Lieferengpässe bei Fiebersaft & Co.: Problem gelöst?

Hinter uns liegen Wochen, in denen gefühlt JEDER krank war –und es ist noch nicht vorbei. Viele Eltern waren der Verzweiflung nahe, weil sie nicht an fiebersenkende Medikamente für ihre Kinder kamen – die betreffenden Regale in Deutschlands Apotheken waren gähnend leer.

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Fiebersaft & Co.: Darum sind Arzneien nur in Deutschland knapp

Bereits im Dezember hatte Gesundheitsminister Lauterbach versprochen, dieses Problem zu lösen.

Er weiß: Die größte Stellschraube bei diesem Thema sind – wie immer – die Finanzen. Denn die Preise für Arzneien sind in Deutschland reguliert, Hersteller können höhere Kosten nicht ohne Weiteres an Kunden weitergeben. Produzenten von Paracetamol-Fiebersäften erhalten laut Pro Generika seit rund zehn Jahren 1,36 Euro je Flasche. Der Wirkstoff sei aber in den vergangenen Jahren um 70 Prozent teurer geworden. Und auch andere Kosten – etwa für Energie und Versand – sind massiv angestiegen, gerade jetzt in der Krise. So sind nur noch wenige Hersteller für Fiebersäfte übrig, und diese liefern lieber in andere Länder, in denen es diesen Preisdeckel nicht gibt.

Hier wollte Karl Lauterbach angreifen und diese Preisregeln bei Kinder-Arzneimitteln lockern.

Doch so schnell ging dieser Plan nicht auf, denn er war nicht mit den Krankenkassen abgesprochen. „Es gibt noch keine klare rechtliche Grundlage, die Mehrkosten bei den Kinderarzneimitteln zu tragen. Die Festbeträge werden nach einem im Sozialgesetzbuch festgelegten Verfahren bestimmt, das die Krankenkassen nicht einfach umgehen können!“ lautet ein Statement des GKV-Spitzenverbandes.

Jetzt zeichnet sich aber eine zeitnahe Lösung ab.

Das berichtet u.a. die Tagesschau. Ab Februar sollen die Festbeträge für Kinder-Arzneimittel mit den Wirkstoffen Ibuprofen und Paracetamol sowie für Antibiotika, die als Zäpfchen oder in flüssiger Anwendungsform vorliegen, für drei Monate komplett ausgesetzt werden. Das betrifft insgesamt 180 Kinderarzneimittel.

Der GKV-Spitzenverband gibt an, dass die Regelung für die Hersteller ein Anreiz sein könnte, aufgrund höherer Preise mehr zu liefern. Für Versicherte hat die Regelung den Vorteil, dass mögliche Aufzahlungen kurzfristig wegfallen. (Aufzahlungen sind die Differenz zwischen dem von den Krankenkassen bisher übernommenen Festbeträgen und möglichen höheren Apothekenverkaufspreisen.)

Als ewige Lösung eignet sich dieser Prozess aber nicht.

Die drei Monate sollen die Hersteller dazu nutzen, die bestehenden Lieferprobleme rasch in den Griff zu bekommen. Die Aussetzung der Festbeträge solle aber kein „Freifahrtsschein“ zur Gewinnmaximierung der Hersteller sein.

Langfristig müsse es andere Gesetzesänderungen geben, um das Problem der Lieferengpässe dauerhaft anzugehen.

Auch das wurde teilweise schon in Karl Lauterbachs Planungen berücksichtigt. Er will den Kostendruck bei der Produktion von patentfreien Medikamenten langfristig verringern. Denn bisher ist es so, dass die Krankenkassen für viele Arzneimittel bisher Rabattverträge mit dem günstigsten Anbieter schließen. Diese Rabattverträge soll es für Arzneimittel für Kinder künftig nicht mehr geben.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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