Liebe Mama: Du bist nicht schuld an deinem Burnout

Du fühlst dich vollkommen ausgebrannt? Du denkst, es stimmt etwas nicht mit dir, weil du eigentlich überglücklich sein solltest? Lass dir sagen: Du musst dich für nichts entschuldigen und dieses Gefühl nicht kleinreden. Es ist ganz normal, dass du so empfindest.

Warum kleine Auszeiten nichts bringen

Kennt ihr das auch? Wenn ihr gefragt werdet, wie es euch geht, antwortet ihr: „Alles bestens.“ Ganz leise nuschelt ihr vielleicht noch hinterher: „Nur alles ein bisschen anstrengend gerade.“ Dabei verraten die tiefen Augenringe, dass es viel mehr als das ist. Die Erschöpfung geht so tief, dass es sich wie Hohn anfühlt, wenn jemand rät: „Achte auf dich, nimmt dir eine kleine Auszeit.“ Aber wie soll man erklären, dass der Gedanke an ein Schaumbad oder Wellness-Tage noch mehr stresst. Noch ein Programmpunkt, der zu erledigen ist: Selbstfürsorge. Wenn man sich darum kümmert, läuft alles rund, oder?

Quatsch! Ein Mittagsschlaf macht schließlich auch nicht mal eben jahrelangen unterbrochenen Nachtschlaf wett. Und die Gedanken würden auch bei Rosenduft ohnehin weiter rotieren. Du bist kein überempfindliches Weichei, wenn du manchmal mit Herzrasen an deinen Alltag denkt. Du liebst dein Kind nicht weniger, nur weil du dich gerade für fünf Minuten in der Toilette verschanzt hat, ohne zu müssen. Nur, um eine Mini-Auszeit zu haben. Du stellst dich nicht an. Es hat einen Grund, warum ein Burnout unter Müttern gar nicht so selten ist.

Lass dir von anderen helfen

Es sind ja nicht nur die Dinge, die zu erledigen sind, sondern auch die Gedanken, die man nicht so leicht abstellen kann. Müsste ich nicht mal wieder die lustige, sexy Partnerin sein (obwohl ich mich nur nach dem Bett sehne, um allein darin zu schlafen)? War es ein Verbrechen, den Fernseher eine ganze Stunde laufen zu lassen, um in Ruhe die Waschmaschine ausräumen zu können und ein wenig aufzuräumen? Haben die Leute, die einem ständig ungebetene Ratschläge geben, vielleicht doch manchmal Recht? Es wäre schön, wenn man dieses Gedankenkarussell mit einer fünfminütigen Achtsamkeitsmeditation einfach so abstellen könnte. Aber wer kann das schon?

Selbst der fleißigste Workaholic macht eine Pause oder gelegentlich Urlaub. Als Mama trägst du 24 Stunden am Tag Verantwortung und kannst nicht mal eben so Urlaub einreichen. Dass dich das erschöpft, heißt nicht, dass du ein Jammerlappen bist oder dein Kind weniger liebst. Es zeigt, dass du ein normaler Mensch bist, der unter einem Druck steht, der sich nicht mal eben schnell wegatmen lässt. Hilf dir selbst, haben sich viele von uns zum Motto gemacht. Aber was, wenn das gerade nicht klappt? Dann lass dir helfen. Sag ehrlich: „Ich könnte deine Hilfe gebrauchen.“ Damit machst du vielleicht sogar anderen Müttern Mut, es dir nachzumachen. Und wenn doch jemand mit den Augen rollt, der nicht versteht, was am Mamasein so anstrengend ist, ignorier ihn. Er hat keine Ahnung. Sag nicht Nein, wenn dir jemand etwas abnehmen will. Sag Nein, wenn dir jemand noch mehr aufbürden will. Das sind kleine Dinge, die du für dich tun kannst – und wenn bei dir doch das Schaumbad genau das ist, was du brauchst, dann gönn es dir, ohne schlechtes Gewissen.

Achtung: Ist dein Akku vollständig entleert und fühlst du außer Erschöpfung kaum noch etwas anderes, kann es sein, dass du professionellere Hilfe von Außen brauchst, weil du unter einem „echten“ Burnout leidest. Einen ersten Hinweis kann dir der Maslach-Burnout-Test geben: https://www.hilfe-bei-burnout.de/wp-content/uploads/2014/09/Maslach-Burnout-Selbsttest-PDF.pdf

Hör-Tipp zum Thema Mama-Burnout

Der Echte Mamas-Podcast mit Kathi von den Glücksheldinnen zum Thema Mama-Burnout.

Der Echte Mamas-Podcast mit Kathi von den Glücksheldinnen zum Thema Mama-Burnout.

In dieser Folge unseres Echte Mamas-Podcast sprechen wir mit Kathi von den Glücksheldinnen über das Thema Mama-Burnout. Darin gibt sie viele hilfreiche Ratschläge für Mamas, die am Limit sind.

Unseren Podcast hört ihr kostenlos auf Spotify, iTunes, Deezer oder Podigee. Alles Liebe und passt gut auf euch auf!

Jana Stieler

Ich lebe mit Mann und Sohn im Süden Hamburgs – am Rande der Harburger „Berge“ (Süddeutsche mal kurz weghören: Der höchste Punkt misst immerhin sagenhafte 155 Meter ü. M.). Wenn ich nicht gerade einen Text verfasse, liebe ich Outdoor-Abenteuer mit meiner Familie, lange Buch-Badewannen-Sessions mit mir allein und abendliches Serien-Binge-Watching.

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