„Ich hätte nie gedacht, dass Leben und Tod so nah beieinander liegen“

Als meine Mama meine Tochter zum ersten Mal auf dem Arm hatte, sind meine Gefühle Achterbahn gefahren. Meine Mama war so glücklich, ihre kleine Enkeltochter kennenzulernen, und beide zusammen zu sehen, war einer der schönsten Momente, an die ich mich erinnere.

Leider haben nicht alle Mamas das Glück, dass die Oma ihre Enkel noch kennenlernen darf. Besonders traurig ist, wenn es nur wenige Wochen dieses erste Treffen verhindern, weil die Oma viel zu früh gehen muss.

So wie bei Simone aus unserer Community, bei der ihre Mama zum Schutzengel ihres kleinen Sohnes wurde:

„Dass Leben und Tod einmal so nah beieinander liegen würden, hätte ich bis vor wenigen Monaten nicht geglaubt. Im August 2018 habe ich meiner Mutter erzählt, dass sie Oma wird. Sie hat sich riesig gefreut, war unglaublich stolz und konnte es kaum erwarten, ihren ersten Enkel kennenzulernen und im Arm zu halten. Damals wussten wir noch nicht, dass es dazu leider nicht mehr kommen wird.

Ende des Jahres ging es meiner Mutter gesundheitlich plötzlich schlechter

So schlecht, dass sie nach einem Arzttermin direkt ins Krankenhaus kam – ihre Nieren hatten versagt. Die nächsten sieben Wochen wurden für uns alle zu einem absoluten Alptraum.

Am Faschingsdienstag bekam ich einen Anruf aus dem Krankenhaus: Der Zustand meiner Mutter hatte sich so stark verschlechtert, dass es keine Hoffnung mehr auf Besserung gab. Mein Mann und ich mussten die schwerste Entscheidung unseres Lebens treffen und ließen die lebensverlängernden Maßnahmen einstellen. Wenige Stunden später ist meine Mutter gestorben. Zu diesem Zeitpunkt war ich im 8. Monat.

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Baby im Krankenhaus

Simones Baby verbrachte die ersten Tage auf der Intensivstation – mit seiner Oma als Schutzengel.
Foto: privat

Wie ich diese Zeit überstanden habe, weiß ich nicht mehr

Ich habe nur an meinen Sohn gedacht, und daran, dass ich alles tun muss, um ihn zu schützen. Nur sieben Wochen später setzten meine Wehen ein. Die Geburt dauerte zwei Tage, bis schließlich ein Geburtsstillstand einsetzte. Mein Sohn musste per Saugglocke geholt werden. Nur wenige Minuten, nachdem er auf der Welt war, wurden seine Werte immer schlechter. Ich durfte ihn nur kurz sehen, bevor er auf die Intensivstation gebracht wurde.

Am nächsten Morgen lag er bereits im künstlichen Koma. 72 Stunden wurde es aufrechterhalten, um sein Gehirn vor möglichen Schäden durch den entstandenen Sauerstoffmangel zu schützen.

Ich habe mich sehr schwar damit getan, eine Bindung zu meinem Sohn aufzubauen

Nach 5 unendlich langen Tagen durften wir unseren Kleinen endlich zum ersten Mal auf den Arm nehmen. Nach weiteren zwei Wochen in der Kinderklinik, in denen er erst das Trinken lernen musste und von den Beruhigungsmitteln entwöhnt wurde, durften wir unseren Sohn endlich mit nach Hause nehmen.

Ich habe mich sehr schwer damit getan, eine Bindung zu ihm aufzubauen. Ich bekam Panikattacken und war nicht mehr ich selbst. Aber ich arbeite jeden Tag an mir, und meine Liebe zu ihm wächst und wächst. Ich bin so unglaublich stolz auf meinen Sohn! Er macht alles ganz toll, und seine Prognosen auf ein gesundes Leben stehen gut.

Er hatte schließlich auch den besten Schutzengel, den ich mir nur vorstellen kann: seine Oma.“

Vielen Dank, liebe Simone, dass du eure bewegende Geschichte mit uns geteilt hast. Wir wünschen dir und deinem kleinen Kämpfer alles Gute!

 

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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