„Mein Mann und ich schlafen in getrennten Zimmern – aus Liebe!”

„Ich werde heute ein gut gehütetes Geheimnis mit euch teilen, das nicht mal meine Freundinnen kennen. Mein Mann und ich schlafen nämlich seit Jahren getrennt, aber wir verheimlichen es, um uns die Kommentare zu ersparen.

Es war schon immer so, dass ich eher eine Nachteule bin und meinem Mann spätestens um 22 Uhr die Augen zu fallen. Deswegen ist er oft schon vor mir ins Bett gegangen, während ich noch ein paar Dinge erledigte oder einfach noch ein bisschen vor dem Fernseher liegen wollte. Wenn ich dann zu später Stunde zu ihm unters Laken kroch, war an Schlaf für mich aber leider nicht zu denken.

Mein Mann schnarcht unglaublich laut und mit dem Alter ist es noch schlimmer geworden.

Es bringt auch nichts ihn dann zu wecken, er wacht dann völlig verstört auf und fünf Minuten später geht das Gesäge neben mir schon wieder los. Das war auf die Dauer so anstrengend für uns! Natürlich habe ich es mit Ohrstöpseln versucht, aber er ist so laut, dass ich sein Schnarchen immer noch höre. Außerdem drücken die Stöpsel auf Dauer unangenehm in den Ohren und manchmal verrutschen sie, so dass das Schnarchen mich schon wieder aus meinen Träumen reißt.

Trotzdem dachte ich nie darüber nach, dass wir in getrennten Zimmern schlafen könnten. Irgendwie gehörte es für mich einfach dazu, dass wir ein Bett teilten. Ich war außerdem selbst immer eine von denen, die pikiert die Augenbrauen hochzogen, wenn es von einem anderen Paar hieß ‚die schlafen in getrennten Betten‘. ‚Die Beziehung muss ja wirklich am Ende sein‘, dachte ich dann meistens sogar noch. Gleichzeitig wurde ich Nacht um Nacht neben meinem Mann gereizter und war schon regelrecht wütend ihn.

Eines abends lag ich wie so oft auf dem Sofa, während mein Mann schon im Schlafzimmer vor sich hin schnarchte.

Bei diesem altbekannten Geräusch und dem Gedanken daran, es wieder die ganze Nacht lang ertragen zu müssen, war ich einfach nur noch genervt. Plötzlich entschied ich, heute mal im Gästezimmer zu übernachten. Er würde es sowieso nicht mitbekommen und ich könnte mich mal richtig ausschlafen. Also legte ich ihm einen kleinen Zettel auf den Nachttisch, schnappte mir unseren Hund und verkroch mich mit ihm im Gästebett.

Am nächsten Morgen war ich so ausgeruht wie lange nicht mehr. Ich war so erholt, dass ich wusste, dass es für meinen Mann und mich nachts nicht mehr so weitergehen kann wie bisher. Als wir beim Frühstück ein paar Minuten für uns hatten, fragte ich ihn, ob wir nicht dauerhaft in getrennten Zimmern übernachten wollen. Im ersten Moment war er schon ein bisschen besorgt, was das für unsere Ehe bedeuten würde.

Aber die Aussicht darauf, nachts nicht mehr ständig von seiner genervten Ehefrau geweckt zu werden, hat ihn überzeugt.

Wir vereinbarten, dass wir es für eine Weile versuchen würden. Und was soll ich sagen: Das ist nun schon zwei Jahre her und wir schlafen immer noch erfolgreich getrennt. Am Anfang haben wir uns Sorgen gemacht, dass unsere Nähe zueinander unter der nächtlichen Trennung leiden könnte, aber diese Bedenken legten sich schnell.

Irgendwie fühlt es sich richtig gut an, meinen eigenen Platz zu haben, an dem ich friedlich schlummern kann. Meinem Mann gehts ähnlich. Manchmal treffen wir uns abends noch in einem unserer Betten für ein bisschen Zweisamkeit, zum Reden, Kuscheln und was man noch so macht als Paar. Dann liege ich oft noch vor dem Fernseher und er schreibt mir einfach eine Textnachricht, ob ich nicht kurz rüberkommen möchte. Ein bisschen albern, ich weiß. Aber irgendwie auch aufregend und spannend!

Manchmal habe ich das Gefühl, dass unsere getrennten Schlafzimmer unsere Liebe gerettet haben.

Ich habe endlich nicht mehr diese hässliche Wut im Bauch, weil ich nachts vom Schnarchen wachgehalten werde. Trotzdem schäme ich mich immer noch ein bisschen für unsere getrennten Betten. Ich habe Angst davor, was andere von unserer Ehe denken, wenn sie es verfahren. Deswegen ist es richtig befreiend, hier darüber zu schreiben.”


Vielen Dank, liebe Nikola, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast.

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Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und bin dort immer gerne im Grünen unterwegs.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Seit ich denken kann, liebe ich es, zu schreiben – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit dem schönsten Thema der Welt auseinandersetzen. Das passt einfach!

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