„Ich bereue, dass ich Mutter geworden bin“

Seit ich ein kleines Mädchen war, stand für mich fest: Irgendwann werde ich auch Mama. Natürlich habe ich noch nicht genauer darüber nachgedacht, aber irgendwie war das doch klar: Mädchen bzw. Frauen werden irgendwann zu Mamas. Später gab es eine Zeit, in der ich mich gefragt habe, ob ich das wirklich möchte, Kinder bekommen. Letztendlich sind es zwei geworden, und ich bin sehr froh, dass ich mich so entschieden habe.

Allerdings ist das nicht bei jeder Frau der Fall. Einige bekommen Kinder und bereuen es später. So wie Alina (richtiger Name ist uns bekannt) aus unserer Community. Sie hat zwei kleine Kinder und würde die Zeit gern zurückdrehen. Denn tief in ihrem Herzen bereut sie, dass sie Mutter geworden ist. Uns hat sie ihre Geschichte erzählt:

„Ich habe zwei Kinder, einen Jungen und ein Mädchen

Um eines direkt klarzustellen: Ich liebe meine Kinder. Sie sind wild, frech und wirklich wunderbar. Und trotzdem wünschte ich, ich hätte sie nie bekommen. Ich weiß, ihr denkt jetzt, ich bin ,furchtbar`, ,egoistisch`, oder ,undankbar´. Und genau diese Gedanken sind der Grund dafür, dass ich es mir lange Zeit selbst nicht eingestehen konnte und wollte. Dieser Zwiespalt zwischen der Liebe zu meinen Kindern und dem Wunsch, sie nie bekommen zu haben, bricht mir auch heute noch regelmäßig das Herz.

Seit ich denken kann, wurde mir beigebracht, dass ich irgendwann Mutter sein möchte

Ich habe es selbst geglaubt und alle leisen Zweifel beiseite geschoben. Und jetzt sitze ich hier und fühle mich schlecht. Ich fühle mich schlecht, weil ich Kinder habe, die ich rückblickend lieber nicht bekommen hätte. Und gleichzeitig habe ich ein unglaublich schlechtes Gewissen meinen Kindern gegenüber. Es hat sehr, sehr lange gedauert, bis ich selbst meine Gefühle akzeptieren konnte. Aber sie sind nun einmal da.

Ich habe sehr jung geheiratet und bin sehr jung Mutter geworden. Als die anderen um mich herum mit Anfang 20 feiern gegangen sind und ihr Leben genossen haben, war ich schwanger. Ich bin noch nie im Ausland gewesen. Ich habe meinen Abschluss erst mit über 30 nachgeholt.

Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht aus dem Fenster schaue und über das ‚Was wäre gewesen, wenn…‘ nachdenke

Ich habe mich viel mit dem Thema Sterilisation beschäftigt, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Dabei ist mir aufgefallen, dass Frauen oft erzählt wird, sie würden es einiges Tages bereuen, wenn sie keine Kinder bekämen. Frauen ohne Kinderwunsch werden häufig als egoistisch bezeichnet, oft steht sogar die Vermutung im Raum, dass sie unfruchtbar sind.

Wenn eine Frau nicht heiratet und keine Kinder bekommt, taucht früher oder später die Frage auf, was mit ihr nicht stimmt. Findet sie keinen Mann, der es mit ihr aushält? Kann die Arme vielleicht gar keine Kinder bekommen? Tickt nicht bei der Frau die biologische Uhr irgendwann?

Was soll der Quatsch?!

Nicht für jede Frau sind Kinder die Erfüllung

Auch bei meiner Frauenärztin wollte ich mich zum Thema Sterilisation informieren. Und was macht sie? Anstatt mich sachlich darüber aufzuklären, versucht sie, mich davon abzubringen. Sie zählt mir gefühlte 78 andere Verhütungsmethoden auf, die meine Fruchtbarkeit nicht beeinflussen. Und dann – wie sollte es anders sein – erklärt sie mir, dass ich es bestimmt irgendwann bereue, wenn ich keine Kinder bekomme.

Aber wisst ihr, was einem niemand erzählt?

Dass man es auch bereuen kann, WENN man Kinder bekommt. Weil sie einen körperlich, emotional und finanziell wirklich an die Grenzen bringen können. Mit Kindern ist es unglaublich schwer, Geld zu sparen, in den Urlaub zu fahren, Sex mit dem Partner zu haben – und sogar das Einkaufen im Supermarkt wird zur Herausforderung.

Dazu kommt in meinem Fall, dass meine Kinder besondere Bedürfnisse haben, zumindest eines von ihnen. Mein Sohn leidet an ADHS. Meinem Mann geht es leider auch nicht gut, er kämpft mit Depressionen und Panikattacken. Meine Tochter ist ,gesund`, leidet aber natürlich unter den Erkrankungen der anderen.

Ich kann mich nicht daran erinnern, wann wir das letzte Mal in Ruhe einkaufen waren, ohne dass es ein großes Geschrei und jede Menge Tränen gab. Und das ist auf Dauer wirklich anstrengend.

Mein Mann und ich waren seit Ewigkeiten nicht mehr im Kino oder Essen

Wir sind keinen Kaffee trinken gegangen und auch nicht über unsere heißgeliebten Flohmärkte geschlendert. Unser letztes richtiges ,Date` ist tatsächlich inzwischen über 7 Jahre her.

Auf der anderen Seite habe ich unzählige Stunden damit verbracht, am Telefon mit Erziehern und Lehrern meiner Kinder zu sprechen. Und zwar darüber, wie die beiden sich in der Kita bzw. Schule benehmen. Mindestens genauso viele Stunden habe ich bei Ärzten und in der Notaufnahme verbracht, weil es einem von beiden schlecht ging oder die Medikamente meines Sohnes neu eingestellt werden mussten.

Während andere Frauen im Muttersein komplett aufgehen, gehe ich darin unter

Und während ich das hier schreibe, schäme ich mich zutiefst für dieses Gefühl.

,Das ist nur eine Phase`, ,Du braucht mehr Geduld`, ,Sie brauchen nur viel Liebe und Nähe`, ,Es wird besser, wenn sie älter sind` – ich kann es einfach nicht mehr hören.

Noch einmal in aller Deutlichkeit: Ja, ich liebe meine Kinder, sehr sogar. Denn ich bin ihre Mutter und habe sie zur Welt gebracht. Aber wenn ich jetzt die Möglichkeit hätte, die Zeit zurückzudrehen, würde ich sie nicht bekommen.

Und an alle Mütter, denen es ähnlich geht:

Es ist in Ordnung, es zu bereuen, dass ihr Kinder bekommen habt

Niemand hat uns gesagt, dass wir es bereuen könnten. Die Gesellschaft erwartet von uns Frauen, dass wir aufopferungsvoll sind, selbstlos und mütterlich. Wir dürfen nicht einmal an uns selbst denken, immer kommen die Kinder zuerst – und natürlich der Partner.

Es ist dringend an der Zeit, diese Erwartungshaltung zu ändern! Frauen sollten wissen, dass sie auch ohne Kinder glücklich sein können. Partner, Freunde, Karriere, Hobbys, all das kann wirklich erfüllend sein. Und ihr könnt ein glückliches Leben führen – auch wenn ihr euch keine Kinder wünscht.

Kinder sind nicht das einzige große Ziel im Leben einer Frau und auch nicht ihre einzige Erfüllung

Wir können genauso glücklich sein, ohne Mutter zu werden. Also bitte, hört auf, uns das ständig und von allen Seiten einzureden.“

Vielen Dank, liebe Alina, für deine ehrlichen Worte.

Wie denkt ihr darüber: Könnt ihr die Gedanken nachvollziehen, oder geht ihr voll und ganz im Muttersein auf? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren oder diskutiert mit anderen Müttern in unserer Facebook-Gruppe „Wir sind Echte Mamas

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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Kommentare

  1. Hallo Alina,
    Ich kann dich sehr gut verstehen! Danke für deine mutigen Worte!
    Ich habe nur ein Kind, da ich recht früh gemerkt habe, dass das alleine schon eine fast unschaffbare Aufgabe für meinen Partner und mich ist. Vielleicht sind wir zu spät Eltern (kurz vor 40) geworden… 🤷‍♀️ Wir kämpfen jedenfalls sehr damit unsere Freiheiten alle aufgeben/stark einschränken zu müssen. Elternsein nervt!
    Wir bekommen das alles sehr gut hin, kämpfen aber sehr mit den Schattenseiten.
    Ich sage jedem Paar, das überlegt Eltern zu werden sehr klar was das bedeutet und dass sie sich das gut überlegen sollten!
    Trotzdem liebe ich natürlich mein Kind und möchte es nicht missen.
    So viel von mir…
    liebe Grüße

  2. Hört doch auf euch auf Andere Worte zu konzentrieren und lernt auf euer Herz zu hören. Ja es gibt Menschen die ohne Kinder glücklich sind. Viele Alte Leute, ( selbst diese, die bewusst keine zeugten) kann man im Altersheim interviewen, und sie scheinen nicht glücklich zu sein allein dazu hocken.
    Glück kann man nicht suchen oder haben. Glücklich sein ist eine Einstellung die kommt innen und diese muss man Leben

  3. Liebe Alina,

    Puhhh aufatmen…
    Dankeschön für Deinen super ehrlich und offenen Bericht. Ich bin 36Jahre alt, von Beruf auch noch Erzieherin und Alleinerziehende Mama von zwei Söhnen (6 und 9).
    In meinem früheren Lebensplan gehörte Kinder bekommen nicht zu den Dingen, die mein Leben erfüllen sollten. Letztendlich kam ein neuer Partner und die Kinder kamen zu einer Zeit als Rettung einer scheinbar ausweglosen Situation. Ich bin nun seit 5 Jahren Alleinerziehend und bekomme noch Gegenwind von dem Vater der Kinder, wenn ich wichtige Entscheidungen zu treffen habe. Es ist so schwer für zwei Wesen, die man durchaus liebt, verantwortlich zu sein. Es fehlt einem an Allem: Schlaf,Zeit, Ruhe, Geld, Liebe…
    Ja, auch die beiden Jungs schenken einem Liebe, aber wir führen keine Gespräche auf Augenhöhe und ich kann mich nicht einfach mal gehen lassen, liegen bleiben, wenn mir danach ist, geschweige denn krank sein.
    Ich wünsche mir, das unsere Situation mehr Verständnis erfährt und es auch oder gerade einer Mutter erlaubt ist auszusteigen! Und das auch sicher nur Gefühlsmäßig…

    Liebe Grüße Anna

  4. Ich bin jung Mutter geworden, ungeplant, habe es lange Zeit verdrängt, obwohl ich tief in mit wusste, dass es so ist. Ich wollte es nicht wahr haben. Ich wusste um die Entbährungen, dass mein Leben völlig anders verlaufen würde als ich es mir wünschte. Nun ist er mittlerweile fast 10, es gibt einen Bruder dazu, und so viele Jahre später denke ich immer noch jeden Tag daran, dass es nicht das ist, wie ich mir mein Leben vorgestellt habe. Ich versuche eine gute Mutter zu sein. Unbewusst werden die beiden aber wohl merken, dass ich mich so fühle. Es ist für mich bei Weitem nicht die Erfüllung. Und trotzdem liebe ich beide. Es ist ein absolutes Tabu-Thema. Daher habe ich noch niemandem meine Gedanken mitgeteilt. Umso schöner finde ich, wenn man so einen Artikel lesen kann.

  5. Ich finde deinen Text ehrlich und gut. Ich bin eine der Frauen Anfang Vierzig ohne Kinder. Ich hatte nie einen Kinderwunsch, im Gegenteil, ich habe seit ich denken kann gesagt ich will nie Kinder. Bin aber eine tolle Patentante und Kinder lieben mich, wie ich auch sie liebe, trotzdem will ich keines. Für mich als gebürtige Serbin (bin hier aufgewachsen) war es als selbstständige Frau immer schwerer der Familie meine Art zu leben zu erklären. Ich glaube sie denken heute noch ich sei verrückt „gg“
    Hut ab vor jedem der auf sein Herz hört oder der ehrlich ist zu sich selbst.. Wie du zb
    Lg

  6. Nachtrag von mir:
    Ich wollte immer Mutter werden – eigentlich von zwei Kindern. Ich hatte das Gefühl dafür geboren zu sein… Meine Mutter war mein großes Vorbild. Sie hat mich weitestgehend allein erzogen und ich dachte mir läge das auch im Blut… 🙈 Großer Irrglaube!
    Manchmal bereue ich es auch. Aber irgendwie liebt man den Störenfried dann ja doch.
    Meistens… 😔

  7. Liebe Alina,
    Ich gehöre auch dazu, ich liebe meinen Sohn, ich habe nur ein Kind, aber auch ich habe irgendwann festgestellt, so sehr ich mir immer Kinder gewünscht habe, ich bin keine geborene Mutter. Ich mache das alles gut, mein Sohn kuschelt viel mit mir, aber wenn ich könnte würde ich die Zeit zurück drehen. Nach der Schwangerschaft folgte eine massive Wochenbettdepression, irgendwann dann die Scheidung und 4 Jahre später bin ich eigentlich immer noch nur für meinen Sohn da.

    Jeder stellt das Mutter sein immer so einfach dar, es ist angeblich das schönste Gefühl auf der Welt, leider nicht für mich 🙁

  8. Deine Gefühle sind verständlich, aber du brauchst dich nicht zu schämen. Du bist für deine Kinder da. Das ist wichtig. Und jetzt solltest du Wege finden, auf dich zu schauen, wenn du das möchtest. Babysitter etc. Und dir deine Freiheit Stück für Stück erobern 🙂

  9. Ich kann das auch nachvollziehen. Ich wollte damals keine Mutter werden. Habe es mir dann jedoch mit meinem Partner gewünscht. Fie kleine ist erst 1 Jahr.. die ersten 5 Monate war sie sehr anstrengend.. anstrengender geht es denke ich nicht.. seit dem ist es besser geworden aber mir geht es schlechter. Manchmal bereue ich es auch dass ich mich dazu entschlossen habe. Manchmal glaube ich, ich bin aus den falschen Motiven Mutter geworden. Ich liebe sie über alles.. aber ich kann jeden Tag weinen da ich es mir einfacher vorgestellt habe.

  10. Hallo Alina,
    vorweg soll gesagt sein, ich (29 Jahre) habe keine Kinder. Ich bin auch nur ‚zufällig’über deinen Artikel bei Facebook gestolpert und da er mich ansprach hab ich drauf geklickt ihn gelesen.
    Vielen Dank! Es ist dass was ich oft von Kollegen zu hören bekomme: der Wunsch kommt schon noch, ich würde es später berreuen mich so entschieden zu haben etc etc.
    NEIN! Ich möchte einfach nicht! Doch die ständigen Kommentare und Ratschläge lassen einen doch immer wieder zweifeln was die Zukunft angeht.
    Vielen Dank also dass du den Mut hattest diese Gefühle rückblickend zu bestätigen. Gut zu wissen dass es Mütter gibt die mit ihrer Entscheidung hadern und dazu stehen.

  11. Hallo
    Vielen Dank für den offenen Text!
    Ich kann diese Gefühle so nachvollziehen. Ich liebe meinen zweijährigen Sohn über alles, aber wenn ich nochmal die Wahl hätte…
    und ich finde es auch so furchtbar, dass das so ein gesellschaftliches Tabu ist.
    Es tut gut zu lesen, dass ich nicht alleine bin!
    Viel Kraft an Alle,
    Verena

  12. Hallo ihr lieben.
    Ich bin auch mit 21 Jahren ungewollt schwanger geworden und hab mich aber bewusst gegen eine Abtreibung entschieden. Ich sage immer mein Sohn ist geneu zur richtigen Zeit gekommen. Von Anfang an war ich alleinerziehend und habe dann knapp 3 Jahre später meinen jetzigen Partner kennen gelernt mit dem ich dann noch meine Tochter bekommen habe. Ich gehöre sicher nicht zu den Übermamis und auch ich denke mir hin und wieder was wäre wenn ich nicht Mutter geworden wäre. Ich denke mir das es eher an dem Rollenbild liegt das wir als Frauen in der Gesellschaft noch immer inne haben. Die brave Hausfrau die zu Hause Heim und Jinder hütet. Heutzutage ist es ein enormer Spagat den wir Frauen hinlegen müssen. Arbeit, Haushalt, Kinder und dann trotzdem noch super ausschauen müssen für den Partner. Ich hasse es in der Früh aufstehen und meine Kinder für die Schule und Kindergarten fertig machen, Jause herrichten und versuchen trotzdem pünktlich aus dem Haus kommen. Meine Kinder sind ein Teil von mir aber ich freue mich jz schon drauf wenn die Kids größer sind und ich dadurch wieder mehr Freiheiten Gewinne. Mein Sohn ist jz 11 Jahre und meine Tochter wird bald 6. Selbst wenn ich die Zeit zurück drehen könnte würde ich wieder Mama werden aber sicher mit einer anderen Voraussetzungen.

  13. Liebe Alina,
    ich bin hier bei Facebook zufällig auf deine Geschichte gestoßen. Zuerst möchte ich dir sagen das ich dich unglaublich bewundere das du den Mut hast in der heutigen Zeit deine Geschichte zu erzählen. Denn Mobbing auch im Internet scheint heute normal zu sein. Jeder der gegen den Strom schwimmt wird zu Unrecht verurteilt… das regt mich an der Gesellschaft echt auf. Sobald man nicht der „Norm“ entspricht und andere Ansichten oder Lebenseinstellungen hat wir man beschimpft oder Schlimmeres. Nun zurück zu deiner Geschichte.
    Ich kann deine Gefühle und Gedanken sehr gut nachvollziehen. Bei mir ist es etwas anders,aber auch ich wünschte ich könnte die Zeit zurück drehen. Ich habe auch mit Anfang 20 geheiratet war da schon schwanger. Die psychische und physische Gewalt von meinem Ex Mann fing schon in der Schwangerschaft an. Ich habe ihm immer wieder verziehen egal was er gemacht hat. Ich hatte einfach nicht den Mut und die Kraft mich zu trennen. Stattdessen habe ich jahrelang alles in mich reingefressen. Und nahm mir wenn es völlig eskalierte ein oder zwei Tage Auszeit und fuhr mit meinem Baby zu meinen Eltern. Auch meine Eltern und der Rest meiner Familie wussten damals nicht welche Hölle ich durchmachte. Ich habe immer andere Vorwände benutzt wie z.b. ich wollte nur mal ein paar schöne Tage mit euch verbringen. Doch in Wirklichkeit flüchtete ich ja vor meinen eigenen Ehemann. Ich hatte so eine Angst mich zu trennen einmal hatte ich vor meinem Mann Angst was er machen würde wenn ich mich trenne. Und dann hatte ich auch Angst wie meine Familie reagieren würde. Als gab ich mich meinem Schicksal hin und funktionierte einfach.
    Irgendwann flüchtete ich mich in eine kurze Affäre. Es waren auf beiden Seiten keine Gefühle im Spiel es war einfach nur SEX. Ich wollte einfach wieder das Gefühl haben eine Frau zu sein begehrenswert zu sein. Viele denken vielleicht wie kann sie nur. Ich weiss das es nicht ok ist seinen Partner zu betrügen und sowas würde ich normalerweise auch nie machen und das habe ich vorher und auch nach der Trennung von meinem Mann nie gemacht aber zu der Zeit hatte ich einfach das Gefühl diesen Kick zu brauchen. Und es hat mir gut getan. Irgendwie brach der Kontakt zu der Affäre dann aber ab. Als meine Tochter 4 war lernte ich zufällig auf einem Open Air fest jemanden kennen wir kamen ins Gespräch und hielten den Kontakt über FB.
    Wir schrieben einige Tage hin und her. Ich habe mir damals nichts dabei gedacht es war eine rein platonische Freundschaft. Aber er gab mir das Gefühl mich fallen lassen zu können und endlich hatte ich eine neutrale Person die meinen Mann nicht kannte und ich daher das Gefühl hatte ich kann offen reden. Das tat ich auch und was soll ich sagen. Er gab mir die Kraft und den halt und vor allem den Mut mich endlich von meinem gewalttätigen Mann zu trennen. Schließlich wurde aus der Freundschaft Liebe. Und auch wenn ich emotional noch sehr unter der Vergangenheit leide und es immer noch schwer ist den Umgang mit dem Ex und meinem Kind zu schaffen und mein ex immer wieder versucht mir das Leben zur Hölle zumachen bin ich doch glücklich in meiner neuen Beziehung. Ich bereue nicht mein Kind bekommen zu haben nicht direkt jedenfalls. Aber ich bereue es mein Kind mit dem falschen Mann bekommen zu haben. Von daher würde ich mein Kind lieber mit meinem neuen Partner haben. Aber es ist nun mal wie es ist. Aber in einem gebe ich dir liebe Alina recht. Und zwar schenken Kinder einen extrem ein. Wie du schon sagst sei es in der Partnerschaft (sex) oder einfach nur ein Date Abend nicht zu vergessen auch der finanzielle Hintergrund. Kinder kosten einen Haufen Geld und wenn man so wie ich keine Unterstützung in der Betreuung hat,weil der Partner schwer krank ist wie in meinem Fall,und die Großeltern noch berufstätig sind. Dann kann man als Frau auch nicht viel Arbeiten mit Kind. Also wenig Gehalt und das was man verdient geht dann fast komplett für das Kind und seine Bedürfnisse drauf. Auch ich war noch nie im Ausland dieses Frühjahr wollten mein Freund und ich endlich mal für zwei Wochen in den Urlaub fliegen nur wir zwei… und dann kam Corona…. ohne Worte ich brauche eine Auszeit…. vom Leben und meinem Kind!

  14. Ich glaube das absolut, dass manche Frauen nicht fürs Muttersein geschaffen sind. Manchmal passiert solchen Frauen ein „Unfall“ und sie werden unerwartet schwanger. Und manche anderen stellen es sich zu leicht vor und sind dann plötzlich alleinerziehend oder haben ein behindertes Kind, das besondere Aufmerksamkeit braucht. Gerade bei sehr jungen Müttern habe ich auch Verständnis, dass sie das Gefühl haben, ihnen entgeht was im Leben. Manchmal ist das aber auch ein Trugschluss und man vergleicht sich mit Menschen, deren Leben man sowieso nie gehabt hätte, auch ohne Kinder. Ich wünsche mir zwar nicht, mit Anfang 20 Mutter geworden zu sein, aber im Nachhinein glaube ich nicht, dass ich mit Kindern etwas Wichtiges verpasst hätte. So erfolgreich war meine Karriere nicht und so spannend war mein Single-Leben auch wieder nicht, dass das Leben als junge Mutter nicht mindestens genauso spannend gewesen wäre.
    Wie gesagt, bei manchen Konstellationen kann ich die Reue verstehen, aber manche sind wahrscheinlich chronische Nörglerinnen und wären auch ohne Kinder Burn-Out-Kandidatinnen. Manche Leute können mit Belastungen umgehen und andere jammern lieber rum und schwelgen in Selbstmitleid. Und gerade beim Muttersein ist es nun mal absolut wahr, dass es sehr viele Frauen gibt, die unter sehr viel schwierigeren Bedingungen erfolgreich sehr viel mehr Kinder aufgezogen haben, ohne dabei depressiv zu werden. Zu viel Verständnis für die „Reue“ von Müttern, die eigentlich gesunde Kinder und gute Partner haben und in guter finanzieller Lage sind, finde ich daher tatsächlich unangebracht. Würde mich dann auch mal fragen, wie das Leben meiner eigenen Eltern ohne Kinder verlaufen wäre? Ziemlich farblos und sinnentleert, würde ich sagen. Als Kleinbürger geboren, als Kleinbürger gestorben, ohne der Welt etwas zu hinterlassen….
    Wie gesagt, wenn man nie Kinder wollte, sollte man keine haben. Aber wenn man erst welche wollte und jetzt Reue hat, sollte man sich auch mal fragen, ob man vielleicht nur immer die negative Seite der Medaille sieht.

  15. Diese ehrlichen Worte tun sehr Gut. Vielen Dank dafür. Ich liebe meine zwei auch sehr. Und ja, sie waren auch gewollt. Doch leider komme ich genauso an meine Grenzen. Und oft habe ich mich gefragt, wie wäre es ohne Kinder verlaufen. Ich vermisse meine Freiheit, meine Unbeschwertheit. Wir haben keine Verwandten, sind voll Berufstätig. Mir fehlt so viel. Vor 11 Jahren war ich das letzte Mal mit meinem Mann alleine Essen. Und nein, ich finde nicht, das Kinder einem so viel zurück geben. Ich hab sie sehr Lieb, aber ich bin auch am Ende meiner Kräfte.
    Vor 4 Jahren habe ich bei nr. 3 für einen Abbruch entschieden. Die Spirale hat versagt. Keiner wusste was davon. Ich habe emotional wie eine Löwin mit mir gekämpft. Heute, tut mir diese Entscheidung, das ich sowas entscheiden musste, für das Kleine, immer noch sehr Leid. Und ich habe lange danach noch mit mir gekämpft. Gleichzeitg hätte ich eine 3. Belastung, und das wäre es für uns gewesen, nicht geschafft. Und ich war auch wütend auf mich, so versagt zu haben. Jahre später muss ich feststellen, es war eine sch…. Entscheidung, aber wir hätten es tatsächlich nicht geschafft! Ich war mir dieser Verantwortung nicht bewusst was es bedeutet Kinder groß zu ziehen. Wir haben nur zwei, und ich kämpfe tgl. mal mehr mal weniger. Und ich beneide die Mütter, die diese Rolle leben, ich kann es nicht 100%. Ich gebe mein bestes, jeden Tag, aber ich leide auch und sehne mich nach einer Auszeit.
    Und wünschte, es wären noch mehr Frauen so ehrlich. Um nicht das verkehrte Bild aus der „Werbung“ weiter aufrecht zu erhalten. Es ist leider eine verdammt harte Aufgabe.

  16. Diese ehrlichen Worte tun sehr Gut. Vielen Dank dafür. Ich liebe meine zwei auch sehr. Und ja, sie waren auch gewollt. Doch leider komme ich genauso an meine Grenzen. Und oft habe ich mich gefragt, wie wäre es ohne Kinder verlaufen. Ich vermisse meine Freiheit, meine Unbeschwertheit. Wir haben keine Verwandten, sind voll Berufstätig. Mir fehlt so viel. Vor 11 Jahren war ich das letzte Mal mit meinem Mann alleine Essen. Und nein, ich finde nicht, das Kinder einem so viel zurück geben. Ich hab sie sehr Lieb, aber ich bin auch am Ende meiner Kräfte.
    Vor 4 Jahren habe ich bei nr. 3 für einen Abbruch entschieden. Die Spirale hat versagt. Keiner wusste was davon. Ich habe emotional wie eine Löwin mit mir gekämpft. Heute, tut mir diese Entscheidung, das ich sowas entscheiden musste, für das Kleine, immer noch sehr Leid. Und ich habe lange danach noch mit mir gekämpft. Gleichzeitg hätte ich eine 3. Belastung, und das wäre es für uns gewesen, nicht geschafft. Und ich war auch wütend auf mich, so versagt zu haben. Jahre später muss ich feststellen, es war eine sch…. Entscheidung, aber wir hätten es tatsächlich nicht geschafft! Ich war mir dieser Verantwortung nicht bewusst was es bedeutet Kinder groß zu ziehen. Wir haben nur zwei, und ich kämpfe tgl. mal mehr mal weniger. Und ich beneide die Mütter, die diese Rolle leben, ich kann es nicht 100%. Ich gebe mein bestes, jeden Tag, aber ich leide auch und sehne mich nach einer Auszeit.
    Und wünschte, es wären noch mehr Frauen so ehrlich. Um nicht das verkehrte Bild aus der „Werbung“ weiter aufrecht zu erhalten. Es ist leider eine verdammt harte Aufgabe.

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