Ergreifend: Abschiedsworte einer Mama, die ihr Baby aus Liebe weggibt

„Oh Gott, du bist so süß, du macht es mir schwer”, mit tränenerstickter Stimme nimmt Hannah Mongie Abschiedsworte für ihr wenige Tage altes Baby auf, denn die junge Mutter hat sich dazu entschieden, es zur Adoption freizugeben.

Das ist für dich, Taggart. Ich habe dieses Video gemacht, damit du weißt, wie sehr ich dich liebe.

Vater des Babys stirbt während der Schwangerschaft

Dabei hatten sich die 18-Jährige und ihr Freund auf das gemeinsame Kind gefreut. Die beiden sind schon eine Weile zusammen, als Hannah überraschend herausfindet, dass sie schwanger ist. Ihr Freund habe sich immer einen Jungen gewünscht: „Er hat sich schon ausgemalt, wie er dir Baseball und sowas beibringt”, erzählt Hannah ihrem Baby.

Doch es soll alles anders kommen, kurze Zeit später stirbt der Vater des ungeborenen Kindes. Als sie vom Tod ihres Freundes spricht, muss Hannah mehrmals tief Luft holen, um nicht völlig die Fassung zu verlieren: „Zwei Tage nachdem er zum ersten Mal deinen Herzschlag hören durfte, hat sein Herz aufgehört zu schlagen.”

Ihr Freund ist nachts im Schlaf ganz plötzlich verstorben. Die schwangere Hannah ist tief verzweifelt, sie kann sich einerseits nicht vorstellen, das letzte Stück, dass sie von ihrem geliebten Freund hat, wegzugeben, aber sie ahnt, dass ihr Kind es bei anderen Eltern besser haben könnte.

Dann fällt die Schwangere eine Entscheidung

„Eines Tages wachte ich auf und wusste einfach, dass mein Kind zu anderen Eltern gehört.” Also macht sie sich auf die Suche und findet ein Paar, dass alle ihre Wünsche für ihr Kind erfüllt: Brad und Emily Marsh.

Die beiden haben bereits ein Adoptivkind und streben eine offene Adoption an, bei der die leibliche Mutter weiterhin Kontakt zu ihrem Kind hat und Teil seines Lebens ist.

„Emily wird die beste Mama der Welt sein!”

„Mit der Zeit sind deine Mama Emily und ich sehr, sehr gute Freundinnen geworden. Wir haben zusammen auf deine Geburt gewartet. Sie wird die beste Mama der Welt sein, denn sie ist einer der tollsten Menschen, die ich kenne.”

Trotzdem hört jeder, der ihre Abschiedsbotschaft abspielt, dass es es Hannah sehr schwer fällt, ihr Baby wegzugeben.„In den letzten Wochen habe ich nur auf die zwei wertvollen Tage gewartet, die ich dich für mich ganz alleine habe. Nun ist die letzte Stunde dieser Tage gekommen. Gleich gebe ich dich an Brad und Emily ab und dann wirst du ihr kleiner Junge sein.”

An dieser Stelle muss Hannah sich kurz unterbrechen und schluchzt. „Ich möchte nur, dass du weißt, dass ich dich mehr liebe als jeden anderen Menschen auf der Welt.”

Die letzten Worte bringt Hannah kaum über ihre Lippen

Sie erklärt ihrem Sohn, dass sie ihn aus Liebe weggibt, weil sie das Beste für ihn möchte und ihm eine Mama und einen Papa wünscht. Dann kommt sie zu ihren letzten Worten:

„Ich werde dieses Video nun beenden und dir in unserer letzten Stunde noch so viele Küsse wie möglich geben. Ich liebe dich, mein kleiner Junge, mein Sohn. In Liebe, deine Mutter Hannah.”

Hannah bereut ihre Entscheidung nicht – im Gegenteil

Obwohl diese Abschiedsbotschaft so unendlich traurig ist, ist es Mama Hannah und den Adoptiveltern wichtig, sie zu teilen.

„Ich hoffe, dass sich für jeden, der dieses Video sieht, eine neue Perspektive eröffnet und zeigt, wie hart es für eine Mama ist, ihr Baby wegzugeben. Es ist weit davon entfernt, herzlos zu sein. Es ist die Definition von Liebe, jemanden so sehr zu lieben, dass man das eigene Glück für ihn opfert.”

Auch wenn der Prozess sehr schmerzhaft war, Hannah bereut ihre Entscheidung bis heute nicht. Sie wohnt nur 10 Minuten Autofahrt von ihrem Sohn entfernt und sieht ihn mehrmals im Monat. Sie und Emily sind immer noch gut befreundet: „Ich bin so dankbar, dass mein Sohn mich zu ihr und ihrer wundervollen Familie geführt hat”, erzählt Hannah dem Nachrichtensender KTVU FOX 2.

Hannah und Emily wünschen sich, anderen Mut zu machen

Inzwischen hat der kleine Taggart noch einen weiteren Bruder, alle drei Kinder von Emily und Brad kennen ihre Herkunftsgeschichte. Sie haben alle Kontakt zu ihren leiblichen Müttern und ein Bild von ihnen im Kinderzimmer.

Adoptivmama Emily erklärt: „Meine Kinder werden immer wissen, dass ihre leiblichen Mütter sie aus selbstloser Liebe zur Adoption freigegeben haben, weil sie mehr für ihre Babys wollten, als sie ihnen geben konnten. Doch sie alle sind wunderbare Mütter und werden immer die erste Mama unserer Kinder sein.

Gemeinsam hoffen Hannah und Emily, dass sie anderen die Angst vor dem Schritt der Adoption nehmen können und sie mit ihrer Geschichte Frauen Mut machen können, die vor so einer schweren Entscheidung stehen.

Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg. Am liebsten erkunde ich mit ihm die vielen grünen Ecken der Stadt.

Auch wenn ich selbst keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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Karoli
Karoli
Antworten  brianna
1 Jahr zuvor

Warum hast Du Dich nicht von Deinem gewaltsamen Freund getrennt? Es gibt Frauenhäuser und die Kinder hätten Sicherheit gehabt, ich finde, du machst es Dir zu einfach.
Ich vermute eher, das Jugendamt hat Deine Kinder wegen Kindeswohlgefährdung aus der Familie genommen. In dem Moment warst Du schwach und konntest Dich nicht FÜR Deine Kinder entscheiden.

Silvi Muller
Silvi Muller
2 Jahre zuvor

Kinder müssen heute nicht mehr „überraschend“ auf die Welt kommen. Jeder weiss doch mittlerweile wie das funktioniert und kann verhüten. Ich bin ein Adoptivkind und weiss was da an Gedanken auf einen zu kommt in späteren Jahren. Das wird nicht ganz einfach. Alles Gute

Helena
Helena
2 Jahre zuvor

Ich bin selbst ein Adoptivkind, und weiss wie schwer es ist damit zu leben müssen. Man trägt es ein Leben lang mit sich herum und es ist immer präsent.Es ist ein Schmerz der nie vergeht. Egal ob Inkognito oder offene Adoption. Die Kinder leiden ein Leben lang. Keine Ersatzfamilie kann die leibliche Familie ersetzen.

Meike
Meike
2 Jahre zuvor

Schöner Artikel danke dafür, mach weiter so

Emanuela
Emanuela
2 Jahre zuvor

Ich verstehe es nicht. Kann es daher auch nicht gutheißen!!! Als ich laß dass der Mann verstarb, konnte ich es noch weniger nachvollziehen… er ist doch ein Teil von deinem Mann, sehr sehr schade. Ich habe vor kurzem eine Mädchen bekommen… und um keinen Preis dieser Welt könnte ich sie weggeben! Der Augenblick als ich nach 44 Stunden wehen, sie endlich im Arm hatte, war mir sofort klar: ich werde für immer und ewig alles für sie tun. Egal wie schwer und anstrengend es manchmal ist. Ich liebe sie und verstehe solche „Mamas“ nicht….

SchFra
SchFra
2 Jahre zuvor

Da kommen einem die Tränen…

Maria
Maria
2 Jahre zuvor

Sowas passiert in schwachen „Momenten“ weil einem da der Rückhalt fehlt. Auch wenn man keine Bilderbuch-Familie ist, ist es doch fast immer das Beste, wenn ein Kind bei seiner richtigen Mami (oder Papi) oder Eltern bleiben darf… Besonders wenn es doch eigentlich gewollt war. Ich kenne diese Situation auch und es kann hart werden. Aber ich bin froh dass ich mich für mein Kind entschieden habe – egal wie schwer es war. Es muss nicht immer leicht sein. Aber ein Kind ist jeden schweren Weg wert…

Shoron@
Shoron@
2 Jahre zuvor

Ich habe selber ein Kind abgegeben – aus Liebe. Mein Herz und Verstand haben sich jeden Tag gestritten. Das Herz das dir von der Liebe erzählt und der Verstand, von Vernunft und Verantwortung.
Ich fühle so sehr mit Dir!
Aber kaum einer versteht es. Immer wieder begegnen mir Sätze im Alltag: „Das Kind gehört zur Mutter“, und ich antworte immer wieder: „nicht um jeden Preis“.
Vielen Müttern geht es um „das Kind besitzen“, um vielleicht gesellschaftlichen Normen zu entsprechen, Aber auch Kinder, die wie die Natur es vorgesehen hat – sich eine Bindungsperson aussucht. – ist kein Gegenstand den man Besitzen kann. Es sind kleine Menschen, denen wir den Weg weisen müssen.
Wer am Ende der Pyramide an erster Stelle steht, ist der Mensch, der es schafft, die Bedürfnisse zu befriedigen. Es ist der Mensch, nicht die ‚Mama'(Brust?) Das Kind in einem Dorf, wird sich den aussuchen, der am besten die Bedürfnisse erkennt und bedient.

Anja
Anja
2 Jahre zuvor

Es gibt ein super schönes Lied von Ain Coen zu diesem Thema „Andere Hände“. Ich ziehe den Hut vor dieser Mama, die es sich eingestanden hat, es allein nicht zu schaffen.

brianna
brianna
2 Jahre zuvor

Genauso schwer ist es seine kinder aus purer Verzweiflung in Pflege zu geben. Beide Väter waren Gewaltbereit und ich habe mehr als einmal Angst gehabt das meine kinder ihnen zum Opfer fallen. Ich habe sie abgegenen ja. Aber sie haben das beste verdient und ich hätte sie niemals so schützen können wie sie es verdient haben und brauchen. Mir wird immer wieder vorgeworfen ich würde mich vor der Verantwortung drücken. Das gegenteil ist der Fall. Ich habe drei teile meines Herzens in fremde Hände gelegt und weiss das es die richtige entscheidung war. Denn das was ich ihnen nie bieten konnte haben sie jetzt. Ein sicheres gewaltfreies zu Hause und eine richtige Familie. Wie schwer diese Entscheidung fällt macht sich niemand eine vorstellung von. Ich bewundere jede Mutter die ihre eigenen Gefühle hinten anstellt um dem Geliebten Kind das bieten zu können was sie nicht haben. Ich bin dankbar das es Menschen da drausen gibt die für Kinder die nicht ihre eigenen sind einfach alles geben und sie Lieben. Heute weiss ich. Es war hart sie gehen zu lassen aber es war das beste was ich ihnen wünschen konnte. Denn sie sind glücklich. Wie selbstlos muss man also sein wenn man soetwas tut? Sehr. Denn das Herz schmerzt jeden Tag und an den Feiertagen und Geburtstagen ist es besonders hart. Und auch wenn der Schmerz zum Täglichen begleiter wird und man schier verrückt wird vor sehnsucht. Alleine das wissen das sie die besten chancen auf der welt haben lässt mich diesen schritt nicht bereuen

M.H.
M.H.
2 Jahre zuvor

ich hab meinen ältesten Sohn, der dieses Jahr 29 wird ,wegen einer Beeinträchtigung weggeben müssen…leider, ich hätte das nicht geschafft.
Meine Mutter hat das gemacht…nicht adoptiert, aber als Oma….
mir wurde versprochen, dass ich immer die Mama bleibe…doch er sieht meine Mutter ,als seine Mutter.
Wir haben eine weite Entfernung voneinander gehabt, und Kontakte waren eher schwierig.
Ich habe Alles versucht…aber meine Mutter war mehr Mutter, wie ich.
Wir haben einen total gestörten Kontakt heute.
Ich leide sehr darunter seit Jahren.

Und ich würde hier Jedem raten, bevor das Kind zur Adoption freigegeben wird, sich über alle Konsequenzen im Klaren zu sein!
Das kann auch tief sitzende Folgen haben für leibliche Mutter und Kind….da helfen auch Bilder nicht!
Ich leide heute noch!!!

Giulietta
Giulietta
2 Jahre zuvor

Puhh, krass 🥺