Die Zeit vor den Sommerferien kostet mich die letzten Nerven!

Bald sind Ferien – juhu! Meine Kinder freuen sich schon riesig auf die 6 Wochen schul- bzw. kitafreie Zeit. Und theoretisch würde ich mich auch freuen. Wenn, ja, wenn da nicht die 78 zusätzlichen Termine wären, die regelmäßig in der Vor-Ferienzeit auf mich einprasseln. Ballettaufführung, Kita-Abschied, Elternabend und Sommerfest sind nur einige der Beispiele. Das Stresslevel macht in den letzten Wochen vor den Ferien definitiv der Vorweihnachtszeit Konkurrenz – und das will schon was heißen!

„Juhu, bald sind endlich Ferien!“

Jubelt meine Tochter, als ich sie von der Schule abhole. „Und übrigens, ich hab ganz vergessen, dir zu sagen, dass nächste Woche mein Harfenvorspiel ist!“ Ich schlucke kurz und versuche, mir mein innerliches „Oh nein!“ nicht anmerken zu lassen. „Das ist ja toll“, sage ich stattdessen. „Und wann genau?“ Wenige Sekunden später weiß ich es: Dienstag um 17 Uhr. In meinem Kopf rattert es hektisch, und dann fällt es mir ein: „Dann kann dein Bruder da nicht zum Fußball-Training“, seufze ich, während ich mich innerlich schon auf die Diskussion dazu einstelle. Immerhin: Mitbringen müssen die Eltern dieses Mal nichts.

Im Gegensatz zum Sommerfest in der Kita, dass eine Woche später stattfindet – und schon um 15 Uhr startet. Mit meinem Teilzeitjob geht das einigermaßen, aber ich frage mich schon oft, wie andere Eltern das lösen. Schließlich kann nicht jede*r spätestens um 14:30 Uhr den Stift fallen lassen. Aber das ist ein anderes Thema.

Zum Sommerfest freut sich die Kita jedenfalls „über Spenden für unser Buffett“. Darum muss ich mich dann also einen Tag vorher kümmern. Am besten in der Pause des Ballettunterrichts, zu dem ich meine Tochter nach der Schule fahre.

Während ich die neuen Termine in meinen Kalender eintrage, ploppt eine neue E-Mail auf:

„Liebe Eltern, am kommenden Mittwoch findet die Präsentation unserer Projektwoche statt. Wir starten um 15 Uhr, bringen Sie gern einen kleinen Snack mit.“ Langsam, aber stetig steigt mein Stresslevel. Ich sehe meine Mittagspausen schwinden und mich abends in der Küche Muffins backen. Oder ich kaufe einfach ein Fladenbrot. Das mag doch eigentlich jeder, oder?

Als ich meine Tochter vom Ballett abhole, sehe ich schon an ihrem aufgeregten Blick, dass sie mir etwas Wichtiges mitteilen möchte. „Mama, in eineinhalb Woche ist meine Ballettaufführung.“ Sie schaut mich mit leuchtenden Augen erwartungsvoll an – während ich innerlich kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehe. Eigentlich hätte ich es mir denken können. Schließlich gibt es von ihrem Ballettkurs regelmäßig Abschlussvorführungen, einmal vor Weihnachten und einmal vor den Sommerferien. Aber aus irgendeinem Grund hatte ich das wohl verdrängt. Bis heute.

Immerhin: Die Aufführung startet erst um 18 Uhr!

Doch meine Erleichterung hält nicht lange an, denn:

„Die Generalprobe ist zwei Tage vorher um 15:45 Uhr!“ Großartig, die Schule geht bis 15:30, also muss ich den kleinen Bruder früher abholen – tschüß, Mittagspause – und dann mit beiden zur Probe hetzen. Danach hat meine Tochter noch einen kleinen Bonus in petto: Die Ballettstrumpfhose ist gerissen, ihr Anzug hat ein Loch, und die Schuhe sind zu klein. „Mama, das brauche ich ganz dringend bis zur Aufführung neu!“

Kein Problem, bestelle ich beides abends, als meine Zwei endlich schlafen. Und während ich am Rechner nach Anzug und Strumpfhose suche, höre ich – ihr ahnt es vielleicht schon – wie eine neue Nachricht in meinem Postfach aufploppt.

Ich traue mich schon fast nicht mehr, sie zu lesen – und weiß 2 Sekunden später auch, warum:

„Liebe Eltern, die Einschulung ihrer Kinder rückt näher, und wir laden sie herzlich zum Kennenlernnachmittag an. Auch das Datum für unseren ersten Elternabend steht jetzt fest. Er wird noch vor den Ferien stattfinden!“

Im Ernst jetzt?! Zum Glück ist der Kennenlernnachmittag in der Schule, da kann ich die Große einfach mitnehmen. Der Elternabend startet um 18 Uhr, also verkünde ich meinem Mann die frohe Botschaft, dass er an dem Tag wohl früher Feierabend machen muss. Die Begeisterung hält sich in Grenzen.

Und wenn wir schon beim Thema Einschulung sind:

Bis zu unserem Urlaub muss die Schultüte samt Füllung fertig sein, weil es sonst zeitlich nicht mehr klappt.

Während ich noch darüber grüble, wann ich mich am besten um was kümmern kann, kommt eine weitere Nachricht über WhatsApp rein: Beim Fußballtraining, zu dem mein Sohn nicht konnte, findet nämlich auch ein Sommerfest statt. Juhu!

Außerdem gibt es noch Einladungen zum Abschiedsfrühstück in der Kita (bitte mit kleinem Snack, ist doch klar), eine Packliste für die Klassenfahrt, diverse Einladungen zu Kindergeburtstagen, eine Erinnerung an einen Schließungstag von Schule UND Kita (sind nicht eh bald Ferien?), nicht zu vergessen die normalen Termine für Fußball-Training und Ballett, und ach ja – die Übersicht für das Reit-Camp, zu dem meine Tochter so gern wollte, wenn die Schule zu hat.

Montag bis Freitag ist sie da, jeweils von 9 bis 16 Uhr.

Klingt eigentlich ganz okay… bis mir einfällt:

Im letzten Jahr gab freitags eine Abschlussvorführung. Ohne „kleinen Snack“, stattdessen soll jedes Kind nur Naschis mitbringen, immerhin! Der Haken an der Sache: Start ist um 15 Uhr, und wir fahren eine halbe Stunde. Der Freitag ist gleichzeitig der allerletzte Vorschul-Tag meines Sohnes, da müssen wir ausreichend Zeit für die (tränenreiche) Verabschiedung einplanen – und der letzte Arbeitstag vor unserem Urlaub. Bester Zeitpunkt also, um spätestens um 13:30 Feierabend zu machen… nicht.

Ach ja, Koffer packen müsste ich auch noch irgendwann.

Und unser Sohn hat im Urlaub Geburtstag, also müssen auch die Geschenke bis zum Start in die Ferien gekauft, verpackt und abfahrbereit sein.

Ganz ehrlich, auch wenn das Mamaleben mit zwei Kids und Job an sich schon anstrengend ist: Diese Wochen vor den Ferien bringen mich regelmäßig an meine Grenzen – und an den Rand des Wahnsinns. Warum um alles in der Welt müssen alle Termine in diese Zeit gestopft werden? Gern dann auch noch möglichst kurzfristig, um es für alle noch etwas spannender zu machen.

Eins ist sicher: Bis wir endlich in die Ferien starten, bin ich definitiv urlaubsreif, und zwar noch mehr, als sowieso schon!

Bin ich eigentlich die einzige, der es so geht? Oder häufen sich bei euch vor den Ferien die Termine auch noch viel mehr als sonst?

Lasst mir gern einen Kommentar da – zusammen leidet es sich doch einfach viel schöner 😉
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Wiebke Tegtmeyer
Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Nach meinem Bachelor in Medienkultur, einem Volontariat und einigen Jahren Erfahrung als (SEO-)Texterin bin ich passenderweise nach meiner zweiten Elternzeit bei Echte Mamas gelandet. Hier kann ich als SEO-Redakteurin meine Leidenschaft für Texte ausleben, und auch mein Herzensthema Social Media kommt nicht zu kurz. Dabei habe ich mich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema Ernährung von der Schwangerschaft über die Stillzeit bis hin zum Babybrei beschäftigt. Und wenn ihr auf der Suche nach einem Vornamen für euer Baby seid, kann ich euch garantiert passende Vorschläge liefern. Außerdem nutze ich die Bastel-Erfahrungen mit meinen beiden Kindern für einfache DIY-Anleitungen. Wenn der ganz normale Alltags-Wahnsinn als 2-fach Mama mich gerade mal nicht im Griff hat, fotografiere ich gern, gehe meiner Leidenschaft für Konzerte nach oder bin im Volksparkstadion zu finden.

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Stefanie
Stefanie
8 Tage zuvor

Liebe Mamas, diesen Vorferienhorror kenne ich nur zu gut! Inzwischen sind meine Kleinen groß und mein Fazit: Unnötiges rigoros streichen, das Wort „Nein!“ nicht vergessen und durchhalten. Letztlich hört der Wahnsinn von alleine auf, er wächst sich aus. Zurück bleiben Erinnerungen an schöne Feste, leuchtende Augen von großen Kindern, während sie erzählen:“Mama, weißt du noch…?“ Und dann war es das plötzlich alles wert.