Welche Jobs lassen sich am besten mit einer Familie vereinbaren?

Schon während der Schwangerschaft habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen, wie es wohl mit meinem Job weitergeht, wenn unser Kind erst einmal da ist. Ich arbeitete damals in einer PR-Agentur und machte fast nie pünktlich Feierabend. Noch dazu musste ich täglich jeweils über eine Stunde hin und wieder zurück pendeln. Dieses Pensum würde mit Kind nicht zu schaffen sein. Würde ich mir einen neuen, familienfreundlichen Job suchen müssen?

Zum Glück war das nicht nötig, denn mein Arbeitgeber kam mir sehr entgegen. Er ermöglichte mir, nach der Elternzeit in Teilzeit zurückzukehren und zwei Tage pro Woche vom Home Office aus zu arbeiten. Meine Position als Teamleitung durfte ich dabei sogar behalten. Und es funktionierte wunderbar!

Meine kürzeren Arbeitszeiten wurden auch von den KollegInnen voll akzeptiert. Außerdem wurde ich nie schief angeguckt, wenn mein Kind wieder einmal krank war und ich zuhause bleiben musste (wo ich dann aber auch arbeitete, wenn mein Schatz schlief). Ich hatte also Glück, einen fortschrittlichen Arbeitgeber zu haben, der mir vertraute und mir diese Flexibilität ermöglichte.

Später zogen wir an einen anderen Wohnort und ich hatte Schwierigkeiten, einen ähnlich flexiblen Job in gleicher Position zu finden. Mit viel Zuspruch und Unterstützung von Freunden und ehemaligen KollegInnen wagte ich deshalb den Sprung in die Selbständigkeit. Es hätte keine bessere Entscheidung für mich geben können. Ich kann heute von zuhause aus arbeiten, habe keine Pendelfahrten mehr, was mir enorm viel Zeit, Stress und Geld erspart.

Dazu habe ich über unseren Kindergarten ein wunderbares Elternnetzwerk, in dem wir uns gegenseitig bei Betreuungsengpässen am Nachmittag aushelfen. Wenn ich einmal Auswärtstermine wahrnehmen oder beruflich ein paar Tage verreisen muss, verbringt unsere Tochter einen fröhlichen Nachmittag bei einem ihrer Kindergartenfreunde. Nach Feierabend holt sie mein Mann dann dort ab, isst mit ihr zu Abend und bringt sie ins Bett.

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Für mein Empfinden ist es genau das, was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht:

Zum einen ein Arbeitgeber oder eine Tätigkeit, die Flexibilität ermöglicht, also fließende Arbeitszeiten, Home Office und vor allem Verständnis für krankheitsbedingte Ausfälle, solange die Kinder klein sind.

Zum anderen ist es ein Netz im Hintergrund, das uns auffängt, wenn es doch mal turbulent wird. Dazu gehört natürlich der Partner, aber auch Freunde, Nachbarn, die Großeltern oder Geschwister, ein toller Babysitter, eine Tagesmutter oder auch einfach eine Kita mit langen Öffnungszeiten und flexiblen Buchungszeiten, in der sich das Kind wohlfühlt.

Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, ist es eigentlich egal, was genau man beruflich macht. Denn das „Wie“ erfüllt bereits alle Kriterien für einen familienfreundlichen Job.

Wie unterschiedlich dieses „Wie“ aussehen kann, haben wir von Mamas aus unserer Community erfahren, die ganz verschiedene Formen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie beschreiben:

1. Moderne Arbeitszeitmodelle:

Wie schon erwähnt können Arbeitgeber sehr viel zur Familienfreundlichkeit beitragen, indem sie ihren ArbeitnehmerInnen ermöglichen, ihre Wochenarbeitszeit flexibel zu legen. Wenn das Büro etwa von 7 bis 20 Uhr geöffnet ist und in dieser Zeit eine freie Arbeitseinteilung möglich ist, hilft das schon sehr. Gerade für Eltern macht es oft einen Unterschied, wenn sie statt um 7 Uhr auch mal um 10 Uhr anfangen können. Oder umgekehrt statt wie die KollegInnen erst um 9 Uhr, schon um 7 Uhr starten zu können, um früher Feierabend zu machen.

Auch die Möglichkeit eines Gleitzeitkontos, bei dem Überstunden angerechnet werden, die nach und nach durch freie Tage abgebaut werden können, ist für Eltern Gold wert. Genauso wie umgekehrt das Sammeln von Minusstunden, die dann später nachgearbeitet werden. So gehen am Ende nicht die Urlaubstage drauf, wenn das Kind öfter oder längere Zeit krank ist und betreut werden muss.

Last but not least ist da noch das Home Office, also die Möglichkeit, die Arbeit von zuhause aus zu erledigen. Das bietet sich natürlich nicht für jeden Beruf an, aber in vielen ist das eine tolle Möglichkeit, Eltern zu entlasten. Allerdings erfordert das ein Vertrauen des Arbeitgebers in seinen Mitarbeiter, denn wieviel der zuhause tatsächlich arbeitet, ist natürlich schwieriger zu kontrollieren.

Viele Unternehmen scheuen vor solchen Regelungen noch zurück. Doch wenn immer mehr Eltern sie für sich einfordern, ziehen hoffentlich bald auch immer mehr Arbeitgeber mit. So wie meiner damals, für den es auch Neuland war, eine Teamleitung als Teilzeitkraft mit Heimarbeit zu beschäftigen.

2. Schichtdienst

Im Schichtdienst sind die oben beschriebenen Arbeitszeitmodelle natürlich nicht möglich. Mütter, die im Schichtdienst arbeiten, sind daher umso mehr auf einen entgegenkommenden Arbeitgeber angewiesen. Wenn etwa im Einzelhandel verlangt wird, dass Arbeitnehmer montags bis samstags von 5 Uhr bis 22 Uhr flexibel zu sein haben, und Dienstpläne ohne Rücksichtnahme nach dem Zufallsprinzip erstellt werden, dann ist das für Eltern schlicht unzumutbar.

Den Berichten aus unserer Community zufolge gibt es jedoch viele Arbeitgeber, die Mitarbeitern mit Kindern bevorzugt die Frühschichten zuteilen. Mit dieser Voraussetzung empfinden auch Mamas im Schichtdienst ihren Job durchaus als familienfreundlich.

Daneben gibt es auch Mütter, die sogar das Drei-Schicht-System mit Früh-, Spät, und Nachtdiensten als machbar und durchaus als familienfreundlich empfinden. Sie genießen es zum Beispiel, für Unternehmungen nicht nur auf das Wochenende angewiesen zu sein. Ein Vormittag im fast menschenleeren Freibad oder Zoo ist schließlich auch was Feines.

Schichten lassen Zeit fürs Kind, wenn alle anderen arbeiten müssen. Foto: Bigstock

Allerdings geben sie zu, dass der Schichtdienst immer mit sehr viel Planung und guter Organisation verbunden ist. Wer einen geregelten Tagesablauf für sich und sein Kind bevorzugt, ist in diesem Arbeitsmodell daher vermutlich nicht gut aufgehoben.

3. Nachtschichten

Viele Mütter aus unserer Community empfinden das ausschließliche Arbeiten in der Nachtschicht als gut vereinbar mit ihrem Kind. Sie geben zwar allesamt zu, dass das nur etwas für Mamas ist, die von sich aus nicht besonders viel Schlaf brauchen. Doch mit dieser Voraussetzung sei es ein familienfreundliches und aufgrund der Nachtzulagen auch lukratives Arbeitsmodell, ganz egal ob als Nachtwache in der Pflege, dem betreuten Wohnen, einer Klinik oder anderswo.

In der Regel gehen Nachtschichten von etwa 21 Uhr bis 6 oder 7 Uhr am nächsten Morgen. Wenn das Kind dann im Kindergarten ist, kann Mama nach ihrer Schicht einige Stunden schlafen. Wenn sie es dann am Mittag oder Nachmittag wieder abholt, bleiben noch viele gemeinsame Stunden, anders als bei einer gewöhnlichen Vollzeitstelle mit Arbeitszeiten bis in den späten Nachmittag oder Abend.

Zwischen den Nachtdiensten gibt es als Ausgleich außerdem immer einige freie Tage am Stück, an denen sich Mama vormittags erholen oder Liegengebliebenes erledigen kann.

4. Frühschichten

Viele Mamas aus unserer Community fühlen sich mit einer Frühschicht besonders wohl, da sie dann die Nachmittage mit ihren Kindern verbringen können. Ob in der Industrie, der Gastronomie, im Einzelhandel oder einer anderen Branche spielt dabei kaum eine Rolle.

Grundsätzlich werden Jobs, die zwischen 6 und 7 beginnen und gegen Mittag oder frühen Nachmittag enden, in unserer Echte Mamas Community als sehr familienfreundlich empfunden. Diese sind dann nämlich auch in Vollzeit möglich, was für viele Familien heute finanziell notwendig ist.

Allerdings bedeuten diese Arbeitszeiten nicht unbedingt, dass auch das Kind um 5 Uhr aufstehen muss und neun oder zehn Stunden im Kindergarten bleibt. Viele regeln es so, dass der Vater das Kind auf dem Weg zur Arbeit hin bringt oder die Großmutter morgens einspringt, sofern sie in unmittelbarer Umgebung wohnt. So ist das Kind im Schnitt zwischen 7 und 8:30 Uhr in der Betreuung und wird von Mama je nach ihren Wochenarbeitsstunden zwischen 13 und 16 Uhr abgeholt.

5. Öffentlicher Dienst

Super Konditionen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bietet laut unserer Community der öffentliche Dienst. Viele schwärmen geradezu von den Vorteilen der Gleitzeit, die etwa eine Stelle im Jobcenter, Finanzamt oder Jugendamt mit sich bringt.

Viele sind in diesen Jobs mit 20 bis 30 Stunden in Teilzeit tätig, damit sie ihre Kinder mittags oder am frühen Nachmittag abholen können. Doch durch die Tariflöhne und andere Vorteile im öffentlichen Dienst wird dies nicht als einschneidender Nachteil empfunden.

Viele Erzieherinnen finden, dass sich ihr Alltag mit der Familie super vereinbaren lässt. Foto: Bigstock

6. Erzieherin oder Tagesmutter

Sehr beliebt ist auch die Tätigkeit als Erzieherin, Kinderpflegerin oder Tagesmutter. Einige Mamas aus unserer Community haben für ihre Kleinen sogar einen Platz in der eigenen Einrichtung bekommen. Oder sie betreuen ihren Nachwuchs als Tagesmutter einfach selbst, zusammen mit den Schützlingen anderer Eltern.

Doch auch wenn das eigene Kind nicht in derselben Einrichtung betreut wird, so decken sich doch meist die Arbeits- und Betreuungszeiten ziemlich genau. Und wenn in der Kita des Kindes doch mal ein Schließtag mehr dazwischen ist, so ist es meist kein Problem, das eigene Kind in die Arbeit mitzunehmen. Es gibt sogar Erzieherinnen, die ihre Schulkinder in den Schulferien mitbringen dürfen.

7. Selbständigkeit mit Möglichkeit der freien Zeiteinteilung

Sehr viele Mamas arbeiten wie ich selbständig und fühlen sich damit hinsichtlich der Vereinbarkeit sehr wohl. Es gibt Friseurinnen, Fotografinnen, Stylistinnen, Beraterinnen, Fitnesstrainerinnen und viele, viele mehr, die ihre Flexibilität als Selbständige nicht mehr hergeben möchten.

So können es viele von ihnen einrichten, Termine oder Sprechzeiten nur in die Betreuungszeiten ihres Kindes zu legen, oder auch auf den Abend und das Wochenende, wenn Papa auf das Kind aufpasst.

Als Selbständige im Fitnessbereich haben einige Mamas ihren Fokus mithilfe entsprechender Fortbildungen etwa auf das Training vor und nach der Geburt, auf Mutter-Kind-Turnen oder Babyschwimmen gelegt. Zu den Kursen kommen also Schwangere und Mütter mit Babys oder kleinen Kindern, so dass sie als Trainerin ihr eigenes Kind problemlos mitbringen können.

Wenn du noch auf der Suche nach einem familienfreundlichen Job bist, weißt du nun, worauf du bei der Stellensuche achten musst. Ich drücke die Daumen, dass es schon bald mit deinem Lieblingsjob klappt!

Anna Moniz

Vor zwei Jahren hat es mich mit meinem Mann und unserer Tochter vom hohen Norden nach Niederbayern verschlagen. Hier arbeite ich als Autorin für Echte Mamas sowie als freie Texterin und PR-Beraterin. Die Turbulenzen des echten Mamalebens halten mich dabei täglich auf Trab und machen mich gleichzeitig zum glücklichsten Menschen aller Zeiten.

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