„Es ist schwer, mein Kind zu mögen und das tut mir leid.”

Egal wie anstrengend der Alltag mit dem Kind war, eigentlich sind sich doch die meisten Mamas am Ende des Tages sicher: „Mein Kind ist das beste der Welt!” Aber was ist, wenn Eltern plötzlich selbst erkennen, dass es schwer ist, ihr Kind zu mögen? Dass es einen schwierigen Charakter hat und – platt ausgedrückt – eine ziemliche Nervensäge ist.

Der Moment der Erkenntnis

Vielleicht ist das für dich eine befremdliche Vorstellung, doch genau das ist einer Mama passiert, die bei Scarymommy ihre Geschichte erzählt. Sie erinnert sich noch genau an den Moment der unangenehmen Erkenntnis. Ihre fünfjährige Tochter war mit einer Freundin verabredet, die beiden Kinder spielten Fangen miteinander.

Ihre Tochter war an der Reihe, die Freundin zu jagen und als ihr dieses nicht sofort gelang, schmiss sie sich auf den Boden und begann loszuheulen: „Ich kann dich nicht einholen, du musst langsamer werden. Du musst! Ansonsten spiele ich nicht mehr mit dir!” Die Mutter schaut seufzend zu den beiden Kinder: Schaut ihr Kind an und dann das Gast-Kind, ein angenehmes fröhliches Mädchen, das meistens lächelt, „und da wusste ich es.”

Die Tochter will immer alles bestimmen

Seit Monaten hatte sie in ihrem tiefsten Innern eine Befürchtung, die sich wegen der typischen Situation endgültig an die Oberfläche drängt. Denn mit ihrer Tochter erlebt die Mama ständig solche Situationen, egal ob sie alleine ist, mit den Geschwistern oder mit ihren Freunden zusammen, zuhause und in der Öffentlichkeit: Ihre Tochter will immer alles bestimmen. Sie ist diejenige, die im Laden eine Szene macht und heult, wenn sie etwas nicht bekommt.

„Sie weint schnell, schreit und bekommt einen Wutanfall, von dem ich einmal dachte, dass nur 2-Jährige dazu fähig sind. Meine Tochter ist respektlos und unhöflich. Launisch. Unfähig zu teilen und besitzergreifend bei jedem verdammten Spielzeug. Beharrt darauf, dass alles so läuft wie sie es will. Manipulativ. Sie denkt immer nur an sich.”
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Was würdest du tun, wenn dein Kind sich so verhält?x

„Sie ist eine verzogene Göre!”

Harte Worte einer Mutter. Sie schließt ihre Beschreibung mit den Worten: „Sie ist eine verzogene Göre!” Für die Mama sei das besonders schlimm, da sie sich als Menschenfreund sieht und stolz darauf ist, nachdenklich, wohlwollend und freundlich zu sein. Ihre Tochter ist das komplette Gegenteil.

Früher wurde ihr oft gesagt, dass sich das Kind ändern würde, wenn es aus dem Kleinkindalter raus ist, aber das war nicht der Fall: „Sie schreit jetzt nur noch lauter und benutzt schlimmere Worte. Sie war ihr ganzes bisheriges Leben schwierig und ich glaube nicht, dass sich das jemals ändern wird.”

Mutter verzeiht allen, die ihr Kind nicht mögen

Besonders im Vergleich zu anderen Kindern wird deutlich, dass ihre Fünfjährige eine unabhängige und starrsinnige Diva sei, „sie ist die Definition eines schwierigen Kindes.” Natürlich wünscht sich die Mutter, dass sie ihr Kind dafür lieben und es so annehmen könnte wie es ist, doch das fällt ihr schwer. „Ich möchte sie nicht mit jedem anderen Kind vergleichen. Aber die Wahrheit ist, dass ich wünschte, sie wäre ein bisschen mehr wie die anderen Kinder.”

Deswegen möchte die Mama allen Menschen sagen, denen ihre Tochter zukünftig auf die Nerven gehen wird: „Es tut mir leid und ich verzeihe euch, dass ihr mein Kind nicht mögt.” Trotzdem liebt sie ihre Tochter und sieht auch ihr Potenzial: „Ich kenne ihre Stärken. Ich sehe, wie sehr sie versucht, ihren kleinen Bruder zum Lachen zu bringen, und wie sanft sie unseren kleinen Hund streichelt, und wie sie selbstbewusst in einen Raum voller Fremder gehen kann, während sich alle anderen Kinder an ihren Eltern festklammern.”

„Ich habe wirklich mein Bestes gegeben!”

Sie als Mutter bekommt von ihrer widerspenstigen Tochter viel Liebe und wisse deswegen, dass ihr Kind auch wundervoll sein kann. „Aber andere verbringen vielleicht nur einen kleinen Moment oder ein paar Stunden mit ihr. Wenn sie Glück haben, bekommen sie ihren Charme zu spüren. Aber wenn nicht, dann sind sie eher damit beschäftigt, die bissigen Bemerkungen meiner Tochter abzuwehren, das eigene Kind vor meinem zu schützen und sich die Ohren zuzuhalten, um nicht ihr lautstarkes Geheule hören zu müssen.”

Deswegen findet die Mutter es nachvollziehbar, dass andere Menschen ihr Kind nicht mögen. Aber sie möchte ihnen auch sagen: „Ich habe wirklich mein Bestes gegeben!” Und sie glaubt, dass das auch für ihre Tochter stimmt, denn manchmal sieht sie, wie diese sich auf die Zunge beißt, um eine für sie typische Bemerkung zu unterdrücken, die andere verletzen würde. „Diese Momente geben mir Hoffnung, dass sie eines Tages doch noch einen wundervollen Charakter entwickeln könnte.”

Klarer Rat für die anderen Eltern

Für alle anderen Eltern, deren Kinder mit ihrer Tochter in Kontakt kommen, hat die Mama aber auch einen klaren Rat: „Zögert nicht, eure Kinder darin zu bestärken, sich gegen meine Tochter zu wehren. Das würde ich natürlich niemals zugeben, aber für mich ist es OK, wenn die anderen Kinder meiner Tochter mal ein bisschen gegen ihr Schienbein treten. Meine Tochter braucht Freunde, aber wenn das so weitergeht, wird sie bald keine mehr haben. Deswegen muss es Kinder geben, die ihr Grenzen aufzeigen.”

Denn für die Mutter steht das ernüchternde Fazit fest: „Meine Erziehung, die – je nach täglicher Verfassung – aus Bitten, Ermahnen, Erinnern oder Betteln besteht, ist fehlgeschlagen. Möglicherweise wird ihr ein gewisser Gruppenzwang gut tun. Eine Mutter kann zumindest hoffen.”

Ein knallhartes Geständnis, oder?

Gleichzeitig ist es sehr befreiend, dass die Mutter ganz offen von den Schwierigkeiten (mit) ihrer Tochter spricht. Wie findest du die Aussagen der Mama? Verrate es uns gerne in den Kommentaren!

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Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg. Am liebsten erkunde ich mit ihm die vielen grünen Ecken der Stadt.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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