Corona-Kinderbonus: Welche Familien wirklich davon profitieren

Auch in diesem Jahr bekommen Familien eine kleine Corona-Finanzspritze ausgezahlt. Doch wer profitiert überhaupt vom neuen Corona-Kinderbonus?

Schon im Jahr 2020 erhielten Eltern einmalig einen Bonus von 300 Euro, um die finanziellen Folgen der Pandemie für Familien ein wenig zu mildern. Da die Situation nun vergleichbar ist, hat die Bundesregierung entschieden, Eltern nochmal einen einmaligen Zuschuss von 150 Euro pro Kind auszuzahlen.

Wieso profitieren nicht alle Familien gleich vom Corona-Kinderbonus?

Alle Eltern, die Kindergeld bekommen, erhalten im Mai 2021 auch den Bonus: „Für jedes Kind, für das für den Monat Mai 2021 ein Anspruch auf Kindergeld besteht, wird für den Monat Mai 2021 ein Einmalbetrag in Höhe von 150 Euro gezahlt“, hieß es in einem Gesetzesentwurf, der dem Handelsblatt vorlag. Aber welchen Familien haben überhaupt etwas davon?

Dazu muss man zunächst wissen, dass der Kinderbonus mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag verrechnet wird. Zu Erinnerung: Frauen und Männer mit leiblichen und adoptierten Kindern sowie – je nach Betreuungsumfang – mit Pflegekindern haben Anspruch auf den Kinderfreibetrag. Sie können 8.388 Euro im Jahr einnehmen, ohne dafür Steuern zu zahlen. Das ist der so genannte Kinderfreibetrag 2021 inklusive dem Erziehungs- oder Betreuungsfreibetrag. Damit will der Staat erreichen, dass Eltern genug Geld übrig bleibt, um für ihre Kinder aufzukommen.

Rechenbeispiel zum Corona-Kinderbonus

Da Gutverdiener stärker vom Kinderfreibetrag profitieren würden als Familien mit geringem Einkommen, soll der Kinderbonus vor allem Letztere erreichen. Um das zu verstehen, gibt Daniel Schollenberger, Steuerexperte beim Fachportal Steuertipps.de der Wirtschaftswoche folgendes Beispiel: Man stelle sich zwei Neu-Eltern mit einem kleinen Sohn und einem gemeinsamen zu versteuernden, jährlichen Bruttoeinkommen von 80.000 Euro vor. Davon müssen sie etwa 16.904 Euro Steuern zahlen. Zieht man den Freibetrag der beiden, also 8.388 Euro, von dem 80.000 Euro Jahreseinkommen ab, erhalte man ein zu versteuerndes Einkommen von 71.612 Euro. Auf dieses geringere Einkommen fielen entsprechend weniger Steuern an – in dem Fall etwa 14.062 Euro, wie es in der Beispielrechnung des Experten heißt.

Ohne den Kinderfreibetrag hätten sie 16.904 Euro an Steuern zahlen müssen. Mit Kinderfreibetrag sind es nur 14.062 Euro. Die Differenz – also die tatsächliche Entlastung aus dem Kinderfreibetrag – beträgt 2842 Euro. An Kindergeld bekommen die Eltern monatlich 219 Euro, plus einmalig 150 Euro Kinderbonus. Das ergibt in Summe 2778 Euro. Dieser Betrag ist also niedriger als die steuerliche Entlastung aus dem Kinderfreibetrag. Das Beispiel zeigt, dass den beiden Eltern mit dem Kinderfreibetrag im Jahr über 64 Euro mehr an steuerfreiem Geld zur Verfügung stehen, als es mit dem Kindergeld und Kinderbonus der Fall wäre.

Damit bringe den beiden der Kinderbonus „faktisch nichts, weil sie mit und ohne Kinderbonus steuerlich stärker entlastet werden als die Summe an Kindergeld“.

Mit welchem Einkommen haben Familien etwas von der Finanzspritze?

Das zeigt deutlich, dass nicht alle von der Finanzspritze der Bundesregierung profitieren werden. Doch wo liegen die Grenzen genau? Verheiratete Paare profitieren nur bis zu einem gemeinsamen Bruttojahreseinkommen von etwa 75.000 Euro im Jahr zumindest teilweise vom neuen Kinderbonus. Bei Alleinerziehenden liegt die Grenze bei einem jährlichen Einkommen von 37.500 Euro. Die genannten Werte beziehen sich dabei auf das zu versteuernde Bruttoeinkommen.

Immerhin: Geringverdiener profitieren in jedem Fall, weil der Bonus nicht auf die Grundsicherung angerechnet wird. So kommt er bei Hartz-IV-Beziehern in vollem Umfang an.

Lena Krause

Als Wahlhamburgerin könnte ich mir keine schönere Stadt vorstellen, um dort zu leben. Gemeinsam mit meinem kleinen Hund Lasse bin ich gerne im Grünen unterwegs und erkunde die vielen tollen Ecken Hamburgs. Das Schreiben hat mir schon immer Spaß gemacht und deswegen war für mich schnell klar, dass ich diese Leidenschaft zum Beruf machen möchte.

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