Knete selber machen: ganz einfach & ohne Chemie!

Formen, in die Länge ziehen, rollen – Kinder lieben Knete. Die meisten haben sie sogar „zum Fressen gern“. Doch in die Mund sollte die Masse lieber nicht. Zu viel Chemie zeigen Test Ergebnisse! Unsere Erfahrung: Knete selber machen mit Hausmitteln ist gar nicht so aufwendig, wie wir gedacht hatten. Hier kommt das einfachste Rezept für weiche Kinderknete – und alle Antworten zum Thema Herstellung und Haltbarkeit.

1. Das Wichtigste zusammengefasst

  • Kinderknete aus dem Handel ist teilweise gesundheitlich bedenklich.
  • Auch im Internet tummeln sich Rezepte, die nicht für Kinder geeignet sind.
  • Mit unserer einfachen Anleitung kannst du ungiftige Knete im Handumdrehen selber machen.
  • Wichtig: Nur Lebensmittel gehören auf die Zutatenliste.
  • Auf Inhaltsstoffe wie Alaun unbedingt verzichten.

2. Einfaches Rezept mit Hausmitteln: Knete selber machen ohne Alaun

Mit Knete spielen geht eigentlich immer, oder? Unsere Kinder lieben es einfach, mit der quietschbunten Masse zu basteln … und sie sich mindestens einmal auch in den Mund zu stecken. Schließlich muss man ja testen, ob so etwas Cooles auch noch gut schmeckt, oder?

Nun, wir wissen – tut es nicht. Zudem steckt in gekaufter Spielknete eine Menge Chemie, die laut Ökotest zum Teil gesundheitlich recht bedenklich ist. Wurgs. Da stellt sich schnell die Fragen: Kann man Knete nicht irgendwie selber machen – und zwar ohne Alaun?

Klaro, kann man! Und zwar super gut! Wir haben es ausprobiert.

Beste Anleitung: Knete selber machen mit Mehl

Das brauchst du:

  • 2 Tassen Mehl
  • 2 EL Öl (egal welches Pflanzenöl)
  • 1/2 Tasse Salz
  • 2 EL Weinstein (im Supermarkt im Back-Regal oder bei den Gewürzen)
  • 1,5 Tassen kochendes Wasser
  • 1 Packung mit Lebensmittelfarbe nach Wunsch (gibt es ebenfalls im Backregal)

Und so einfach geht’s:

  1. Das Mehl, Salz, Weinstein und Öl in eine Schüssel geben.
  2. Dann das kochende Wasser zugeben.
    Vorsicht: Der Teig wird dadurch sehr, sehr heiß! Vor allem jetzt sollten die Kinder Abstand halten.
  3. Die Masse jetzt mit einem Löffel o.ä. verrühren und zu gleich großen Bällen kneten, sobald sie etwas abgekühlt ist.
  4. Mache in die Mitte jedes Balls ein etwas daumengroßes Loch und tröpfele die Lebensmittelfarbe hinein. Du kannst natürlich bunt mischen.
  5. Knete die einzelnen Bälle, bis die Farbe gleichmäßig verteilt ist. Zugegeben, das ist eine kleine Sauerei! Du kannst dabei Handschuhe tragen und ein Brettchen als Unterlage verwenden, damit es keine Flecken gibt.

Und tatsächlich, tadaaa, fertig ist die Knetmasse!

Knete selber machen, die nicht austrocknet: Das ist der Trick

Wenn du – wie in unserer Anleitung angegeben – kochendes Wasser statt kaltes verwendet, bleibt der Knetteig schön weich und trocknet nicht aus.

Knete selber machen – so lange ist das DIY-Produkt haltbar

Am besten verstaust du die Kinderknete nach dem Spielen luftdicht in eine Box. So bleibt sie etwa eine Woche haltbar.

Video Anleitung: Knete selber machen auf YouTube

Dieses Rezept ähnelt unserem – und ist schön einfach und vor allem: ungiftig!

3. Kinderknete: Das solltest du bei der Herstellung beachten

Auf Cleankids warnt Prof. Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK), dass im Internet viele Rezepte zum Knete selber machen kursieren, die die Zugabe von Alaun (Kaliumaluminiumsulfat) benötigen.

„Alaun ist eine Chemikalie und hat in Kinderspielzeug nichts zu suchen. Wer Knetmassen selbst herstellen will, sollte sich auf Lebensmittel als Zutaten beschränken.“

Alaun wirkt schwach desinfizierend und soll die Knetmasse so vor Mikroorganismen schützen. Allerdings wirkt es auch zusammenziehend auf die Schleimhäute und die Haut.

Eine Vergiftung mit Alaun kann sich unter anderem durch Brennen im Mund, Übelkeit, Erbrechen oder Schluckstörungen zeigen. Achtung: Besondere Vorsicht ist geboten bei Kindern mit Hauterkrankungen! Nach jedem Kontakt mit alaunhaltiger Knetmasse sollten sich die Hände gründlich gewaschen werden.

Übrigens gehört auch Shampoo nicht in Knetmasse für Kleinkinder!

Und was ist mit Zitronensäure?

Zitronensäure wird häufig industriell hergestellt und ist deshalb weitaus weniger gesund, als die Verpackungsbilder mit sonnengelben Zitrusfrüchten vermuten lassen. Dennoch ist der Stoff in vielen Lebensmitteln enthalten. In kleinen Dosen ist das gesundheitlich unbedenklich. Allerdings greift die Säure den Zahnschmelz an, so die Vereine für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB).

Wir haben uns deshalb gegen ein Rezept für selbst gemachte Knete mit Zitronensäure entschieden. Auch wenn unser Knetrezept aufgrund des hohen Salzgehalts natürlich nicht zum Essen einlädt, denken wir: Salz schmeckt weniger gut als Zitrone!

4. Knete für Kinder selber machen – die vier Vorteile

  1. Ganz klar: Diese Spielknete kann dein Kind in den Mund nehmen. Okay, sie enthält ganz schön viel Salz … aber eben nur Lebensmittel. Und keine bedenklichen chemischen Zusätze.
  2. Die meisten Zutaten hat man sowieso im Haus. Du brauchst keine komplizierten Zutaten in Fachgeschäften kaufen.
  3. Die selbstgemachte Knetmasse ist viel weicher und leichter zu formen als gekaufte Sorten. Das ist vor allem für die Kleinsten toll!
  4. Du stellst mit unserem Rezept zum Knete selber machen für wenig Geld viel Masse her – sparst also im Gegensatz zur herkömmlichen Knete bares Geld. Besonders toll ist das, weil Knete ja häufig nach wenigen Tagen durchweg „braunmeliert“ ist – ganz egal, welche Farbe sie vorher hatte. Es tut also nicht so weh im Portemonnaie, wenn man die leberwurstfarbene Masse öfter mal entsorgt und stattdessen wieder für frische Farben auf dem Spieltisch sorgt.

 

Wir wünschen dir viel Spaß mit unserer Anleitung! Und schick uns doch gerne mal ein Foto davon, was dein Kind so alles daraus geformt hat!

Hast du auch schon Knete selber gemacht? Wie sind deine Erfahrungen? Wir freuen uns über deinen Kommentar!

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Tamara Müller

Als süddeutsche Frohnatur liebe ich die Wärme, die Berge und Hamburg! Letzteres brachte mich vor fünf Jahren dazu, die Sonne im Herzen zu speichern und den Weg in Richtung kühleren Norden einzuschlagen. Ich liebe die kleinen Dinge im Leben und das Reisen. Und auch wenn ich selbst noch keine Kinder habe, verbringe ich liebend gerne Zeit mit ihnen.

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