Kita-Eingewöhnung: 14 Tipps, die es deinem Kind leichter machen

Wenn die Elternzeit vorbei ist und das Kind in die Kita kommt, ist das für alle Beteiligten nicht einfach. Ich erinnere mich noch gut daran, wie mir schwer ums Herz wurde, als ich wieder zur Arbeit gegangen bin, und mein Mann mit unserer Kleinen in die Kita. Die erste Zeit sorgt häufig für Stress, und zwar nicht nur bei unseren Kindern, sondern auch bei uns Mamas. Damit die Kita-Eingewöhnung für alle Seiten entspannter wird, haben wir 13 Tipps für dich zusammengestellt.

Kita-Eingewöhnung – zwei Kinder, zwei Mal komplett verschieden

Als ich mit meiner ersten Tochter schwanger war, haben mein Mann und ich besprochen, wie wir Elternzeit und Kita-Eingewöhnung organisieren. Schnell war klar: Ich bleibe ein Jahr zuhause, mein Mann in den zwei Monaten danach – und kümmert sich damit auch um die Eingewöhnung in der Krippe. Trotzdem habe ich mir viele Gedanken gemacht. Was ist, wenn meine Tochter weint? Wenn sie sich in der Kita nicht wohlfühlt? Wenn sie nicht dortbleiben möchte? Wenn sie Mama vermisst? Und so weiter. Aber: Alle meine Sorgen waren umsonst. Nach einem kurzen Weinen in den ersten Trennungsphasen hat sie dem Papa morgens „Tschüß“ gesagt und ist in ihre Gruppe gelaufen, ohne sich noch mal umzudrehen. Und auch jetzt, mit ihren 4 Jahren, geht sie immer noch gern in die Kita.

Das sah bei Kind Nummer zwei dann leider komplett anders aus. Mein Mann und ich haben besprochen, dass wir Elternzeit und Kita-Eingewöhnung wieder genauso aufteilen. Unser Sohn konnte sich mit knapp einem Jahr allerdings so gar nicht mit der Kita anfreunden. Das hätte ich nicht erwartet, denn er war ja immer mit, wenn ich die große Schwester hingebracht und abgeholt habe, und kannte die Kita eigentlich schon. Aber als ich die Erzieherin darauf angesprochen habe, meinte sie, dass Jungs sich mit solchen Dingen generell häufig schwerer tun als Mädchen. Und genauso war es: So lange Papa noch dabei war, war alles gut. Aber in den Trennungsphasen hat er jedes Mal sehr viel geweint. Dazu kam, dass er nach der ersten Woche direkt krank war, und die Eingewöhnung im Prinzip noch mal von vorn beginnen musste.

Kita-Eingewöhnung – 14 Tipps, die wirklich helfen

Unser Beispiel zeigt: Jedes Kind ist verschieden. Deshalb gibt es auch nicht das eine Patentrezept für die Kita-Eingewöhnung – aber diese Tipps können es allen leichter machen:

Tipp 1: Gewöhne dein Kind frühzeitig an andere Personen

Wenn die Kita startet, ist das für alle eine große Veränderung. Besonders dein Kind muss damit klarkommen, dass Mama plötzlich nicht mehr immer da ist. Und oft versteht es noch nicht, warum das so ist. Dazu kommen eine völlig neue Umgebung und viele fremde Menschen. Für die Kita-Eingewöhnung ist deshalb einer der ersten Tipps, dein Kind schon frühzeitig an andere Personen zu gewöhnen. Wenn zum Beispiel die Oma ab und zu aufpasst, wenn Mama kurz einkaufen geht, kennt es die Situation schon – und weiß, dass Du immer wiederkommst.

Tipp 2: Nehmt euch Zeit für die Kita-Eingewöhnung

Wir dürfen immer nicht vergessen, dass für unser Kind wirklich alles neu ist, wenn es in die Kita kommt. Die Umgebung, die Erzieher, das Spielzeug, die anderen Kinder. Kein Wunder, dass so ein Zwerg da erst mal verunsichert ist und Angst hat. Deshalb ist es so wichtig, sich für die Kita-Eingewöhnung Zeit zu nehmen. Damit die Kinder in ihrem Tempo ankommen können. Die Freie Universität Berlin hat in einem Forschungsprojekt sogar nachgewiesen, dass Kinder, die ohne Eingewöhnung eine Kita besuchen, bis zu viermal häufiger krank sind.

In der ersten Zeit der Eingewöhnung gibt unsere Anwesenheit dem Kind Sicherheit. Und wenn die ersten Trennungsphasen anstehen, lernt es, dass Mama oder Papa es nicht zurücklassen, sondern immer wiederkommen. Wenn es sich darauf verlassen kann, stärkt das nicht nur das Vertrauen, sondern auch die sichere Bindung. Sie ist ein psychischer Schutz für unsere Kinder und extrem wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung. Kinder, die eine sichere Bindung zu ihren Eltern haben, sind belastungsfähiger, lernbereiter, können leichter Kontakte aufbauen und Konflikte austragen.

Kind weint aug Mamas Arm

Bei der Eingewöhnung in der Kita gibt es häufig Tränen. Foto: Bigstock

Tipp 3: Wenn die Kita-Eingewöhnung länger dauert – stresst euch nicht

Gib deinem Kind auf jeden Fall die Zeit, die es braucht. Auch wenn die Eingewöhnung vielleicht länger dauert als geplant. Zeitdruck macht nervös, und das spürt auch dein Kind. Unsere Kita hatte uns zum Beispiel empfohlen, von Anfang an sechs statt der üblichen vier Wochen einzuplanen. Und das war gut so, denn unser Sohn hat diese Zeit gebraucht. Natürlich verursacht es Stress, wenn man im Hinterkopf hat, dass man direkt im Anschluss wieder arbeiten muss. Aber vielleicht könnt ihr von vornherein einen kleinen Puffer einplanen.

Tipp 4: Lass den Papa die Kita-Eingewöhnung übernehmen

Bei der Kita-Eingewöhnung unserer beiden war das einer der besten Tipps: Wenn du die Hauptbezugsperson für dein Kind bist, kann es helfen, wenn der Papa die Kita-Eingewöhnung übernimmt. Deinem Kind fällt die Trennung vom Papa dann oft leichter als die von dir. Und häufig sind Väter auch entspannter als wir Mamas, wenn es darum geht, das Kind in der Kita abzugeben.

Tipp 5: Gehe positiv an die Eingewöhnung heran

Auch wenn du dir vielleicht Gedanken machst, ob alles funktioniert, und wie die Kita-Eingewöhnung für dein Kind sein wird: Gehe positiv an das Thema heran. Kinder spüren es, wenn Mama ängstlich ist, und deine Unsicherheit überträgt sich auf dein Kind.

Tipp 6: Die Begleitperson sollte während der Eingewöhnung nicht wechseln

Damit dein Kind während der Eingewöhnung nicht zusätzlich verunsichert wird, sollte die Begleitperson während der gesamten Zeit die gleiche bleiben. Das heißt, wenn du die Eingewöhnung machst, bleibst du bis zum Ende dabei, wenn der Papa sie übernimmt, sollte er das von Anfang bis Ende durchziehen.

Das gleiche gilt im übrigens für die Bezugserzieherin. Bei der Eingewöhnung unseres Sohnes war die Personalsituation in der Kita zu der Zeit leider sehr angespannt. Außerdem war die Bezugserzieherin, zu der unser Kleiner inzwischen etwas Vertrauen aufgebaut hatte, nach vier Wochen im Urlaub. Stattdessen kamen ständig wechselnde Springerkräfte zum Einsatz, die er vorher noch nie gesehen hatte. Das hat ihn natürlich extrem verunsichert, und er hat weiterhin jeden Morgen geweint.

Tipp 7: Gib deinem Kind zur Eingewöhnung etwas Vertrautes mit in die Kita

Irgendwann war die Elternzeit meines Mannes leider vorbei, und ich habe unseren Kleinen morgens zur Kita gebracht. Ihn weinend an der Tür abzugeben, hat mir jedes Mal das Herz gebrochen, und das tut es auch immer noch. Seine Erzieherin hat uns dann gefragt, ob wir ihm etwas mitgeben können, das ihn beruhigt. Sein Lieblingskuscheltier, ein Spielzeug oder ein Schnuffeltuch zum Beispiel. Ein Kuscheltier, an dem sie besonders hängen, haben meine Kinder beide nicht.

Also haben wir ihm eins meiner T-Shirts mitgegeben. So hatte er immer etwas dabei, das nach mir riecht, und ihn beruhigen konnte. Wie ich gelernt habe, nennt man das „Übergangsobjekt“. Also etwas, das dem Kind den Übergang in die neue Umgebung und die Trennung von Mama und Papa einfacher macht.

Tipp 8: Vermeide andere, große Veränderungen während der Kita-Eingewöhnung

Für dein Kind ist die Kita-Eingewöhnung eine riesige Veränderung, deshalb ist einer der wichtigsten Tipps, andere Veränderungen möglichst zu vermeiden. Wenn ihr zum Beispiel einen Umzug plant versucht möglichst, ihn entweder deutlich vor oder deutlich nach die Eingewöhnung zu legen.

Tipp 9: Bringe dein Kind bis zur Tür – immer

Egal, in welchem Stadium der Kita-Eingewöhnung: Du solltest dein Kind auf jeden Fall immer in den Raum begleiten oder zumindest bis zur Tür. Das sorgt für ein festes Ritual und gibt deinem Schatz die Sicherheit, dass er nicht allein in die neue Umgebung gehen muss.

Kita-Eingewöhnung: Kind spielt

Wenn Dein Kind sich schnell trösten lässt und spielt, sind Tränen während der Kita-Eingewöhnung nicht schlimm.
Foto: Bigstock

Tipp 10: Sorge für einen kurzen, klaren Abschied

Während der Kita-Eingewöhnung gehört es auch zu den wichtigen Tipps, dass du dich kurz, aber deutlich von deinem Kind verabschiedest. So weiß dein Kind, dass Mama jetzt geht, und kann sich darauf einstellen. Sich heimlich davon zu schleichen, damit dein Schatz es nicht mitbekommt, sorgt nur für Unsicherheit und Ängste, wenn dein Kind plötzlich merkt, dass Mama nicht mehr da ist.

Tipp 11: Sage deinem Kind, wann du wieder da bist

Wenn du dein Kind morgens abgibst, sage ihm am besten auch gleich, wann du es wieder abholst. Falls es die Uhrzeiten noch nicht versteht, kannst du zum Beispiel sagen „nach dem Mittagessen“, „nach dem Schlafen“, „nach der Obstzeit“ usw. Dein Kind hat dann die Sicherheit, dass Mama wiederkommt, und kann sich auch vorstellen, wann das ungefähr sein wird.

Tipp 12: Dein Kind weint beim Abschied? Atme tief durch – und geh

Tränen beim Abschied sind nicht immer schlimm: Sie zeigen ein gutes Bindungsverhalten. Wichtig ist, dass das Kind sich schnell beruhigt, sich von der Erzieherin trösten lässt und dann spielt. Wenn du den Abschied zu lange hinauszögerst, macht es das nur schwieriger für euch beide. Allerdings ist auch hier jedes Kind anders. Meinen beiden hat es zum Beispiel geholfen, nach dem ersten Abschied noch einmal kurz mit Mama zu kuscheln, bevor ich dann wirklich gegangen bin.

Übrigens kann es auch nach der Eingewöhnung sein, dass ein Kind morgens weint, wenn es in der Kita abgegeben wird. Das muss aber nicht heißen, dass es sich dort nicht wohlfühlt. Wenn das Kind sich schnell beruhigt, sich ablenken lässt und spielt, können die Tränen ebenfalls ein Zeichen für ein gutes Bindungsverhalten sein. So war bzw. ist es bei meinem Sohn auch. Die Erzieherin versichert mir immer wieder, dass er sich nach wenigen Minuten beruhigt. Am Anfang hat sie mich zwischendurch auch ein paar Mal angerufen, um mir zu sagen, dass alles gut ist. Und wenn ich denn kleinen Mann nachmittags abhole, ist er meistens ins Spielen vertieft und möchte sich eigentlich gar nicht trennen.

Tipp 13: Regelmäßigkeit ist wichtig – auch nach der Kita-Eingewöhnung

Wenn die Eingewöhnung geschafft ist, sollte dein Kind möglichst eine ganze Weile regelmäßig zur Kita gehen. Also am besten plant ihr euren nächsten Urlaub so, dass er zeitlich einen größeren Abstand zur Eingewöhnung hat. Sonst wird dein Schatz direkt wieder aus der gerade etwas vertrauten Umgebung herausgerissen und hat es nach der Pause schwer, sich wieder einzufinden.

Tipp 14: Liebe Mama – bitte entspann dich!

Und der wichtigste Tipp zum Schluss: Versuche, dich zu entspannen. Ich weiß, das sagt sich so leicht, denn wir Mamas machen uns doch eigentlich immer und über alles Gedanken, oder? Das ist auch völlig in Ordnung, schließlich wollen wir, dass es unseren Kindern gut geht. Aber gerade deshalb sollten wir versuchen, entspannt an das Thema Kita-Eingewöhnung heranzugehen. Damit unsere Kleinen wissen, dass alles gut ist und sie sich keine Sorgen machen müssen – auch wenn Mama mal nicht da ist.

Wir drücken deinem Schatz und die dir Daumen für eine entspannte Kita-Eingewöhnung und hoffen, dass unsere Tipps dabei helfen.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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Kommentare

  1. Hallo Wiebke, danke für deine Tipps zur Eingewöhnung in den Kindergarten! Mein kleiner ist nächstes Jahr endlich soweit und wir wollen uns und ihn mental schon mal darauf vorbereiten, dass wir dann nicht mehr 24/7 bei ihm sind. Besonders Tipp 12 muss ich mir zu Herzen nehmen, ich kann den Kurzen einfach nicht weinen sehen. Durch eine Freundin weiß ich aber, dass es wirklich besser ist, dann tief durchzuatmen und zu gehen.

  2. Die Eingewöhnung in die Kita scheint wirklich nicht so leicht zu sein. Einige meiner Freundinnen haben bereits Kinder, die in die Kindertagesstätte gehen und haben mir von tränenreichen Abschieden erzählt. Was tatsächlich auch meine Freundinnen berichtet haben ist, dass der Trick mit dem „Übergangsobjekt“ den Abschied erleichtert. Wobei es im Falle meiner Freundinnen meist Kuscheltiere waren und keine T-shirts der Eltern. Die beruhigende Wirkung ist aber die gleiche.

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