„Er hat mir ein Kind verheimlicht, kann ich ihm das verzeihen?”

„Hallo, ich habe vor wenigen Tagen erfahren, dass mein Freund und der Vater meines zukünftigen Kindes bereits ein Kind hat. Für mich ist das ein riesiger Schock, ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.

Wir kennen uns seit zwei Jahren, haben uns bei der Arbeit kennengelernt und waren direkt verliebt. Es ging dann alles sehr schnell, schon nach drei Monaten bin ich bei ihm eingezogen. Alles war genauso, wie ich es mir immer gewünscht habe. Er war immer sehr liebevoll und verständnisvoll und hat mich bei allem unterstützt. Rückblickend denke ich, dass er insgesamt zu wenig von sich erzählt hat. Aber ich dachte nur ‚typisch Mann eben‘.

Dass er mir ein Kind verschweigen könnte, wäre mir nicht im Traum eingefallen

Es fing vor ein paar Monaten an. Ich sah durch Zufall, dass er mit einer fremden Frau bei Whatsapp schrieb, traute mich aber nicht nachzufragen. Als er meinen Blick bemerkte, packte er das Handy auch sofort weg. Ich machte mir zu dem Zeitpunkt aber noch keine Gedanken darüber.

Wenig später hielt ich dann den positiven Schwangerschaftstest in der Hand, was erst einmal alles andere in den Hintergrund drängte. Wir hatten es ein wenig darauf ankommen lassen, aber nicht damit gerechnet, dass es so schnell klappt. Ich war überrumpelt, aber freut mich auch. Schließlich hatte ich meinen Traummann an meiner Seite und mir immer eine Familie gewünscht.

Doch vor ein paar Wochen sah ich den Namen auf seinem Handy wieder aufleuchten.

Dieses Mal fragte ich ganz direkt, immerhin bekommen wir ein Kind zusammen, da werde ich wohl fragen dürfen, mit wem er schreibt. Er reagierte komisch und wollte nicht mit der Sprache herausrücken. Er meinte ich wäre eifersüchtig, es wäre nur eine Bekannte von früher. Er wurde sogar richtig sauer, als ich es genauer wissen wollte. Das machte mich misstrauisch.

Also habe ich das getan, was wohl die meisten tun würden, aber es ist mir trotzdem peinlich. Ich habe in seinem Handy herumgeschnüffelt. Ich kenne seinen Bildschirm-Code nicht, aber er gibt mir sein Handy ab und zu, wenn wir im Auto sitzen und ich navigieren soll. Ich habe die nächste Gelegenheit genutzt und habe direkt Whatsapp und dann den Chat mit der Frau geöffnet.

Das Erste was mir ins Auge fiel: Das Wort Unterhalt.

Ich konnte noch etwas hochscrollen und sah kurz ein Foto von einem kleinen Mädchen, bevor er mir das Handy aus der Hand nahm. Er sah, was ich gesehen habe und sagte kein Wort. Ich war total geschockt und konnte es kaum glauben. Ich fragte ihn dann direkt, ob er mir ein Kind verschwiegen hat. Da rückte er mit der Wahrheit raus.

Er hat eine vierjährige Tochter, die er aber nie sieht. Er zahlt nur Unterhalt für sie und das war es. Mir kamen die Tränen, ich bin doch selbst gerade schwanger, wie soll ich mit einem Mann ein Kind großziehen, der sich überhaupt nicht für seine Tochter interessiert? Er meinte unter Tränen, dass er es bereut, dass er sich nie um einen besseren Kontakt gekümmert hat und dass es irgendwann zu spät war. Es wäre so das Beste für alle.

Ich habe dann abends eine Tasche gepackt und bin vorübergehend zu meiner Mutter gefahren.

Ich brauche Abstand, um über alles nachzudenken. Ich kann nicht verstehen, wie jemand das eigene Kind so aus dem Leben streichen kann. Für mich geht das eigentlich gar nicht, weil ich selbst nur wenig Kontakt zu meinem Vater habe und das immer ganz schlimm fand. Kann ich meinem Freund so ein Verhalten verzeihen? Und sollte ich es ihm überhaupt verzeihen? Er hat mich immerhin angelogen.

Ich liebe ihn und wünsche mir, dass wir bald eine glückliche Familie werden. Doch jetzt ist alles so ungewiss und das Bild, was ich von ihm hatte, liegt in Scherben vor mir. Ich hoffe, ich kann die richtige Entscheidung treffen, für mich und für mein Baby.”


Liebe Nele, vielen Dank, dass du uns deine Geschichte anvertraut hast. Wir wünschen dir und deiner Familie alles Liebe für die Zukunft!

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Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg. Am liebsten erkunde ich mit ihm die vielen grünen Ecken der Stadt.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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