High Need Baby Erfahrungen: Mein aufwühlendes erstes Babyjahr

„Das erste Babyjahr ist eine ganz besondere Zeit für jede Mama. Während meiner Schwangerschaft hatte ich mir alles in den schönsten Farben ausgemalt: Lange Spaziergänge mit dem Kinderwagen. Treffen mit anderen Mamis zum Austausch von Wickel- und Stilltipps. Babykurse. Die innigen Momente, wenn ich mein Baby stille und es friedlich dabei einschlummert. Doch dann kam alles anders als gedacht. Denn mein Kleiner war ein High Need Baby, meine Erfahrungen möchte ich gerne mit euch teilen:

Noch nie von einem High Need Baby gehört?

High… Was? Ganz ehrlich: Vor der Geburt von Linus hatte ich auch noch nie davon gehört. Wahrscheinlich hätte ich auch etwas verständnislos den Kopf geschüttelt, wenn mir jemand davon erzählt hätte. Der Begriff „High Need Baby“ stammt vom amerikanischen Kinderarzt Dr. William Sears. Er ist Professor für Kinderheilkunde in Kalifornien und Vater von acht Kindern.

Vor seinem vierten Kind Hayden hatte er drei relativ „einfache“ Kinder. Wenn Eltern ihm in seiner Praxis von ihren extrem fordernden Babys berichteten, dachte er, sie würden übertreiben. Oder hätten einfach nicht damit gerechnet, dass ein Neugeborenes eben Arbeit macht. Durch die Geburt seiner Tochter änderte sich das. Er machte mit seinem High Need Baby Erfahrungen, aus denen er  zwölf Kriterien für diese Kinder entwickelte.

Daran erkennst du, ob auch du ein High Need Baby hast

High Need Babys sind das Gegenteil von entspannten ,Anfängerbabys`. Sie weinen mehr, fordern mehr und wollen ständig getragen werden. Außerdem sind sie häufig sehr aktiv und ständig ,auf Sendung`, schlafen schlecht und brauchen allgemein sehr viel Körperkontakt. Die Eltern von High Need Babys sind oft (noch) erschöpfter als andere Neu-Eltern, da ihr Baby ihnen alles abverlangt.

Ich bin eigentlich vorsichtig, was solche Begrifflichkeiten angeht. Zu schnell wird Kindern damit ein Stempel aufgedrückt. Mir allerdings fiel ein Stein vom Herzen, als ich zufällig im Netz auf Berichte zu dem Thema stieß. Endlich hatte ich eine Erklärung dafür, was bei uns los ist…

Meine High Need Baby-Erfahrungen

Schon ein paar Tage, nachdem ich meinen kleinen Schatz aus dem Krankenhaus heimgekehrt war, schwante mir: Puh, das hier wird nicht einfach. Linus ließ sich nur unter großem Protest ablegen. Im Kinderwagen und beim Autofahren schrie er wie am Spieß (Alle Babys lieben Autofahren?! Ha, von wegen…). Er schlief allgemein wenig und fand nur sehr schlecht in den Schlaf. Ohne Körperkontakt oder Stillen ging es gar nicht. Abends aus seinem Bettchen wieder aufstehen, davon konnte ich viele Monate lang nur träumen…

Ihn zu beruhigen war schwierig. Einen Schnuller nahm er nicht. Ich probierte bestimmt zehn Marken aus, ohne Erfolg. Er wollte das Original – meine Brust. Nur in der Trage war er (meistens) glücklich. Das führte dazu, dass ich jeden Tag stundenlang mit Trage spazieren ging. Ich fühlte mich wie ein Känguru.

Nur eine meiner High Need Baby-Erfahrungen: Linus ließ sich keine fünf Minuten ablegen, ohne zu weinen.

Nur eine meiner High Need Baby-Erfahrungen: Linus ließ sich keine fünf Minuten ablegen, ohne zu weinen. Foto: Bigstock

Babykurse mit High Need Baby? Konnte ich vergessen

Ich bin eigentlich ein aktiver und geselliger Mensch. Voller Vorfreude hatte ich mich zu verschiedenen Babykursen angemeldet. Babymassage, Schwimmen, PEKiP, Yoga: Dabei kämen wir beide auf unsere Kosten, dachte ich. Der kleine Zwerg hätte Spaß, ich würde mit anderen Mamas ins Gespräch kommen und vielleicht sogar Freundschaften schließen. Pustekuchen. Schon der Rückbildungskurs bei meiner Hebamme war eine Qual.

Während die anderen Babys auf dem Boden lagen und zuschauten (einige schliefen sogar während der Rückbildungsstunde ein!), schrie Linus los, sobald ich ihn aus der Babytrage nahm. Ich versuchte erfolglos, mit Trage zu turnen. Und während die anderen Mamas nach der Stunde noch plauderten, verließ ich jedes Mal fluchtartig mit einem weinenden Linus auf dem Arm den Raum. PEKiP brach ich nach zwei Stunden ab. Die anderen Kurse stornierte ich ganz…

Ich fühlte mich isoliert und unverstanden

Andere Mamas kennenzulernen war unter diesen Umständen schwierig. Aber auch Kontakt zu Freunden und Bekannten zu halten, war eine Herausforderung. Als meine Arbeitskollegen Linus sehen wollten, zögerte ich das Treffen mit immer neuen Ausreden hinaus. Wie sollte ich erklären, dass ich mich nicht traue, mit ihm Bahn zu fahren? Dass ich ihn im Büro nicht aus der Trage nehmen kann, ohne dass er schreit? Sie hätten mich doch für bescheuert erklärt. Zumindest alle, die selbst keine High Need Baby-Erfahrungen gemacht hatten…

Ich wurde immer unsicherer und zog mich zurück. Ich kannte niemanden, dem es auch so ging. Von anderen kamen häufig nur wenig hilfreiche Ratschläge wie: „Du musst ihn halt einfach öfter in den Kinderwagen legen, dann gewöhnt er sich schon dran“, oder „Wenn du entspannt bist, ist er es auch.“ All diese Tipps gaben mir das Gefühl, etwas falsch zu machen. Und tief in mir glaubte ich das sowieso schon. Woran sollte es sonst liegen? Ich war zum ersten Mal Mama. Ich war verunsichert und verzweifelt.

Ich fand Mamas, die High Need Baby-Erfahrungen hatten

Als ich nach ein paar Monaten zufällig im Netz auf Berichte über High Need Babys stieß, war ich unglaublich erleichtert. Endlich hatte ich es Schwarz auf Weiß: Ich kann nichts dafür! Ich fing an, mich mit Mamas auszutauschen, deren Babys ähnlich ticken. Endlich fühlte ich mich nicht mehr so alleine. Viele Situationen konnte ich von da an sogar mit Humor nehmen.

Monat für Monat wurde es einfacher mit Linus. Die Schreiphasen verkürzten sich. Er war immer weniger hibbelig und überreizt. Ab dem siebten Monat akzeptierte er den Kinderwagen und schlief sogar darin. So richtig „Klick“ machte es mit ungefähr zwölf Monaten.

Die Kleinkindphase? Ein Klacks!

Heute ist Linus ein ausgeglichener, fröhlicher Junge. Keine Spur mehr von dem nervösen, unzufriedenen Baby. Wie ich das geschafft habe? Mit ganz viel Geduld und Liebe. Er benötigte einfach besonders viel Nähe und Sicherheit, um zu dem kleinen Sonnenschein zu werden, der er heute ist. Wahrscheinlich habe ich auch einfach Glück, dass es sich bei ihm verwachsen hat (es gibt auch High Need Kleinkinder).

Während einige andere Mamis über ihre aktiven und trotzigen Kleinkinder jammern, empfinde ich diese Phase im Vergleich als recht entspannt. Ich kann mit ihm alles unternehmen ohne Sorge zu haben, dass er schreit und einfach nicht mehr aufhört. Kann ihn beruhigen, wenn er weint. Er klebt mir nicht mehr 24/7 am Körper. Schläft (meistens) gut. Und er kann verständlich machen, was er will und ob/wo ihm etwas weh tut.

Ich kann sagen: Ja, jetzt genieße ich jeden Tag.“

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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Maxi
Maxi
Antworten  Natti
1 Monat zuvor

Hi,
Die Kommentare sind zwar schon älter, dennoch würde mich interessieren wie es euch ergangen ist. Mein Baby wird 10 Monate und mir nach einigen gelesenen Artikel ziemlich sicher, dass er nicht „nur anstrengend “ ist, sondern ein high Need Baby. Mit meinen Kräften bin ich oft am Ende.
Und hast du abgestillt, wenn ja, wie?
Ich freue mich über Antwort, Lg Maxi

Eva
Eva
5 Monate zuvor

Dieser Artikel könnte von mir sein! Unsere Tochter ist 4 Monate und ich kann nicht mal in Ruhe meine Zähne putzen oder auf die Toilette gehen.
Kaum vergeht ein Tag an dem ich nicht weine und ich verlasse die Wohnung sehr ungern. Denn unsere Kleine brüllt von 0 auf 100 plötzlich los und lässt sich nicht beruhigen. Die ganzen Tipps kann ich nicht mehr hören und ich fühle mich so unverstanden! Freunde und Verwandte wollen zu Besuch kommen doch das hätte keinen Sinn… Ich bin neidisch auf andere Mütter die in Ruhe Spielegruppen besuchen können oder im Kinderwagen spazieren fahren. Noch dazu hatte ich eine künstliche Befruchtung und einen harten Weg vor mir um überhaupt ein Baby zu bekommen, doch jetzt können wir es einfach nicht mit ihr genießen. Ich hoffe nur, dass es auch bei uns nach einem Jahr besser wird. Ich versuche mein Kind so zu akzeptieren wie es ist, jedoch fällt es mir oft schwer und ich schäme mich dafür… Danke für diesen Artikel! Tud gut sich mal nicht alleine zu fühlen.

Coco
Coco
Antworten  Cat
10 Monate zuvor

Das bringt bei High Need Babys gar nichts!

Cat
Cat
Antworten 
1 Jahr zuvor

An alle Mamis: zwei Tipps, damit das Weinen im Auto oder zu Hause und egal wo (meistens) ein Ende hat: 1. Ladet euch eine Fön App herunter, bzw. White noises, das beruhigt Babies! Der Fön hilft bei uns am besten. 2. YouTube Video Dancing Dots zeigen! Beides sind unsere absoluten Life Saver, speziell unterwegs und gerade im Auto! Viel Erfolg:)

Yvonne
Yvonne
1 Jahr zuvor

Unsere Tochter ist 6 Monate alt und ich fühle mich hilflos, verzweifelt und weiß nicht weiter. Als ich auf High Need Baby gestoßen bin, hatte ich zumindest einen Namen dafür und auch dass ich mich nicht als schlechte Mutter fühlen muss. Der Artikel macht Mut, dass es mit Geduld und Liebe besser werden kann und auch, dass man nicht alleine ist. Vielen vielen Dank dafür!

Marianne
Marianne
Antworten  Jasmin
1 Jahr zuvor

Hallo Jasmin,
ich habe auch so ein Exemplar zuhause. Er ist jetzt 11 Monate, ich würde mich freuen, wenn wir uns mal austauschen könnte. Melde dich gerne, ich würde mich freuen.

Lg Marianne

Jasmin
Jasmin
Antworten  Dorothea
1 Jahr zuvor

Hallo Dorothea und Nathalie!
Mir geht es genauso wie euch. Mein Kleiner ist jetzt bald 10 Monate alt.
Und ich weiß einfach nicht mehr weiter.
Würde mich echt freuen, wenn sich eine von euch melden würde .

Lg jasmin

Maria
Maria
1 Jahr zuvor

Toller Artikel. Ich konnte meine Tochter 11 Monate ebenfalls in den Zeilen wieder finden. Je selbstständig meine Tochter wurde um so leichter wurde es mit ihr. Sie zeigt was sie möchte oder krabbelt dahin und nimmt es sich. Schlafen ist bei uns immer noch ein Problem aber wir haben einen Weg gefunden damit klar zu machen. Ich stille auch noch immer und überall. Auch unterwegs, da nur so meine Tochter zur Ruhe kommt. Das zieht zwar immer Blicke auf sich, die wir versuchen zu ignorieren. Unsere Kleine ist bei uns das dritte Kind. Wir waren trotz der Erfahrung von unseren Jungs total überfordert mit unserer Tochter. Wir haben uns so gut es ging zurückgezogen und einen Tag nach dem anderen bewältigt. Hilfe haben auch wir nicht erhalten. Viele Menschen, die selbst nicht betroffen sind, haben wenig Verständnis für Familien die in so einer Situation sind. Schade eigentlich. Ich hoffe auch das sich das nach ihrem ersten Geburtstag noch gibt und wir ein zufriedenes Kind bekommen.

Anonym
Anonym
Antworten  Tanja
1 Jahr zuvor

O man uns geht es genau so meine Kleine Maus jetzt 8 Monate und es ist wirklich sehr schwer mit ihr was zu unternehmen sie schreit auch überall im Kinderwagen im Auto sogar in der Trage ich weiß echt manchmal nicht weiter. Ein kleiner Spaziergang ist sogar so turbulent das ich mich immer so beeile das sie ja nicht weint.
Andere Mütter verstehen einen nicht das ist dann immer traurig

Nazlija
Nazlija
Antworten  Natti
1 Jahr zuvor

Du beschreibst meine gleiche Situation.

Moni
Moni
Antworten  Dorothea
1 Jahr zuvor

Hallo Doro, hallo Natalie,
wie ist es euch mittlerweile ergangen? Ich bin so ausgelaugt und verzweifelt. Ich liebe ihn über alles aber er raubt mit derzeit den letzten Nerv 🙁 (ist auch 10 Monate alt) LG Moni

Natti
Natti
1 Jahr zuvor

Danke für diesen Artikel.
Unser Sohn(jetzt 12 Monate) ist genau wie dein Linus. Meine Frage an alle Mütter von High-Need-Babies:
Wie habt ihr es geschafft abzustillen?
Stillen ist aktuell immer noch das einzige, was unseren Sohn irgendwie beruhigt. Es ist aber echt langsam kräftezehrend für mich,da ich teilweise nachts immer noch stündlich stille und unbedingt langsam abstillen möchte. Ich Brauche unbedingt Tipps.
Flasche und Schnuller werden natürlich verweigert…

Dorothea
Dorothea
Antworten  Natalie Mayer
1 Jahr zuvor

Hi Natalie ich würde dich mal gerne kennen lernen. Ich habe genau so ein Exemplar zuhause. Auch 10 Monate alt und ich weiß nicht mehr weiter. Es ist furchtbar anstrengend und frustrierend. Vlt meldest du dich bei mir wenn du magst und wir können uns mal austauschen.
Lg Doro

Tanja
Tanja
1 Jahr zuvor

Vielen lieben Dank für diesen Artikel! Er beschreibt so gut, wie es auch uns im ersten Jahr und teilweise auch heute noch geht. Mein kleiner Liebling ist jetzt 14 Monate alt und Vieles wurde schon besser als zu Beginn. Ich finde mich/uns so gut im in den Zeilen wieder. Auch wir konnten gefühlt nirgends hin – maximal 10 Minuten Autofahrt war ok – darüber hinaus nur Gebrüll. Kinderwagen wurde kategorisch abgelehnt und Junior schläft seit der Geburt bei uns im Bett. Die Fremdelphase war wahnsinnig stark ausgeprägt und auch sonst war er eher unentspannt – schnell wurde ihm alles zu viel und oder auch mitunter zu langweilig. Was haben Verwandte und Freunde nur mit Tipps um sich geworfen – manche davon tun mir auch heute noch weh. Vor allem, dass ich selber entspannter sein müsse oder auch, dass ich mich zu wenig mit ihm beschäftige und er deshalb so unentspannt ist. Nachdem mir das von den Schwiegereltern und von Freunden gesagt wurde, musste ich Zuhause weinen. Die Leute wissen gar nicht was sie anrichten, wenn sie so etwas sagen. Man ist nervlich am Ende und zweifelt selber an sich bzw. ist 24/7 fürs Kind da und dann noch Kommentare a la man kümmere sich nicht ausreichend bzw. liebevoll genug ums Baby:-((( Immer wenn es dann Familientreffen gab, hatte ich vorher schon Angst, wie es wohl diesmal werden würde… unser kleiner schlief nicht gerne in einer fremden Umgebung und so mussten wir bei Müdigkeitsanzeichen los nach Hause da er sonst ewig gebrüllt hat aber trotzdem nicht schlief. (Und einschlafen generell nur beim Stillen oder Tragen) Der Bruder meines Mannes wohnt 1 Stunde Autofahrt entfernt – seit der Geburt waren wir nicht dort. Dafür haben wir totales Unverständnis in der Familie geerntet – ich kann aber nicht anders wenn ich weiß mein kleiner muss 1 Stunde hin und eine Stunde zurück schreien:-( ich liebe ihn doch über alles und mag ihm das nicht antun. Auch sonst waren wir eher isoliert weil – meine Freundinnen gingen regelmäßig ins Bad, Cafe, Shoppen usw. Ich habe immer Ausreden gesucht, weil mich niemand verstanden hat und es mir peinlich war, dass ich anscheinend so eine schlechte Mutter war, die ihr Kind so unentspannt macht. Heute ist aber Gott sei Dank vieles besser – er ist ausgeglichener als früher und sehr sehr neugierig. Junior will alles wissen und versteht für sein Alter schon sehr viel. Er ist immer noch willensstärker als andere Kinder und fordert mehr aber umso neugieriger und aufgeweckter ist er auch. Jedenfalls ist er perfekt genauso wie er ist!:-) ich bin richtig stolz auf ihn und wie gut wir das erste Jahr gemeinsam geschafft haben! An alle anderen Mamas denen es so geht: haltet durch, es wird besser! Und ihr seid die beste Mama, die sich euer Kind wünschen kann weil ihr es über alles liebt! Und hört nicht auf blöde Kommentare aus der Umgebung – meistens wollen sich die Menschen dadurch nur selber besser vorkommen. Ihr schafft es ganz bestimmt mit euren kleinen Sonnenscheinen:-)

Natalie Mayer
Natalie Mayer
1 Jahr zuvor

Hallo, wir haben auch so ein Exemplar zu Hause. Kein Schnuller, kein Kinderwagen, kein Auto fahren, viel Brust.
Matilda ist nun 10 Monate. Wenn ich mich mit anderen Mütter und Babys treffe, werde ich manchmal ganz traurig. Wenn ich sehe wie einfach die Kleinen teilweise gestrickt sind. Die Aussage einer „Freundin“ hat mich besonders getroffen. „Puh, ich dachte Leon wäre schon anstrengend und quengelig, aber wenn ich das jetzt bei deiner Matilda so sehe, habe ich ja nochmal richtig Glück gehabt“ Diese Aussage hat mich sehr verletzt.

Wir stillen noch, weil die Brust meine einzig wahre Waffe, um sie zu beruhigen.

Meine Hoffnung besteht darin, dass das Ganze besser wird, wenn ich nicht mehr stille.
Wie war das bei dir, wenn ich fragen darf? Du meintest mit 12 Monaten wurde es besser. Hast du da noch gestillt? Ich habe manchmal das Gefühl sie weint im Kinderwagen und im Auto so sehr, weil sie noch keine Strategie entwickelt hat um sich zu beruhigen. Da hilft nur die Brust. Die kann ich ihr während der Fahrt schlecht geben. Andere Babys nutzen dafür einen Schnuller, den Daumen oder ein schnuffeltuch.
Ganz liebe Grüße

Eine verzweifelte Natalie

Sabrina
Sabrina
1 Jahr zuvor

Es tut wirklich gut zu lesen, dass ich nicht alleine mit meiner Verzweiflung bin. Alle in meinem Bekanntenkreis haben mir immer das Gefühl gegeben, dass ich eine schlechte Mutter bin und ich mein Kind „zu sehr verwöhne“, weil er sofort schreit wenn ich nur wegsehe. Alle anderen haben diese „Anfängerbabys“, die am Tag 14-16 Stunden schlafen. Ich war froh wenn wir auf 8 Stunden insgesamt gekommen sind. Heute ist er 2,5 Jahre und es wird immer leichter. Er ist zwar ein Wirbelwind, hat aber auch immer öfter ruhige Momente mittlerweile. Nur das Thema schlafen gehen entspannt ihn noch nicht. Aber er ist noch jung und auch das werden wir gemeinsam noch meistern.

Vanessa
Vanessa
1 Jahr zuvor

Es tut einfach gut zu lesen, dass es anderen auch so geht, wenn man schon keine in seinem Umfeld hat, denen es genauso geht.
Unser kleiner Sonnenschein ist jetzt 8,5 Monate. Und ja es ist mit jedem Tag besser geworden. Bei weitem noch nicht so wie ich es mir vor der Geburt ausgemalt hätte, aber es wird besser. Seit etwa einem Monat können wir mittags den Kinderwagen nutzen. Es klappt nicht immer und ich würde NIEMALS ohne Trage mit dem Kinderwagen los.
Die letzten Tage liefen eigentlich ganz gut. Aber heute war wieder ein richtig schlechter Tag. Sie hat partout nicht in den Schlaf finden wollen. Aber schlafen ist bei uns sowieso ein sensibles Thema, das seit der Geburt klassisch für „bedürfnisstarke Kinder“ schlecht ist. Und heute dachte ich wieder einmal, wenn mir noch eine Mami erzählt, dass ihr Baby in seinem eigenen Bett schläft und sie da natürlich extra von Anfang an drauf geachtet haben, dass es so ist, raste ich aus…. Wir hatte nicht ohne Grund ein teures Beistellbett gekauft. Natürlich wollte ich das mein Baby darin schläft. Aber unser Baby hat einfach andere Pläne. Und so schläft es eben seit fast neun Monaten nur an oder auf mir. Entweder in Bewegung oder an der Brust.
Und nicht weil ich das so toll finde und ich das gerne so gehabt hätte. Nein,einfach weil sie es so braucht und ich es jetzt so akzeptiere. (Ok es bleibt mir auch nichts anderes übrig).
Und an solchen Tagen wie heute kann ich einfach nicht mit Ratschlägen oder Floskeln von Mamis relativ entspannter Babys umgehen.

Julia
Julia
2 Jahre zuvor

Ich finde unseren Sohn in deinem Artikel zu 100 Prozent wieder. Er ist unser zweites Kind und wir waren von unserem ersten Sohn wirklich verwöhnt. Im Mai 2021 kam dann Jonah und mich überkamen schlimme Zweifel… War es richtig ein zweites Kind zu bekommen? Mein „Großer“ (damals 2,5 Jahre) musste oft hinten anstehen, während ich stundenlang stillte. Die abendlichen Schreiphasen und die kurzen Nächte machten mich mürbe. Den Omas und Opas den Kinderwagen in die Hand drücken? Fehlanzeige, nur Gebrüll.

Und dann? Nach 6 Monaten wurde es besser. Nach 8 Monaten entwickelte sich sein Schlaf, sein Vertrauen in uns und diese Welt schien zu wachsen.. jetzt ist er 10 Monate alt, will alles erkunden, versucht auf seinen kleinen Beinchen zu stehen und lacht uns so viel an. Keine Spur von dem kleinen unzufriedenen Baby.

An alle Mamas und Papas da draußen: die Zeit scheint anfangs nicht zu vergehen. Aber es wird gut! Haltet durch und vor allem haltet zusammen und akzeptiert Hilfe von außen ❤️

Daniela
Daniela
2 Jahre zuvor

Hallo, auch ich bedanke mich für den Artikel. Es tut gut, zu wissen dass man nicht allein ist. Wir haben ein High need Kind. Das erste Jahr war geprägt von absoluter Verzweiflung und Hoffnung darauf, dass es irgendwann besser wird. Mittlerweile ist unser Kind 2Jahre alt und ja, es würde mit der Zeit einfacher. Mit dem krabbeln und laufen lernen würde unser Sohn zufriedener. Mit 1,5 Jahren konnte er auf einmal durchschlafen, statt stündlich oder halbstündlich aufzuwachen.
Er ist äußerst emotional. Er lacht und freut sich mehr als alle anderen Kindern im Umfeld. Aber er Zeit auch Frust und Wut deutlicher als alle anderen.
Er ist unglaublich selbstbewusst und kaum zu bremsen. Mittlerweile kämpfen wir mit Trotzanfällen. Da kommt es auch vor dass ich mit einem brüllenden Kind 30min vor dem Supermarkt auf dem Boden sitze und ihn nicht beruhigt bekomme. Trotzdem lieben wir ihn so wie er ist auch wenn wir immer noch regelmäßig am unsere Grenzen kommen. Aber es wird definitiv einfacher mit der Zeit! Haltet alle durch und denkt daran: ihr seid nicht allein.

Geeske
Geeske
2 Jahre zuvor

Hallo,
danke für den Artikel, der Mut macht. Es ist dennoch immer schwer zu lesen oder hören es wird irgendwann besser, denn man wüsste so gerne den Zeitpunkt! Unser Sohn 8 Monate fällt wohl auch in die kategorie high Need zumindest teilweise Auto fahren ist ok, Kinderwagen war anfangs bis 2-3 Monate ganz doof inzwischen ok (in Baulage, bis er müde ist dann kann man ihn zum schlafen umdrehen (mit Glück)). Schlafen sonst nur nuckelnd auch nachts oft stundenlang nur auf mir. Ich existiere kaum noch ohne ihn. Wir haben eine Haushaltshilfe die nun 3 mal die Woche kommt. Er weint sehr viel kämpft auch noch sehr viel mit Bauchweh/ Verstopfung/Koliken. Ist oft alle 20-30 Minuten wach auch nachts.
Es gibt Tage da kann ich es akzeptieren , es gibt Tage da bin ich kurz vor dem Zusammenbruch. Sehr geholfen hat mir eben doch zu Kursen mit anderen Babys zu gehen. Ja andere haben einfachere Babys (das ist Fakt) aber unser Kleiner hat auch ein Recht andere Kinder zu sehen und es zu lernen. Die Kursleiterin hat mehrfach mit mir telefoniert und gesagt es ist ok, wenn ihr früher geht/ später kommt/ nach 5 Minuten geht/ gar nicht kommt usw. das haben auch die Mütter mit „normalen“ Babys mal. Es tut auch gut von anderen Müttern mal zu hören dass ihre ach so lieben Sonnenscheine nicht immer glücklich sind, zu sehen dass unser Sohn nicht immer der erste ist der schreit (auch wenn er oft und viel schreit). Er genießt es aber andere Babys zu sehen und ist sehr neugierig, das schreibe ich hier um Mut zu machen … ruft die kursleitung an und teilt mit, dass euer Spatz sehr viel Aufmerksamkeit braucht und ihr ggf nicht voll teilnehmen könnt. Das ist ok! Andere bleiben auch oft mal zu Hause oder gehen eher usw aber man kommt natürlich nur dahinter wenn man auch da war! Ich bin jedenfalls alleine zu Hause eingegangen und gehe es noch manchmal. Gerade ist es bei uns seit ca 1 Woche deutlich schlimmer als die letzten Monate. Aber dennoch liebe ich den kleinen Spatz der übrigens nuckelnd auf mir schläft (klar oder ?!) Und was wichtig ist :Fragt nach Hilfe!
Alles Gute für alle Mamis mit solchen kleinen Wundern ❤️

Karin
Karin
3 Jahre zuvor

Eigentlich ist es ja unglaublich wieviele high need babys und Kleinkinder es gibt und doch ist der Begriff so unbekannt und niemand will es glauben oder verstehen!

Ich bin immer wieder froh von anderen zu lesen und fühle mich dann immer wieder erleichtert, verstanden und nicht schuld an der „Situation“.

Danke für den Artikel!

Claudia
Claudia
3 Jahre zuvor

Liebe Sarah, es tut mir leid zu hören, in welcher schwierigen Situation du warst/bist. Nun ist dein Kommentar schon ein paar Monate her; ich hoffe, es ist besser geworden? Ich kann dir nur Mut machen; es kann dauern, aber es wird besser. Versuch immer, dir vor Augen zu führen, was für ein Wunder dein Kleiner ist und dass er dich total lieb hat. Halte durch! LG!

Verena
Verena
3 Jahre zuvor

Gut zu lesen, dass man nicht alleine ist. Mein Sohn war genau so, Geschrei im Kinderwagen und im Auto. Ich habe mich nirgends mehr hin getraut. 1x sind wir in eine Babycafe – Geschrei von Anfang bis zum Schluss. Ich bin die ersten Monate mehr oder weniger durchgehend auf der Couch gesessen und hab mich nur mehr raus getraut wenn mein Mann dabei war. Nach ca. 4 Monaten ging dann endlich mal die Trage und ich konnte zumindest mal für eine halbe Stunde alleine mit dem Kind die Wohnung verlassen. Ich habe dadurch eine meiner besten Freundinnen verloren, die zeitgleich ein Kind bekommen hat – ein „Anfänger“ Baby wie es im Buche steht, die einfach nicht verstehen wollte dass ich mich nicht getraut habe alleine mit dem Kind durch die halbe Stadt zu fahren. Zu viele Eindrücke haben ihm zu schaffen gemacht. Aber es wurde besser und jetzt ist er ein relativ entspanntes liebes Kleinkind mit dem man alles machen kann. Er ist nach wie vor sehr aufmerksam und merkt sich einfach jede Kleinigkeit aber er kann es besser verarbeiten seit er redet. Also haltet durch liebe Mamis, es wird besser.

Sarah Angermann
Sarah Angermann
3 Jahre zuvor

Hallo, es ist schön zu lesen dass es mir nicht alleine so geht. Und ich gebe dir Hoffnung nicht auf dass es besser wird. Ich verzweifle Tag für Tag mehr an der Situation. Mein kleiner (Knapp 10 Monate) ist von den Bewegungen recht faul… wenn ihm was nicht passt wird lautstark protestiert. Selbst wenn es nur die Flasche ist die ich falsch halte. Er ist in allem lautstark auch bei seiner Freude… er überschlägt sich mit den Gefühlen und so langsam traue ich mich schon nicht mehr mit anderen Muttis weg zu gehen weil ich jedesmal deprimiert bin wie einfach es auch sein kann. Auch zuhause darf ich mich keinen cm wegbewegen ansonsten robbt er mir schreiend hinter her. Jedes Essen, toilettengang, Spülmaschine einräumen endet bei mir schweißgebadet und total ärgerlich. Ja ich ärgere mich über den kleinen süßen Wurm den ich so sehr liebe ? er hat auch seit Februar so schwer mit jedem einzelnen Zahn zu kämpfen aber man kann doch nicht alles auf die Zähne schieben? woran hast du gemerkt, dass es besser wurde oder kam das einfach plötzlich? Was hat dir geholfen die Zeit zu überstehen? Wie kann ich mich mit dem frieden schließen, dass ich so ein lautes schnell unzufriedenes kleines geliebtes Würmchen habe?

Sabrina
Sabrina
3 Jahre zuvor

Danke für diesen Artikel. Ich erkenne Emma exakt wieder. Kinderwagen, Kindersitz im Auto… Katastrophe. Ich wollte nicht mehr ins Auto steigen und auch nix mehr ausmachen. Die Kommentare und die Witze nicht auszuhalten. Unsere Tochter ist 10 Monate als und es ist schon auf jeden Fall besser als am Anfang. Sie ist so aufgeweckt und unendlich neugierig. Ein kurzes Päuschen ist aussichtslos. Trage mag sie mittlerweile und schläft darin ein. Juhuuu. Autofahren ab dem 5. Monat. Alleine schlafen ab dem 6. Monat. Glück haben wir mit den Nächten (außer sie zahnt) aber immerhin. Tagsüber schlafen ein Kampf. Manchmal mehr manchmal weniger. Nachmittagsschläfchen macht sie schon lange nicht mehr. Abends Fall ich kaputt auf die Couch und hoffe es wird immer besser. Das sie seit 2 Monaten krabbeln kann hat alles ein wenig erleichtert. Von wegen „du wirst dich umsehen, da musst du nur noch hinterher“. Ich glaube sie will einfach alles selber machen. Vorher konnte ich sie fast nie ablegen.

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Was ist ein Schreibaby? Ursachen und Hilfe - Echte Mamas
3 Jahre zuvor

[…] Normalfall können sich Babys bei einer Überforderung selber beruhigen. Manche Babys sind jedoch empfindlicher. Sie nehmen mehr Sinneseindrücke auf als andere und können sie nicht verarbeiten. Es kommt zu […]

Lena
Lena
4 Jahre zuvor

Danke für diesen Artikel, ich habe einen 4 Jahre alten Sohn. Er war ein sehr aufgeregtes unruhiges Baby, hat alles aufgesaugt. Und ist nie wirklich zur Ruhe gekommen. Auch Nachts nicht. Es ist besser geworden seit dem er spricht. Er braucht mich immer noch viel mehr als andere Kinder in vergleichbarem Alter ihre Mama brauchen. Er braucht meine Nähe und Sicherheit gleichzeitig will er unabhängig sein. Sofort! Und dennoch muss ich ihn regelrecht schubsen damit er mal was selbst versucht…Um nicht ständig im Epizentrum seiner Frustration zu stehen, mich endlich aus dieser Überlastung zu befreien und ihm den Raum zu geben sich zu entwickeln. Derzeitiger Lieblingssatz von mir wenn er mich attackiert um seinem Frust Luft zu machen weil er was nicht kann was er noch nie gemacht hat was aber nicht auf Anhieb funktioniert: ja dann mach es einfach. Du bist ein großer Junge, du hast schon so viel gelernt. Z.b. sprechen, laufen oder mit der Schere schneiden…

Er saugt immer noch alles auf was so um ihn herum passiert. Dann, wenn wir alleine sind, kotzt er es wieder über mir aus. Vor anderen ist er meist freundlich. Also versteh mich keiner. An mir lässt er seinen Frust aus. Alle anderen sehen ein sehr liebes, freundliches, hilfsbereites Kind. Das gelegentlich grob mit der Mama spielt. Kein Zweifel, dass ist er, er ist toll. Aber auch mit sich und der Welt überfordert und ich Kriege es ab. Ist kein Problem für mich. Aber dass niemend in meinem Leben ist der mich versteht, ich mit niemandem darüber reden kann der das glaubt oder besser noch, kennt. Mich nicht verurteilt selbst schuld zu sein oder Geister zu sehen. Dass ist hart. So einsam war ich noch nie.

Alle guten Tipps ihm einfach Zeit zu geben. Er käme schon in die Phase alles selbst zu probieren oder in seinem Bett schlafen zu wollen sind gescheitert. Ich habe mir letztlich den Raum schaffen müssen den ich zum überleben brauche. Denn durch ihn bin ich ganz alleine. Jede Unterstützung die ich dazu hole bringt ihn auf 180. Ich habe Grenzen setzen auf ganz neuem Niveau gelernt. Jedes Kind ist anders. Ich liebe ihn wie er ist. Er ist eine richtige Persönlichkeit. Sein starkes Temperament wird ihn weit bringen. Und mich auch!

Wiebke Reikowski
Wiebke Reikowski
4 Jahre zuvor

Was ich mich frage (denn ich habe auch so ein 8monatiges Energiebündel), wie und wann ging es mit der Eingewöhnung in irgend einer Form von Betreuung los und wann hat es tatsächlich gut geklappt?

Sonja
Sonja
4 Jahre zuvor

Hallo, es tut gut den Artikel zu high need Babys zu lesen denn meine kleine ist auch eine dieser seltenen Gattung ? alles was mit -wagen endet wird von ihr verweigert, alleine schlafen unmöglich sobald jemand anders (außer Mama, Papa, Oma, Opa) sie auf den Arm nehmen will gibts sofort Alarm. Autofahren geht auch nur wenn wir in 20 Minuten am Ziel und spätestens nach 2 Stunden wieder zu Hause sind und das ist ziemlich herausfordernd wenn man am Land wohnt… zu irgend einem Kurs mit Baby hab ich mich noch nicht getraut mich anzumelden und zum Kinderarzt fahre ich nur in Begleitung damit ich sie am Heimweg trösten kann. Die Kollegen warten schon alle das ich sie mal besuchen komme aber das wird wohl noch dauern, sie ist jetzt 19 Wochen alt. Aber ich hab mich damit abgefunden das sie sensibler ist als andere Babys und genieße die Kuschelzeit so lange sie es braucht <3