Corona: Hat man mit Impfung bald mehr Rechte als ohne?

Können sich bald alle, die eine Corona-Infektion überstanden haben oder sich impfen lassen, über mehr Freiheiten freuen? Wenn es nach Gesundheitsminister Jens Spahn geht, ist das gar nicht so abwegig. Er möchte nämlich das Infektionsschutzgesetz überarbeiten und einen so genannten „Immunitätsausweis“ einführen. Was das bedeutet und wann es entschieden wird, erklären wir dir hier.

Der neue Immunitätsausweis wäre ähnlich aufgebaut wie ein Impfpass

Jeder, der mit dem Coronavirus infiziert war und wieder gesund ist, würden den entsprechenden Nachweis bekommen. Das gleiche gilt für jeden, der sich gegen Corona impfen lässt. Der Ausweis bestätigt, dass derjenige immun gegen das Virus ist, sich selbst nicht mehr anstecken und damit auch niemand anderen gefährden kann. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass jeder Mensch nur einmal an Covid-19 erkranken könne, so Jens Spahn gegenüber der Süddeutschen. Dafür fehle bisher noch der wissenschaftliche Beweis.

Über den Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetz, das laut Spahn eine „vorsorgliche Regelung“ ist, soll schon am Donnerstag (7.5.) der Bundestag diskutieren. Gut eine Woche später soll der Bundesrat es dann verabschieden.

Wozu soll der Immunitätsausweis gut sein?

Wenn wirklich nachgewiesen wird, dass man sich nur einmal mit Corona anstecken kann, und dann sein Leben lang immun ist, könnte der Ausweis laut Jens Spahn das Leben „an vielerlei Stellen erleichtern“. Oder anders ausgedrückt: Menschen, die immun gegen das Coronavirus sind, könnten mehr Freiheiten bekommen und zum Beispiel auch unbesorgt wieder arbeiten gehen. Besonders für alle, die im Gesundheitswesen arbeiten, wäre das ein großer Vorteil. Wer bisher selbst nicht mit Corona infiziert war, hätte durch eine Impfung die Möglichkeit, eine Immunität herzustellen.

Allerdings gibt es Kritik am Vorschlag zum neuen Infektionsschutzgesetz

Für seinen Vorschlag, das Infektionsgesetz zu verschärfen, bekommt Jens Spahn bisher allerdings nicht nur Lob. Der Grund: Laut Gesetz darf der Staat Menschen, die ansteckend sind, oder bei denen auch nur der Verdacht auf eine Krankheit besteht, in Quarantäne schicken oder von öffentlichen Orten und Veranstaltungen ausschließen. Nach dem neuen Plan könnte man dann den Immunitätsausweis vorlegen, um solche Maßnahmen zu umgehen. Durch den Ausweis würde man also Sonderrechte bekommen – und einen Anreiz, sich impfen zu lassen.

Auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber ist von Spahns Vorschlag nicht überzeugt: „Bei jeder Form von Immunitätsnachweisen handelt es sich um Gesundheitsdaten, die besonders zu schützen sind“, sagte er gegenüber der Süddeutschen. „Auf keinen Fall dürfen solche Daten missbraucht werden oder zu Diskriminierung führen.“

Genau das könnte nämlich passieren: Wer immun gegen Corona ist, bekommt Sonderrechte, wer sich nicht impfen lässt und keine Immunität vorweisen kann, wird benachteiligt. Außerdem sieht der neue Gesetzesentwurf vor, dass Arbeitgeber im sozialen und medizinischen Bereich in Zukunft über alle „übertragbaren Krankheiten“ ihrer Angestellten Bescheid wissen dürfen. Auch über solche, die sich nicht durch eine Impfung verhindern lassen, wie zum Beispiel Hepatitis oder HIV.

Erster Test eines Immunitätsausweises in Nordrhein-Westfalen

Während über den Gesetzesentwurf erst noch diskutiert wird, startet in Nordrhein-Westfalen bald schon der erste Test für einen digitalen Immunitätsausweis. Ausgewählte Patienten geben ihre Daten in einer App ein und speichern sie in einer zentralen Datenbank. Mitarbeiter von Behörden, Flughäfen und anderen Unternehmen können dann direkt darauf zugreifen.

Was meint ihr: Ist ein Immunitätsausweis gegen Corona sinnvoll? Und ist es gerechtfertigt, dass man Sonderrechte bekommt, wenn man immun gegen Covid-19 ist? Wir sind gespannt auf eure Meinung!

Wiebke Tegtmeyer
Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Nach meinem Bachelor in Medienkultur an der Uni Hamburg, einem Volontariat zur Online-Redakteurin und einigen Jahren Erfahrung als (SEO-)Texterin bin ich nach meiner zweiten Elternzeit bei Echte Mamas gelandet. Hier kann ich als SEO-Redakteurin meine Leidenschaft für Texte ausleben, und auch mein Herzensthema Social Media kommt nicht zu kurz. Dabei habe ich mich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema Ernährung von der Schwangerschaft über die Stillzeit bis hin zum Babybrei beschäftigt. Und wenn ihr auf der Suche nach einem Vornamen für euer Baby seid, kann ich euch garantiert passende Vorschläge liefern. Außerdem nutze ich die Bastel-Erfahrungen mit meinen beiden Kindern für einfache DIY-Anleitungen. Wenn der ganz normale Alltags-Wahnsinn als 2-fach Mama mich gerade mal nicht im Griff hat, fotografiere ich gern, gehe meiner Leidenschaft für Konzerte nach oder bin im Volksparkstadion zu finden.

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Frei
Frei
4 Jahre zuvor

Absolut dagegen. Die Grundrechte der Menschen müssen unantastbar bleiben. Keine Corona-Impfplicht und damit verbundene Einschränkungen und Ungerechtigkeiten! Wehren wir uns, lassen wir so etwas nicht zu. Es soll Demokratie sein und bleiben, in der wir leben. Freie Entscheidung, Freiheit, körperliche und psychische Unantastbarkeit.

Anonym
Anonym
4 Jahre zuvor

Jeder soll selbst entscheiden ob er sich impfen lässt . Die Politiker haben alle ein schaden.

Anonym
Anonym
4 Jahre zuvor

Ich finde nicht rechtfertig!

Jeder Mensch soll sich frei entscheiden! Die Würde der Menschen ist untastbar!! Anscheinend hat Herr Spahn Diese Satz vergessen!