Sekundäres Ertrinken: „Meine Tochter hätte gleich zweimal sterben können.“

Mit Kindern am Wasser kann man gar nicht vorsichtig genug sein. Wasser zieht Kinder magisch an, und besonders kleinere Kinder sind sich der Gefahr nicht bewusst, in die sie sich begeben. Das müssen jeden Sommer einige Mamas und Papas schmerzlich erfahren. Besonders tückisch ist dabei sekundäres Ertrinken, dass für schlimme Folgen eines Wasserunfalls sorgen kann.

Diese Erfahrung hat auch Bloggerin Desiree Fortin gemacht, die ihre Geschichte auf Facebook geteilt hat.

Sie ist eine gute, gewissenhafte Mama, aber eben auch nur ein Mensch. Und als solcher kann sie ihre drei Kinder nicht immer im Blick haben – schon rein physiologisch ist das unmöglich. Und so passierte ihr das, wovor jede Mutter Panik hat:

„Ich hätte nie gedacht, dass ich mich als Mutter einmal in der Notaufnahme wiederfinden würde, mein süßes Mädchen in den Armen haltend, Tränen über die Wangen laufen fühlend, und die Worte aussprechend: ,Meine Tochter wäre fast ertrunken‘“.

„Geh‘ noch nicht ins Wasser!“

Dabei hatte sie keinen Fehler gemacht. Mit ihren Kindern war Desiree zu Gast bei Freunden, die einen Pool haben. Die anderen Erwachsenen und Kinder badeten bereits. Sie zog Charlize and Sawyer aus und dann Charlize ihren Badeanzug an. „Geh‘ nicht ins Wasser, bevor ich dir nicht deine Schwimmflügel angezogen habe!“, sagte sie zu ihr, drehte sich zu deren Bruder und begann, ihm seine Badehose anzuziehen. Doch Charlize war ungeduldig und tat das, was kleine Kinder eben so tun: Sie hörte nicht auf ihre Mutter.

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,Sie ist im Wasser! Sie ist im Wasser!‚, rief meine Freundin von der anderen Seite des Pools, als sie sah, dass Charlize Probleme hatte und halb unter Wasser war. Die nächsten Momente waren die langsamsten meines Lebens. Ich stand auf und sah mit meinen eigenen Augen, wie mein Mädchen um ihr Leben kämpfte. Ich konnte nicht schnell genug bei ihr sein, egal, wie schnell ich rannte. (…) Schließlich erreichte ich den Pool und zog sie so schnell heraus, wie ich konnte. Ihre blauen Lippen haben sich für immer in mein Gedächtnis eingeprägt. Sobald ich sie herausgezogen hatte, begann sie, Wasser zu spucken und in Sekunden erbrach sie sich. Sie schluchzte. Ich war in einem Schockzustand.“

Ab ins Krankenhaus, um sekundäres Ertrinken auszuschließen

Desiree hatte Glück im Unglück, weil ihre Freundin und sie so schnell auf den Wasserunfall reagiert hatten: „Ihre Farbe kam zurück, sie hustete noch ein bisschen, aber Gott sei Dank ging es ihr gut. Nach ungefähr 30 Minuten war sie wieder sie selbst und aß Abendessen.“

Trotzdem beschloss Desiree, mit Charlize ins Krankenhaus zu fahren, um sie von Ärzten untersuchen zu lassen. Eine gute Idee, vor allem, wenn man bedenkt, dass Kinder bereits von 2 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht in der Lunge schwere Schäden davontragen können.

Und tatsächlich hatte auch Charlize Wasser in die Lunge bekommen. Das Röntgenbild zeigte ein Lungenödem, eine entzündete Stelle – genau das also, was das gefürchtete „sekundäre Ertrinken“ auslösen kann.

Mit einem Krankenwagen wurden Desiree und Charlize also ins Kinderkrankenhaus gefahren, wo sie noch einen ganzen Tag unter Beobachtung stand. Wieder hatten sie Glück im Unglück: Ohne Behandlung ging die Infektion zurück und das Wasser wurde resorbiert.

Was bleibt, sind (Selbst)Vorwürfe

Körperlich ist also alles wieder in Ordnung. Auch den Schock wird das kleine Mädchen schon bald überwunden haben. Ihre Mama allerdings wird noch lange an diese traumatische Erfahrung denken: „Das war eine schwere und schmerzvolle Lebenslektion. Mein Herz schmerzt. Ich schäme mich und fühle mich schuldig, dass meine Tochter um ihr Leben kämpfte, unter Wasser, am Ertrinken, und ich habe es nicht mal gesehen. Sie hätte sterben können bei diesem Wasserunfall. (…) Nicht alle Eltern, die so etwas erleben mussten, dürfen am Ende des Tages ihre Kinder im Arm halten.“

Sie macht sich die größten Vorwürfe und bittet darum, keine bösen Kommentare zu hinterlassen: „Für alle, die meinen, sie müssten etwas Gemeines sagen oder mich oder die Situation verurteilen, Negativität ausdrücken; lasst es. Ich garantiere euch, egal, was ihr zu sagen habt, ich habe es schon gefühlt. Ein Vorfall wie dieser bringt viele Emotionen mit sich. Viele davon habe ich noch nicht verarbeitet. Aber ich weiß, dass es ein Unfall war. Und meine Tochter hat überlebt. Mein Leben hat sich verändert. Ich habe mich verändert.“

Desiree wird in Zukunft keines ihrer Kinder auch nur eine Sekunde ohne Schwimmflügel an einem Pool spielen lassen. Außerdem hat sie beschlossen, ihre Kinder in den Schwimmunterricht zu schicken und empfiehlt das auch allen anderen Eltern. Einen weiteren Tipp hat sie noch: Die Erwachsenen sollten abwechselnd Bademeister sein. Der Bademeister darf für diese Zeit nicht mitspielen oder mit den anderen Erwachsenen reden, sondern nur aufpassen.

Ich hoffe, dass euch das dazu bringt, extra viele Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, wenn ihr mit euren Kinder am Wasser seid. Ich hoffe, dass diese fürchterliche Erfahrung etwas ist, von dem auch ihr etwas lernen könnt.“ Und besonders wichtig ist es, dabei auch immer sekundäres Ertrinken im Hinterkopf zu haben.

Rebecca

Schon seit rund einer Dekade jongliere ich, mal mehr, mal weniger erfolgreich, das Dasein als Schreiberling und Mama. Diese zwei Pole machen mich aus und haben eines gemeinsam: emotionale Geschichten!

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