HypnoBirthing: Erfahrung einer Mama mit Kurs & Geburt

Bei der Vorbereitung auf die Geburt ist euch bestimmt auch schon mal das Wort HypnoBirthing begegnet. Es wird häufig als Möglichkeit beschrieben, eine sanfte und selbstbestimmte Geburt zu erleben, manchmal ist sogar von einer schmerzfreien Geburt die Rede. Aber was ist HypnoBirthing eigentlich, wie läuft ein Vorbereitungskurs ab, und für wen ist es geeignet? Das erklärt euch Inken Arntzen, HypnoBirthing-Kursleiterin und Doula aus Hamburg. Außerdem berichtet sie von ihr ganz persönlichen HypnoBirthing Erfahrung.

Mit HypnoBirthing zur Traumgeburt – Erfahrung einer Zweifach-Mama

Inken Arntzen lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Hamburg. Mit ihrem Mann hat sie zwei gemeinsame Söhne. Nachdem die erste Geburt für sie eine traumatische Erfahrung war, bereitete sie sich auf die Entbindung ihres zweiten Sohnes sehr intensiv vor und brachte ihn schließlich mit der HypnoBirthing Methode zur Welt. Inken sagt selbst, dass sie dadurch ihre persönliche Traumgeburt erleben durfte. Sie war so begeistert, dass sie inzwischen selbst Kurse dazu anbietet.

Uns hat Inken von ihrer persönlichen HypnoBirthing Erfahrung erzählt – und für dich zusammengefasst, wie diese Art der Geburt auch dir helfen kann.

HypnoBirthing – was ist das eigentlich?

HypnoBirthing ist eine natürliche Methode, bei der du mit Hilfe von Entspannungsübungen die Geburtsschmerzen verhindern, minimieren oder zumindest besser aushalten kannst. Das verhilft zu mehr Selbstbestimmtheit und zu einer insgesamt sanfteren Geburt, die du dann auch viel bewusster und positiver erlebst.

Das Ziel von HypnoBirthing ist es, Ängste zu minimieren und dir bewusst zu machen, dass die Geburt ein natürlicher Vorgang ist, den du selbst steuern kannst. Dahinter steckt der Gedanke, dass es vor allem die Angst ist, die deinen Körper verkrampfen lässt, wodurch Schmerzen erst entstehen oder verstärkt werden.

Das Ganze funktioniert so, dass du dich mit Hilfe von Hypnose in einen Entspannungszustand bringst, in dem sich Ängste und Verkrampfungen lösen. (Das Wort „HypnoBirthing“ besteht aus „Hypnose“ und englisch „Birthing“ für „Geburt„ bzw. ‑„auf die Welt bringen“).

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Die Hypnose und einiges theoretisches Wissen erlernst du in einem mehrstündigen Kurs, den du in der Schwangerschaft besuchst. Die Theorie umfasst vor allem die Anatomie, also das Wissen über den Körper und die Vorgänge bei der Geburt. Außerdem schaust du dir auch Videos von HypnoBirthing-Geburten an.

HypnoBirthing ist natürlich keine Versicherung gegen Komplikationen während der Geburt. Aber es hilft, mit eventuellen Problemen gelassener umzugehen und ruhig zu bleiben.“

HypnoBirthing kann also zu einer positiveren Erfahrung bei der Geburt beitragen.

Wie sieht eine Hypnose beim HypnoBirthing aus und wie ist deine Erfahrung damit?

„Die weit verbreitete Mongan-Methode des HypnoBirthings wurde von der US-amerikanischen Hypnotherapeutin Marie F. Mongan begründet. Ihr erstes Buch „HypnoBirthing™– A Celebration Of Life“ (deutsch: „HypnoBirthing – Eine Feier des Lebens“) schrieb sie bereits 1989.

Ihr letztes Buch, „HypnoBirthing™ – Die Marie Mongan Methode“, ist die Grundlage der heutigen Kurse. Im Buch und auf der dazugehörigen CD, aber auch in den Kursen, lernst du verschiedene Hypnosen kennen.

Das klingt natürlich abgefahren, sieht aber ganz einfach so aus, dass du dich gemütlich hinlegst und die Kursleiterin herunterzählt, wodurch du in eine Entspannungsphase eintrittst.

Während dieser Phase wiederholst du immer wieder positive Sätze oder Affirmationen, die du dir für die Geburt selbst auswählst, zum Beispiel ‚Jede Welle bringt mich meinem Kind ein Stück näher’ oder ‚Ich bin weit offen’.

Diese positiven Sätze setzen sich durch die häufige Wiederholung im Hinterkopf beziehungsweise im Unterbewusstsein fest und schaffen eine positive Grundstimmung, die sich sogar auf deinen Körper übertragen kann, indem sich zum Beispiel der Muttermund schneller öffnet.

Auch wird die Sprache positiv angepasst. So wird von „Welle“ gesprochen statt von „Wehe“ oder von „der Fruchtblase, die aufgegangen ist“ statt von einem „Blasensprung“. Am Ende der Hypnose wird wieder hochgezählt und du wirst wach.

Zusätzlich übst du Atemtechniken – mit dem Ziel, während der Geburt nicht zu pressen. Dahinter steckt der Gedanke, dass sich beim aktiven Pressen die Muskeln anspannen und sich dadurch alles verkrampft und verschließt.

Je mehr man also entspannt, desto besser öffnet sich alles. Mir haben diese Atemtechniken, die übrigens ähnlich sind wie im Yoga, extrem geholfen. Wichtig ist aber wirklich, diese regelmäßig zu machen und immer wieder zu üben, damit du sie dann während der Geburt abrufen kannst.

Deswegen war es für mich persönlich auch gut, den Kurs zu besuchen. Im Prinzip kannst du HypnoBirthing zum großen Teil aber auch allein mit der CD und dem Buch erlernen, solange du es wirklich regelmäßig machst.“

HypnoBirthing-Kursleiterin Inken Arntzen mit Babybauch

Während ihrer zweiten Schwangerschaft hat Inken sich mit einem Hypnobirthing-Kurs intensiv auf die Geburt vorbereitet Foto: Sandra Wiering

Wie läuft so ein HypnoBirthing Kurs ab, und wie war die Erfahrung für dich und deinen Mann?

„Ein HypnoBirthing-Kurs ist von der Zeit her ähnlich wie ein Geburtsvorbereitungskurs. Bei mir waren das ca. vier Mal drei Stunden, es gibt aber auch Wochenendkurse oder flexible Stunden nach Absprache.

Den Kurs besuchst du in der Regel als Paar, denn auch der Partner wird stark mit einbezogen.

Mein Mann sagte mir später auch, dass er mich bei der letzten Geburt am besten begleiten konnte, da ihm das im Kurs Gelernte die Hilflosigkeit genommen hatte. Sich bei der Geburt wirklich als Team zu fühlen, ist einfach großartig für beide Partner.

Die Hypnosen, die von der Kursleiterin oder auf der CD gesprochen werden, kann man übrigens zuhause auch von seinem Partner anleiten lassen. Und er kann die Hypnosen dann natürlich auch unter der Geburt vorlesen.“

Wie fühlt sich so eine Hypnose im Kurs an, und wie beeinflusst HypnoBirthing die Erfahrung bei der Geburt?

Im Kurs bekommst du am Anfang eigentlich noch alles mit, was die Kursleiterin während der Entspannungsphase sagt. Je mehr du aber übst, desto weniger nimmst du tatsächlich wahr, was um dich herum passiert. Ich bin zuletzt so tief in die Entspannung gegangen, dass ich nicht mehr bewusst gehört habe, was gesagt wurde.“

Während der Geburt lief bei mir dann die CD im Hintergrund und ich konnte mich dadurch so entspannen, dass ich zwischendrin sogar schlafen konnte. Bei den Wellen wurde ich dann immer kurz wach, bin aber danach gleich wieder weggedöst.

Ich konnte also durch die Hypnose trotz Wellen maximal entspannen. Trotzdem war ich während der Geburt aber ganz normal ansprechbar und konnte sozusagen jederzeit wach sein.“

Hat HypnoBirthing deiner Erfahrung nach auch Einfluss auf das Neugeborene?

„Nach meiner eigenen Erfahrung und dem, was ich bis jetzt aus dem HypnoBirthing mitbekommen habe, habe ich den Eindruck, dass die Kinder entspannter sind. Klar, wenn die Mutter entspannt ist, sind die Kinder natürlich auch entspannt.

Auf den HypnoBirthing-Geburtsvideos ist mir auch aufgefallen, dass die Babys häufig gar nicht schreien. Ich dachte immer, ein neugeborenes Baby müsste schreien, aber das ist gar nicht so.

Es gibt dazu keine Studien, aber ich finde, dass die Babys mit HypnoBirthing schon einen leichteren und vor allem sanfteren und langsameren Weg haben, als wenn sie unter starkem aktiven Pressen geboren werden.

Wenn man es übrigens schafft, bis zum Schluss wirklich nicht aktiv zu pressen, wie man das aus Filmen kennt, ist auch das Risiko für Geburtsverletzungen geringer, weil der Damm natürlich viel mehr Zeit hat, sich zu dehnen.“

Wieso hast Du Dich entschieden, HypnoBirthing auszuprobieren?

„Meine Motivation war ganz klar, dass ich Angst davor hatte, dass die Geburt meines zweiten Kindes so werden würde, wie bei meinem ersten Sohn. Meine erste Geburt war nämlich ganz und gar nicht so, wie ich sie mir gewünscht hatte. Sie wurde eingeleitet und endete in einem Kaiserschnitt.

Also suchte ich nach Möglichkeiten, mich auf die zweite Geburt vorzubereiten, um Dinge anders machen zu können.

In meinem Kurs waren auch zwei andere Pärchen, die genau aus diesem Grund dabei waren. Die eine Schwangere stand vor ihrer ersten Geburt und hatte einfach wahnsinnige Angst vor den Schmerzen und die andere hatte, ähnlich wie ich, bereits eine schwierige Geburt hinter sich.

Der Wunsch, angstfrei zu gebären ist also ein sehr guter Grund, einen HypnoBirthing Kurs zu besuchen.

Aus deiner Erfahrung heraus: Für wen eignet sich HypnoBirthing noch?

„Neben allen Frauen, die große Angst haben, eignet sich HypnoBirthing auch für alle, die einfach eine selbstbestimmte Geburt haben möchten.

Das Problem, das ich bei der ersten Geburt hatte, war, dass ich keine Ahnung hatte. Und wenn ich keine Ahnung habe und ins Krankenhaus komme, dann fühle ich mich natürlich ausgeliefert.

Wenn ich weiß, was auf mich zukommt, dann kann ich auch klarer sagen, was ich will und was ich eben nicht will.

Um bei der Geburt aktiver mitzubestimmen, muss man natürlich erst einmal wissen, was möglich ist, und wozu man auch Nein sagen kann.“

Wo kann ich mich informieren und einen HypnoBirthing Kurs finden?

Ich empfehle jeder Schwangeren, die sich für HypnoBirthing interessiert, das Buch von Marie F. Mongan zu lesen.

Weitere Infos gibt es auch der bei  HypnoBirthing GmbH.

Zertifizierte Kursleiterinnen für HypnoBirthing gibt es deutschlandweit, also einfach das Stichwort HypnoBirthing und den Namen des Ortes oder der Region in die Suchmaschine eingeben und das Internet fragen. In Hamburg biete ich auch selbst HypnoBirthing-Kurse an.

Wie ich mich neben dem HypnoBirthing noch auf eine selbstbestimmte, angstfreie und entspannte Geburt vorbereitet habe, habe ich auf dem Blog marryville.de beschrieben, den ich zusammen mit meinem Mann betreibe.“

Foto: Alina Atzler

Inken Arntzen ist Coach, Beraterin, Gründerin und steht dafür ein, dass Familien eine selbstbestimmte Geburt erleben dürfen. Sie ist HypnoBirthing Kursleiterin, Doula, Gründerin des Super-Heldentraining und Mitgründerin des Netzwerks Digital Media Women.

Anna Moniz

Vor zwei Jahren hat es mich mit meinem Mann und unserer Tochter vom hohen Norden nach Niederbayern verschlagen. Hier arbeite ich als Autorin für Echte Mamas sowie als freie Texterin und PR-Beraterin. Die Turbulenzen des echten Mamalebens halten mich dabei täglich auf Trab und machen mich gleichzeitig zum glücklichsten Menschen aller Zeiten.

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