RSV-Welle: Wann muss ich mit meinem Kind ins Krankenhaus?

Das RS-Virus und andere Erreger sorgen für eine heftige Krankheitswelle bei Kindern. Nun schlagen auch schon die Kinderkliniken Alarm, dass sie keine freien Betten mehr haben. Doch wie erkennen Eltern überhaupt, dass sie mit ihrem Kind einen Arzt aufsuchen müssen?

Die meisten Kinder werden glücklicherweise zu Hause mit Ruhe und ausreichend Flüssigkeit wieder gesund. Doch aktuell sind so viele krank, dass die Kliniken keine Kapazitäten mehr haben. Besonders aus Ballungszentren gibt es seit Tagen Meldungen über Überlastungen der Kinderstationen. Mehr dazu könnt ihr HIER nachlesen.

Wann der Kinderarzt-Besuch nötig ist

„In der aktuellen Erkältungswelle sind vor allem sehr kleine Kinder unter einem Jahr gefährdet“, sagt Jakob Maske, Kinderarzt und Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) gegenüber des Redaktionsnetzwerk Deutschland. Doch auch ältere Kinder können einen schweren Verlauf erleiden.

Verschiedene Anzeichen, auf die Eltern achten können

Maske gibt Eltern folgende Tipps, um einzuschätzen, ob ein Besuch beim Kinderarzt notwendig ist:

  • Wenn bei einem Kind unter sechs Monaten Fieber auftritt, sollten Eltern immer sofort einen Arzt aufsuchen und keine Zeit verlieren.
  • Gleiches gilt, wenn in diesem Alter Atemnot auftritt oder die Kinder nicht mehr essen oder trinken.
  • Bei älteren Kindern über einem Jahr ist der Arztkontakt meist nur nötig, wenn Symptome länger anhalten.

Weitere deutliche Warnsignale

Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG):

  • Das Fieber steigt bei ihrem über 39 °C oder bei Babys unter drei Monaten über 38 °C.
  • Das Fieber hält bei Babys bis zu zwei Jahren länger als einen Tag an oder bei Kindern ab zwei Jahren länger als drei Tage.
  • Wenn Fieber schubweise oder wiederholt auftritt.
  • Das Fieber sinkt auch nach der Einnahme fieber­senkender Mittel nicht.
  • Es kommt zu einem Fieber­krampf.

Besonders brenzlig wird es, wenn:

  • zusätzlich zum Fieber Erbrechen, Durchfall oder Bauch­schmerzen auftreten
  • ein Hautausschlag sichtbar wird
  • das Kind nicht richtig Luft bekommt und/oder seltsame Atemgeräusche auftreten
  • es den Kopf kaum noch nach vorn neigen kann

Was tun, wenn sich der Zustand meines Kindes plötzlich verschlechtert?

Bei einem ernsteren Krankheitsverlauf wird der Kinderarzt die Einweisung ins Krankenhaus vornehmen. Das passiert bei Atemwegsinfektionen zum Beispiel dann, wenn die Kinder rund um die Uhr überwacht werden müssen oder wenn eine Beatmung erforderlich werden könnte.

Wenn dein Kind plötzlich außerhalb der Sprechstunden die beschriebenen Symptome zeigt oder sich sein Zustand verschlimmert, solltest du nicht zögern und das nächste Krankenhaus aufsuchen. Unter der Telefonnummer 116 117 (ohne Vorwahl, kostenlos von Mobiltelefonen und Festnetz) könnt ihr euch über einen ärztlichen Bereitschaftsdienst in Kliniken oder Notarztpraxen für Kinder informieren.

Weitere Beiträge zum Thema Notfälle mit Kindern, die ich dir empfehle:

Lena Krause
Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg. Am liebsten erkunde ich mit ihm die vielen grünen Ecken der Stadt. Auch wenn ich selbst keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz. Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

Alle Artikel

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen