Mehr Gleichberechtigung bei der Hausarbeit? So kann es klappen!

Gleichberechtigung hin oder her: Wenn es um den Haushalt geht, ist es leider oft immer noch so, dass das meiste an uns Frauen hängenbleibt. Das nervt dich? Dann haben wir jetzt eine gute Nachricht: Forscher haben nämlich jetzt herausgefunden, was wir Frauen dafür tun können, damit unsere Männer zuhause mehr mit anpacken. Das Zauberwort dafür lautet: negative Kommunikation. Klingt erst einmal komisch, scheint aber tatsächlich zu funktionieren – mit einem kleine Haken:

„Hast du den Müll immer noch nicht runter gebracht?!“

Ich vermute mal, den Satz haben nicht wenige von uns schon das ein oder andere mal zu ihrem Partner gesagt. Mindestens genauso beliebt: „Immer lässt du deine Socken überall liegen“, „Wieso muss ich immer dein Geschirr in die Spülmaschine räumen?“ oder „Warum kümmerst du dich eigentlich nie um die Wäsche?“ Manchmal ist das einfach nur anstrengend. Und eigentlich wollen wir ja auch gar nicht ständig meckern und uns beschweren.

Sollten wir aber! Sagen jedenfalls die Forscher einer Studie der University of Utah. Die Wissenschaftler haben dafür insgesamt 487 Paare beobachtet und etwas Erstaunliches festgestellt:

„Je negativer wir Frauen kommunizieren, desto mehr Hausarbeit übernehmen unsere Männer.

Kaum zu glauben, oder? Es scheint aber tatsächlich etwas dran zu sein. Zu diesem Ergebnis kommen jedenfalls die amerikanischen Forscher. Wie ein Paar, das zusammenlebt, die Arbeit im Haushalt aufteilte, hing zu einem Großteil davon ab, wie die Frauen mit ihren Männern kommuniziert haben. Dabei ist nicht nur die Kommunikation mit Worten gemeint, sondern auch das Verhalten. In Beziehungen, in denen die Frauen ihrem Partner gegenüber kritisch waren, wütend geworden sind, ihn auf Kuschelentzug gesetzt oder ignoriert haben, haben die Männer einen größeren Anteil der Hausarbeit übernommen.

Umgekehrt funktioniert das übrigens nicht: Männer konnten die Aufteilung der Hausarbeit nicht durch ihre Kommunikation beeinflussen.

Heißt das also, wir sollen unseren Partner möglichst viel anzicken, damit er endlich wäscht, putzt und bügelt?

Eher nicht. Denn leider hat die Studie einen nicht ganz unwichtigen Haken: Die betroffenen Männer gaben nämlich an, dass sie deutlich unzufriedener in ihren Beziehungen waren. Und das lag vermutlich nicht nur an der zusätzlichen Hausarbeit. Wie die Wissenschaftler aus der Studie schließen, hängt die Zufriedenheit von Männern in einer Beziehung also größtenteils davon ab, wie ihre Partnerin mit ihnen kommuniziert. Je positiver wir ihnen gegenüber sind, desto zufriedener sind unsere Männer.

Bei uns Frauen sieht das laut der Forscher etwas anders aus. Wir scheinen zufriedener zu sein, je mehr Gleichberechtigung es in Beziehung und Haushalt gibt.

Für Daniel L. Carlson, einen der Autoren der Studie, ist beides nicht überraschend. Denn schließlich seien es in den meisten Fällen wir Frauen, die für mehr Gleichberechtigung kämpfen würden. Folglich sei es logisch, dass es an unserer Kommunikation läge, ob sich etwas ändere oder nicht.

Ein Punkt hat den Forscher dann aber doch überrascht: Warum helfen unsere Männer nicht mehr im Haushalt, wenn wir sie liebevoll darum bitten? Stattdessen müssen wir offenbar schimpfen, meckern und sie kritisieren, um Erfolg zu haben.

Hat Corona die klassische Aufgabenverteilung beeinflusst?

Während der Pandemie saßen viele von uns monatelang zuhause, haben gearbeitet und gleichzeitig die Kinder betreut. Hat das dazu geführt, dass unsere Männer sich auch im Haushalt mehr eingebracht haben? Carlson sagt „Ja“. Seine Einschätzung begründet sich auf den Angaben von 1.060 Eltern, die der Forscher im April dazu befragt hat. Demnach haben in dieser Zeit viele Männer mehr Aufgaben im Haushalt übernommen und sich auch gleichzeitig mehr um die Kinder gekümmert als vor der Corona-Krise. Auch wenn der Großteil der Arbeit nach wie vor an uns Frauen hängenbleibt.

Trotzdem: Carlson rät uns Frauen dazu, die Gunst der Stunde zu nutzen, um die Aufgabenverteilung zuhause neu zu diskutieren. Und das ist auch dringend notwendig: Eine Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hat nämlich gezeigt, dass wir im Schnitt ganze 4,5 Stunden pro Tag mit dem Haushalt verbringen – Kinderbetreuung mit eingerechnet. Und unsere Männer? Bräuchten schon jetzt stolze vier Jahre, um die Arbeit aufzuholen.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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