Zwischen „Argh!“ und „Ommmm….“: Mein Leben mit einem kleinen Dickkopf

Was war meine Tochter doch für ein „chilliges“ Baby. Sie schlief ganz viel (auch nachts!), weinte wenig und schaute in ihrer wachen Zeit meist ziemlich freundlich in die Gegend. Traaaaumhaft! Mein Freund und ich waren total happy, entspannt und irgendwie auch ein bisschen stolz (peinlich, oder: Als wenn das unser Verdienst gewesen wäre…)

Jetzt, dreieinhalb Jahre später, sind wir geläutert. Denn unsere entspannte kleine Raupe ist über die Jahre zum wunderschönen, aber auch ziemlich divenhaften Schmetterling geworden. Es gibt wundervolle, leichte Tage, die vom Wecken bis hin zum Gutenachtkuss harmonisch verlaufen. Echtes Liebesfutter für die Seele! Aber dann gibt es eben auch Tage, an denen ich verzweifeln könnte. Mein liebes Kind, es hat einfach einen so unglaublich starken Willen. Einen Dickkopf. Boah, hat die einen Dickkopf!!!! Gefühlt bin ich in den letzten anderthalb Jahren um zehn Jahre gealtert…

Bitte nicht falsch verstehen: Um nichts in der Welt möchte ich sie missen, meine kleine große Liebe! Meine Tochter ist lustig, clever, hat ein großes Herz. Sie bereichert mein Leben. Sie ist das Beste, was mir je passiert ist! Aber manchmal ist es eben eine echte Herausforderung, gelassen durch den Tag zu kommen.

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Das M in Mama steht für müde ? Das andere M auch ?

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Kennt ihr das auch? Oder gehört ihr zu diesen Mamas, deren Mäuse eher zu der entspannten Kleinkind-Fraktion gehören? Dann möchte ich euch mal erklären, was es bedeutet, ein willensstarkes Kind zu haben:

  1. Es bedeutet, das „Tief-Luftholen“ zu perfektionieren

Ich habe gemeckert. Gefühlt stunden- und tagelang. Schnell habe ich aber gemerkt, dass ich das so nicht möchte. Erstens nützt es gar nichts, weil meine Tochter (verständlicherweise) auf Durchzug stellt, wenn die Ermahnungen nur so auf sie einprasseln. Zweitens fühlte ich mich einfach schlecht als die dauermotzende Mutter, die ich nie sein wollte. Und überhaupt. Deswegen hab ich es nach und nach gelernt, durchzuatmen und mehr als nur ab und zu alle Fünfe gerade sein zu lassen. Ich aaattttmmme ganz oft tief durch – und schimpfe nur bei Dingen, die mir wirklich wichtig sind. Da bleibe ich dann aber auch wirklich konsequent.

2. Es bedeutet, IMMER zu spät zu kommen

Zugegeben, auch alleine war ich schon immer recht spät dran. Aber dieses „Auf-den-letzten-Drücker-ankommen“ war kein Vergleich zu heute, mit meinem Kind. Schließlich müssen wir vor dem Abmarsch noch kämpfen, bis die Regenhose endlich angezogen ist. Auf einmal muss sie ganz dringend ihr Gesicht waschen (Was zur Hölle…) oder ihrem Teddy noch ausführlich Tschüß sagen oder oder oder…. Sind wir endlich im Treppenhaus angekommen, heißt das noch gar nix. Sie läuft die Treppe hoch statt runter, begutachtet jede Nachbars-Fußmatte so, als hätte sie sie noch nie gesehen….

3. Es bedeutet, jede Menge Kritik an der eigenen Erziehung einstecken zu müssen

Hochgezogene Augenbrauen oder ein betont mildes Lächeln, dazu die Worte: „Du lässt dir aber ganz schön auf der Nase herumtanzen… Meeeein Gott, nun frag sie doch gar nicht so lange…“. STOP! MEINE Definition von „auf der Nase herumtanzen“ ist vielleicht eine andere als deine von vor 60 Jahren, Tante Mia. Und ja, stell dir vor, ich setze mich tatsächlich durch, wenn es denn wichtige Dinge sind – aber eben nicht, wenn es um die richtige Becherfarbe geht… Warum verstehen denn so wenige Menschen, dass bockende Dreijährige nicht schlecht erzogen sind, sondern ganz normal?

4. Es bedeutet, die kleinen Dinge übermäßig zu feiern

An normalen Tagen scheint jede noch so kleine Bitte meinerseits (wenn sie denn überhaupt beachtet wird) ein echt unverschämter Anschlag auf das Wohlbefinden meiner Tochter zu sein. Sie hat garantiert keine Lust und es daaauert einfach so lange, bis etwas passiert. Deswegen bin ich super überrascht, wenn etwas mal sofort so funktioniert, wie ich es mir wünsche. Sie kommt bei ersten Rufen an den Frühstückstisch? Knutscher und großes Lob von mir! Meine Laune steigt sofort! Das ist übertrieben? Hört mal: Am liebsten würde ich eine Konfetti-Kanone zünden, eine Fanfare schmettern, eine Runde durch die Küche twerken…. DAS wäre aber sogar mir zu albern.

5. Es bedeutet, durch zusammengebissene Zähne zu lächeln

Zum Beispiel, wenn als meine Kleine mich vor der Restaurant-Toilette, gut hörbar für alle Gäste anschrie: „Du blöde Kuh!“ Oder als sie sich im Drogerie-Markt auf den Boden legte und es sich, daumenlutschend, so richtig gemütlich dabei machte… In einem selbst tobt das Gefühlschaos und der Stresslevel steigt ins Unermessliche. Was einem dann noch fehlt, sind die Blicke anderer. Am liebsten möchte man schreien: „Gucken Sie nicht so, ich tue doch grad mein Bestes! Und gucken Sie mein Kind nicht so abfällig an, die restliche Zeit ist es absolut großartig!“ Stattdessen lächle ich. So gut es eben geht. Fühlt sich manchmal aber eben eher an wie Zähnefletschen.

Komm, lass es raus, Baby! Foto: Bigstock

6. Es bedeutet, dass die Mahlzeiten nie so sind, wie man es sich erträumt hat

Was habe ich von gemeinsamen Abendessen geträumt, bei denen wir drei uns gepflegt über den Tag unterhalten (wie so ne Werbefamilie!). Leckere Mittagessen zu dritt, bei denen wir drei fröhlich gesunde und superleckere Sachen verputzen. Träume sind eben manchmal Schäume, ne? Meine Tochter pickt in jedem Essen rum und mag es garantiert nicht besonders. Ist sie fertig mit dem Stochern, rennt sie aus der Küche, um irgendein Spielzeug zu holen. Und dann nochmal, um aufs Klo zu gehen. Und dann nochmal, um zu tanzen… Aarrrgh! Ich könnte durchdrehen!

7. Es bedeutet, der Realität ins Auge zu blicken

Ein willensstarkes Kind bleibt ein willensstarkes Kind. Auch mit 10 Jahren. Auch als Teenager. Es gibt gute und schlechte Tage und Phasen, aber es ist eher unwahrscheinlich, dass ein kleiner Dickkopf eines Morgens aufwacht und dem Leben totaaaal entspannt und entgegenkommend entgegenblickt.

8. Es bedeutet, am Ende des Tages total erschöpft zu sein

„Ich wiiiilllll aber den ANDEREN pinken Rock anziehen!“ „Noch eine Folge Peppa gucken!!!! Mamaaa, eeeeeine!“ „Ich will aber selber Zähne putzen!“ 1001 kleine Kämpfe, und mögen sie noch so nichtig sein, ermüden einen einfach. Wenn meine Kleine Abend schließlich engelsgleich einschläft, bin ich kaputt. Und falle nur noch aufs Sofa… um da eine halbe Stunde später auch einzunicken.

Sie sieht aus, als könne sie kein Wässerchen trüben. Foto: Bigstock

9. Aber am allermeisten bedeutet es, mit Haut und Haaren zu lieben

Wenn ich abends neben dem Bett meiner Tochter liege, mich ganz dicht an sie kuschle und wir uns sagen, wie lieb wir uns haben – dann bin ich glücklich. Ja, kaputt, aber doch unendlich glücklich. Ich liebe sie so sehr und auch, wenn wir uns täglich aneinander reiben, so passend wir doch perfekt zusammen. Ich wachse an der Aufgabe, sie zu erziehen und lerne jeden Tag dazu. Es ist so ein großes Glück, dass ich ihre Mama sein darf.

Denn ja, so ein kleiner Dickkopf fordert manchmal fast übermenschliche Geduld von einem, bringt einen in verzwickte Situationen und läuft garantiert in einer Familie nicht so „nebenbei mit“. Aber er hat eben auch ganz viel Charakter und Herz.

Echte Mamas

Echte Mamas. Wir sind echt und ehrlich.

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