Handyverbot an Grundschulen: Sinnvoll oder unnötig?

Ob zum Chatten, Spielen, Videogucken, Lernen – heute kommt kein Kind mehr am Smartphone oder Tablet vorbei. Ganz egal, was ihr euch vielleicht mal vorgenommen habt in Sachen Kinder und Medien: Es ist einfach Fakt, dass technische Geräte wie Smartphones oder Tablets heute zu unserem Leben dazugehören.

Irgendwann steht dann die Frage nach dem ersten eigenen Smartphone im Raum. Die meisten Eltern denken länger darüber nach, ab wann ihr Kind alt genug dafür ist. Schließlich kann dein Kind sich damit deutlich selbstständiger durchs Netz bewegen – und wer weiß, was es dort zu sehen bekommt. Allgemeine Empfehlungen lauten, dass Kinder frühestens ab neun Jahren ein Smartphone bekommen sollten, aber viele bekommen schon deutlich früher eins. Häufig schenken Eltern das erste eigene Handy schon zur Einschulung.

Handys haben damit schon lange die Grundschulen erobert.

Während es in einigen europäischen Ländern schon flächendeckende Handyverbote gibt, wird das Thema in Deutschland bisher je nach Schule unterschiedlich behandelt, wie Deutschlandfunk Kultur berichtet. Dabei fordern Eltern, Politik und zahlreiche Bildungsexpertinnen und -experten verbindliche Regelungen. Laut einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom ist die private Nutzung von Smartphones an über der Hälfte aller deutschen Schulen verboten.

Warum ein Handyverbot sinnvoll sein könnte

Laut einer neuen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und der Uni Witten/Herdecke sollten Kinder zwischen sechs und neun Jahren nicht mehr als 30 bis 45 Minuten vor dem Bildschirm hängen – allerdings sollte es weiterhin bildschirmfreie Tage geben. Machen wir uns nichts vor, viele Kinder werden mehr Zeit vor dem Bildschirm verbringen und vermutlich kaum bis keine bildschirmfreien Tage erleben. Durch ein Handyverbot an der Grundschule ist wenigstens ein Teil des Tages handyfrei.

Außerdem waren die Ergebnisse der letzten PISA-Studie katastrophal. Bildungsexperten führen das auf ein Nachlassen der Konzentration zurück, ausgelöst durch die intensive Nutzung von digitalen Geräten wie Smartphones, Tablets und Smartwatches. Bei Tests in den Niederlanden schnitten Schülerinnen und Schüler mit hoher Bildschirmzeit in Sachen Leseverständnis und Sprachfertigkeiten einen bis anderthalb Punkte schlechter ab als Kinder, die weniger Zeit an Handy und Tablet verbringen.

Auch wir haben bereits von einer Studie berichtet, die nachweisen konnte, dass eine hohe Bildschirmzeit die Sprachentwicklung des Kindes beeinflusst. Mehr dazu HIER >>>

Außerdem sind Cybermobbing und gefährliche TikTok-Challenges Argumente, die Befürworter eines Handyverbots vorbringen. Diese ließen sich zwar nicht verhindern, aber möglicherweise durch ein Verbot an Grundschulen eindämmen, so die Hoffnung

Was sagen die Gegner des Handyverbots an Grundschulen?

Ausgerechnet Lehrkräfte sind gegen ein konsequentes Verbot an Grundschulen. Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass ein absolutes Verbot für alle Altersgruppen und den gesamten Schulbereich nicht durchzusetzen sei. Viele Eltern wollen, dass sich ihre Kinder im Fall von Unterrichtsausfällen bei ihnen melden können.

Düll räumte ein, dass das Störungspotenzial durch Smartphones groß sei, aber auch in der analogen Zeit habe es viel Ablenkung gegeben. Gegen digitales Mobbing helfe ein Handyverbot außerdem kaum.

Wie sieht es dort aus, wo ein Handyverbot bereits durchgesetzt wird?

Dort, wo es schon länger Verbote gibt, wie an einigen niederländischen Schulen, sind die Ergebnisse positiv: Es herrscht deutlich mehr Ruhe im Unterricht. Und die Kinder haben sich deutlich schneller daran gewöhnt als gedacht, wie Deutschlandfunk Kultur berichtet.

Das ist für mich ein wichtiges Argument für ein Handyverbot. Aber wie ist denn eure Perspektive aus Elternsicht? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

Lena Krause
Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und übe mich als Patentante (des süßesten kleinen Mädchens der Welt, versteht sich). Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert. Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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