Molenschwangerschaft: Das musst du wissen!

Für viele handelt es sich hierbei um ein Fremdwort, zum Glück. Denn eine Molenschwangerschaft, auch molare Schwangerschaft genannt, kommt nur bei etwa einer von 1000 Schwangerschaften vor. Dennoch handelt es sich um eine ernstzunehmende Schwangerschaftskomplikation. Das musst du wissen:

1. Was ist eine Molenschwangerschaft?

Wenn die Zellen, aus denen die Plazenta entsteht, defekt sind, kommt es zu einer Molenschwangerschaft. Dabei gibt es zwei mögliche Komplikationen:

  • die Zellen wachsen schneller als der Embryo
  • die Zellen wachsen um einen nicht lebensfähigen Embryoherum – hier spricht man von einer teilweisen molaren Schwangerschaft, da die Gewebemasse aus Plazenta- und Fötuszellen besteht.

Nur weil ein Spermium eine Eizelle befruchtet und sich diese dann in der Gebärmutter einnistet, heißt das noch nicht, dass die Schwangerschaft erfolgreich ist. Es kann vorkommen, dass die Eizelle nicht wächst, also kein Embryo entsteht. Übrig bleiben eine leere Fruchthülle und die Plazenta. Oft reagiert der Körper von alleine, stößt die Frucht ab, sodass die Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt endet.

Vielen ist eine Molenschwangerschaft auch als Windei bekannt.

2. Wie erkenne ich, ob es sich bei mir um eine Molenschwangerschaft handelt?

Erstmal kann es nach einer normalen Schwangerschaft aussehen, auch wenn der Embryo nicht lebensfähig ist. Denn auch das anomale Plazentawachstum sorgt für eine Produktion des hCG Hormons. Dieses ist für einen positiven Schwangerschaftstest verantwortlich.

Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass eine Molenschwangerschaft vorliegt:

  • hoher Blutdruck vor der 20. Schwangerschaftswoche
  • starke Blutungen in den ersten Wochen, kombiniert mit hohen hCG-Werten

Ob es sich wirklich um eine Molenschwangerschaft handelt, kann nur dein Arzt überprüfen. Ist dies der Fall, ist bei einer Ultraschalluntersuchung kein Embryo oder Fötus zu erkennen, sondern ein traubenförmiger Zellklumpen.

3. Was sind die Risikofaktoren für eine Molenschwangerschaft? Und wie hoch ist das Risiko?

Das Alter spielt hier definitiv eine Rolle. Ist eine Frau unter 25 oder über 35 Jahre alt, ist das Risiko höher. Auch eine bereits da gewesene Molenschwangerschaft, erhöht das Risiko, eine weitere zu bekommen.

Über zehn Prozent aller Schwangerschaften enden in den ersten drei Monaten in einer Fehlgeburt. Es passiert aber auch, dass eine befruchtete Eizelle bei der nächsten Periode ausgeschieden wird. Dann bekommt eine Frau gar nicht mit, dass sie schwanger war. Dies kann auch bei einer Molenschwangerschaft der Fall sein. Dadurch wäre die Prozentzahl noch höher. Doch nur bei circa einer von 1000 Schwangerschaften handelt es sich um eine Molenschwangerschaft.

4. Kann es durch eine Molenschwangerschaft zu Krebs kommen?

Wenn der Körper nicht selbst für eine Fehlgeburt sorgt, oder das Windei nicht entfernt wird, kann es sich zu einer Blasenmole entwickeln. Eine wirklich geringe Gefahr, dennoch sollte man sie nicht unterschätzen.

Bei einer Blasenmole handelt es sich um eine Wucherung von Gewebe, eine blasenartige Veränderung der Plazenta.

Sind diese bösartig, handelt es sich um ein sogenanntes Chorionkarzinom. Dies ist eine seltene Form von Krebs und bildet in kurzer Zeit Metastasen. Beim Arzt kann dies mit einem CT-Scan oder einer Röntgenaufnahme sichtbar gemacht und mit einer Chemotherapie behandelt werden.

5. Wie wird eine Molenschwangerschaft behandelt?

Wie oben bereits erwähnt, kann sich eine Molenschwangerschaft von selbst erledigen, in dem der Körper das Plazentagewebe ausstößt. Ist es allerdings schon eine längere Zeit gewachsen, ist meist eine Ausschabung notwendig, um das molare Gewebe vollständig zu entfernen. Danach werden in der Regel, über mehrere Wochen hinweg, die hCG-Werte überprüft. Sollten diese Werte nicht wieder normal werden, ist möglicherweise noch mehr molares Gewebe vorhanden.

6. Handelt es sich bei einer Molenschwangerschaft um eine Fehlgeburt?

Sowohl eine Molenschwangerschaft, als auch eine Fehlgeburt haben leider dasselbe Resultat: sie führen zu einer Beendigung der Schwangerschaft. Dennoch ist es nicht genau dasselbe. Während die Ursachen von Fehlgeburten meist chromosale Anomalien sind, gibt es bei einer Molenschwangerschaft ein Problem bei der Bildung der Plazenta.

7. Kann ich nach einer molaren Schwangerschaft wieder schwanger werden?

Ganz eindeutig: Ja!

Dennoch solltest du eine Zeit lang warten, da es durch die molare Schwangerschaft sein kann, dass die Zellen nur beharrlich wachsen.

8. Wie lange muss ich warten, bis ich versuchen kann, wieder schwanger zu werden?

Ärzte empfehlen in der Regel, sechs bis zwölf Monate zu warten, bevor man erneut versucht, schwanger zu werden. Denn nach einer Molenschwangerschaft ist es wichtig, den Körper zu „überwachen“, um weitere Wucherungen auszuschließen.

Hier unterscheiden sich Fehlgeburt und Molenschwangerschaft erneut. Denn nach einer Fehlgeburt kann man versuchen schwanger zu werden, sobald man sich bereit dazu fühlt.

9. Fazit

Generell gilt also: Bitte keine Panik! Denn eine Molenschwangerschaft kommt nur in sehr seltenen Fällen vor. Es ist aber immer am besten, mit einem Arzt darüber zu sprechen, sobald man sich Gedanken macht. Denn Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Tamara Müller

Als süddeutsche Frohnatur liebe ich die Wärme, die Berge und Hamburg! Letzteres brachte mich vor fünf Jahren dazu, die Sonne im Herzen zu speichern und den Weg in Richtung kühleren Norden einzuschlagen. Ich liebe die kleinen Dinge im Leben und das Reisen. Und auch wenn ich selbst noch keine Kinder habe, verbringe ich liebend gerne Zeit mit ihnen.

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