffnungen sind nun Ländersache.

Das bedeutet für viele Familien eine enorme Erleichterung, denn in vielen Ländern soll es bereits am 22. Februar wieder starten. Aber, wie BILD berichtet: Nur in Kitas und Grundschulen. Und nur in halben Klassen. Und – in anderen Ländern eben auch noch gar nicht.

Das alles sorgt für einen Unmut, der immer größer wird.

Vielen stößt dabei vor allem auf, dass die Friseure als erstes öffnen dürfen. Für die Existenzen der Salons ist das eine riesige Erleichterung, das sieht jeder. Und trotzdem, zwischen Homeoffice und Homeschooling, das oftmals eher schleppend klappt, fragen sich viele:

Sind unsere Haare denn wichtiger als unsere Kinder?

Auch FDP-Chef Lindner teilte gegen diese Entscheidung aus: „Viele Menschen haben sich mehr erwartet als einen frischen Haarschnitt.“, sagte er nach den Ergebnissen der Corona-Konferenz.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt gab an, dass sie nicht „nicht das Zutrauen“ habe, dass die Bundesregierung die Belange der Kinder und Schüler im Blick habe. Es mangle Eltern grundsätzlich an Lobby: „Sie haben genug damit zu tun, die Kinder zu betreuen und zu unterrichten.“ Sie fordert, dass sich Politiker zu Lobbyisten für Kinder machen – auch und gerade jetzt.

Doch die Schulöffnungen werden vom Bund weiterhin sorgenvoll betrachtet.

Unionsfraktionschef Ralf Brinkhaus sagt er schaue „mit Sorge“ auf das, was die Länder nun bei Schulöffnungen machen. Es wäre klüger, die Schüler noch etwas länger zu Hause zu lassen. Denn, so Brinkhaus: Es fehlt an Corona-alltagstauglichen Konzepten an den Schulen.

Immer noch. Auch nach einem Jahr Pandemie und nachdem man schon einen langen Lockdown mit Homeschooling & Co. erlebt hatte.

Ralf Brinkhaus sagte auch, was er künftig für essentiell an Schulen halte:„Teststrategien“, „Lüftungsstrategien“, „Logistikstrategien, damit die Busse nicht so voll sind“. Und er will „Lernstandserhebungen“, damit klar wird, was versäumt wurde, wo jedes Kind steht und wie das alles nachzuholen ist.

Die Verantwortung dafür liegt in den Ländern. Und erfordert diese Konzepte jetzt. Möglichst schnell.

Damit Kinder sicher wieder in die Schulen können. Möglichst schnell.

Denn das ist wichtig, für ihren weiteren Weg der Bildung, aber in erster Linie für ihre psychische Gesundheit.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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