Reborn-Puppe hilft Lisa gegen Depressionen: „Ich bin jetzt Mama.”

„Ich bin jetzt Mama und ich bin jetzt wichtig und ich habe hier jetzt meine Aufgabe und mein Baby, auf das ich aufpassen muss. Das fühlt sich gut an – einfach nur, sich das so vorzustellen.” Mit diesen Worten erklärt Lisa ihre Begeisterung für Reborn-Babys im Videobeitrag von „Die Frage”. Die junge Frau hat Depressionen und Borderline, manchmal erleidet sie Panikattacken.

Die Puppen helfen ihr, damit besser umzugehen.

Wenn Erwachsene mit Puppen spielen, wirkt das für Außenstehende erst einmal befremdlich. Trotzdem boomt der Reborn-Baby-Markt und immer mehr Menschen kaufen sich für viel Geld so eine lebensechte Babypuppe, die sie dann oft pflegen und hegen wie ein echtes Kind. Sie ziehen sie an, wickeln sie, kuscheln mit ihnen und fahren sie im Kinderwagen spazieren.

So wie Lisa, die in ihrer Schulzeit von anderen Schülern angespuckt und beleidigt wurde. Freunde hatte sie kaum, ihre Kindheit und Jugend waren geprägt von dem Gefühl der Einsamkeit. Zu den Puppen kam sie im Erwachsenenalter über eine Freundin, die diese selbst herstellt.

Zunächst findet sie die Babypuppen „komisch”, doch schnell merkte sie, dass es ihr gut tut, sich mit den Reborns zu umgeben. Für ihr Umfeld ist die Beschäftigung mit den Puppen schwer zu verstehen. Ihre Mutter habe das neue Hobby zwar akzeptiert, aber sie möchte nicht, dass sie mit den Reborns vor die Tür geht. Der Vater habe gesagt: „Das ist voll krank, du bist erwachsen, jetzt komm mal klar!”

Doch für Lisa ist die Beschäftigung mit den Puppen heilsam.

Sie nimmt sich jeden Abend Zeit, macht eine Meditationsmusik an und hält ihre Reborns im Arm. Dabei stellt sie sich oft vor, dass das Baby in ihrem Arm ihr eigenes inneres Kind symbolisiert, um dass sie sich nun liebevoll kümmert. Auch ihre Therapeutin weiß, dass die Puppen Lisa guttun. Sie vergleicht sie mit einer Kuscheldecke, ein „Übergangsobjekt”, das der jungen Frau Schutz gäbe.

Da Lisa gerade ihre Ausbildung zur Erzieherin macht, weiß sie genau, was es wirklich bedeutet, sich um Kinder zu kümmern. Nur weil sie sich gerne um eine Babypuppe kümmere, heißt das nicht, dass sie sich in den Wunsch nach einem echten Baby verliert – das würde dann auch ihre Therapeutin kritisch sehen.

Komische Blicke und abfällige Kommentare sind für Lisa verletzend und beschäftigen sie oft lange. Auf die Frage, warum sie sich und ihre Reborns dann überhaupt öffentlich zeigt, antwortet sie, dass sie sich wünscht, „dass die Leute das dann verstehen (…) und nicht so ‚OK, die ist voll krank, das geht nicht.‘ Sondern, ja, das tut keinem weh, es ist völlig OK, das zu haben, es hilft ihr.”

Was denkt ihr über den Reborn-Trend?

Kennt ihr vielleicht sogar Menschen, die selbst so eine Puppe besitzen? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.

Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg. Am liebsten erkunde ich mit ihm die vielen grünen Ecken der Stadt.

Auch wenn ich selbst keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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Anonym
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9 Monate zuvor

Ich bin Reborn Artist und ich habe Reborn Collection.