Autoreisen mit Kindern: So fahren die Kleinsten sicher mit

Endlich Uuuuuuurlaub! Ferien sind doch einfach wunderbar, oder? Doch egal, ob es ans Meer geht, in die Berge oder aber ein Städtetrip ansteht – erst einmal muss man dort hinkommen. Am einfachsten ist das oft mit dem Auto, gerade, wenn man kleine Urlauber dabei hat. Damit aber am Ende alle 1. gesund und 2. auch munter ankommen, müssen Eltern bei Autoreisen mit Kindern einiges beachten.

Wir haben euch die wichtigsten Tipps zum Thema Sicherheit und gute Laune für lange Autofahrten mit Babys und Kindern zusammengestellt:

1. Das A und O: Wer sitzt wo am sichersten – und ab wann dürfen Kinder im Auto vorne sitzen?

Experten sagen: Der sicherste Platz für Kinder(sitze) im Auto ist grundsätzlich auf den Rücksitzen. Der Platz hinten rechts garantiert in den meisten Fällen ein sicheres Ein- und Aussteigen zum Fußweg hin.

Vorne dürfen rückwärtsgerichtete Kindersitze und Babyschalen nur bei nicht vorhandenem oder ausgeschaltetem Beifahrer-Airbag angebracht werden. Wenn es denn so sein soll, gibt es bei der Sicherung einiges zu beachten. Es gilt, vor Reiseantritt unbedingt die Anleitungen von Fahrzeug und Kindersitz zu lesen!

Einige Grundregeln für vorwärtsgerichtete Kindersitze, die auf dem Beifahrersitz angebracht werden:

• das Kind im Kindersitz darf nicht zu nah am Front-Airbag sitzen: Es darf nicht in der Lage sein, die Füße auf dem Armaturenbrett abzulegen.

• der Beifahrersitz muss immer in die hinterste Position geschoben werden

• der Gurt sollte seitlich zum Kindersitz führen, nicht von vorne kommen

• idealerweise verfügt der Beifahrersitz über ISOFIX-Haltepunkte (s. auch weiter unten), um den Kindersitz zu befestigen.

Und ab wann dürfen Kinder vorne sitzen?

Rechtlich gesehen tatsächlich in jedem Alter – wenn eben die passende Babyschale oder der passende Kindersitz mit ihm Spiel ist. Per Gesetz gibt es nur die Kindersitzpflicht, keine „Hinten-Sitz-Pflicht“.  Für ältere Kinder aber natürlich viel interessanter: Kinder, die 12 Jahre alt sind oder größer als 150 cm, dürfen im Auto auch ohne speziellen Sitz vorne sitzen.

2. Autoreisen mit Kindern: Was muss man bei Babyschale und Kindersitz beachten?

An erster Stelle steht natürlich immer die Sicherheit des Kindes. Am besten lässt man sich vor dem Kauf eines Sitzes beraten. Viele Fachgeschäfte bieten sogar an, dass man mit Kind UND Auto vorbeikommt und so Probe-Sitzen- und Installieren kann. So findet man das passende Modell. Dennoch gibt es einige allgemeine Tipps, die man berücksichtigen kann.

Babyschale:

Sie sollte gut gepolstert sein und – natürlich – die passende Größe fürs Baby besitzen. Hier gibt es folgende Einteilungen: Babyschalen der Gruppe 0 eignen sich für Säuglinge bis zu 10 Kilogramm und solche der Gruppe 0+ für Babys bis 13 Kilogramm. Wichtig: Der Kopf des Babys darf niemals über die Schale hinausragen! Für Neugeborene und vor allem kleine Frühchen lohnt sich zudem der Kauf einer Sitzverkleinerung – bei einigen Modellen gehört er auch schon dazu.

Ein kleines, aber wichtiges Detail, das viele nicht kennen: Während der Fahrt sollte der Tragebügel der Babyschale hochgeklappt sein! Im Falle eines Unfalles dient er als „Überrollbügel“.

Kindersitz:

• Auf jeden Fall sollte der neue Kindersitz über ein Prüfsiegel mit der aktuellen Prüfnorm verfügen. Der ADAC führt an, welche drei Normen aktuell zugelassen sind:

  1. i-Size / UN ECE Reg. 129

  2. UN ECE Reg. 44/04

  3. UN ECE Reg. 44/03

Ein gebrauchter Kindersitz muss genau unter die Lupe genommen werden: Ist der Sitz vollständig  und ohne sichtbare Beschädigungen? Funktionieren die Gurte und die einzelnen Bauteile? Sind die Polsterungen nicht brüchig und ist die Bedienungsanleitung vorhanden?

3. Was ist denn eigentlich ISOFIX?

Man liest es im Zusammenhang mit Kindersitzen ständig: ISOFIX. Das ist der Name eines international standardisierten Befestigungssystems für Kindersitze in Autos. Seit 2006 ist ISOFIX Standard in den meisten neuen Autos. Es verriegelt den Kindersitz oder die Babyschalen-Basis durch zwei Metallklammern am Sitz. Das erspart erstmal das lästige Hantieren mit dem Gurt – zudem ist es aber auch sehr viel sicherer. Und weniger anfällig für Installationsfehler!

(Sicherer) Platz für die ganze Bagage: Der Citroën ë-Berlingo.

(Sicherer) Platz für die ganze Bagage: Der Citroën ë-Berlingo. Foto: Echte Mamas

Oftmals ein Problem für Großfamilien: Nur wenige Autos haben auf der Rückbank Platz für mehr als zwei ISOFIX-Sitze nebeneinander.

Das ist gerade bei langen Autoreisen mit Kindern ein echtes Manko. Aber: Es geht auch anders! Der Citroën ë Berlingo beispielsweise sieht nicht nur richtig cool aus. Er ist auch ein echtes Raumwunder und er bietet auf seiner Rückbank gleich drei (!) Isofix-Plätze nebeneinander (s. Foto oben). Einfach genial, so fahren gleich drei kleine Passagiere sicher mit – und können dabei gut miteinander spielen.

Übrigens: Wie genau der jeweilige Sitz in den ISOFIX-Klammern befestigt wird, entnimmt man am besten der Anleitungen des Sitzes und des Autos.

4. Ab welchem Alter sind Sitzerhöhung und Dreipunkt-Gurt ausreichend?

Eine Sitzerhöhung ist oft das letzte „Special“, das Kinder im Auto haben. Ab wann dieses Erhöhungspolster ausreicht, hängt von verschiedenen Kriterien ab – in erster Linie von der Körpergröße und dem Gewicht des Kindes. Denn dieser Folgesitz dient einzig dazu, dass der normale Sicherheitsgurt richtig über den Körper des Kindes verläuft.

Neuere rechtliche Normen besagen, dass eine Sitzerhöhung ohne eigene Rückenlehne erst erlaubt ist, wenn ein Kind über 125 cm groß ist und mindestens 22 kg auf die Waage bringt.

Dabei gilt es aber zu bedenken, dass eine Sitzerhöhung keinerlei Schutz bietet – besonders bei einem seitlichen Aufprall. Und: Schlafende Kinder bei einer Autositzerhöhung unter Umständen aus dem Gurt rutschen. Daher sehen Experten die Erhöhungen eher als einen Kompromiss, beispielsweise wenn die Großeltern mal das Kind abholen, als eine dauerhafte Lösung. Vor allem für lange Autoreisen mit Kindern sind die Polster keine gute Lösung!

5. Jetzt geht´s los: Kleinkinder im Auto auf langen Fahrten beschäftigen

Wie in allen Lebenslagen mit Kind gilt: Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete! Folgende Dinge kann man gut besorgen und einpacken:

• Mit dazu gehört auf jeden Fall, die richtigen Snacks einzupacken. Denn die sind nicht nur Gold wert, wenn der „kleine Hunger“  kommt, sondern können auch gegen Reiseübelkeit bei Kindern helfen. Gut geeignet sind Haferkekse und Obst- und Gemüseschnitze. Allzu Fettiges und zu viel Süßes – auch schon kurz vor der Fahrt – sorgen bei anfälligen Kindern eher für Übelkeit. Und: Auch ein leerer Magen und Hungergefühle begünstigen Übelkeit auf langen Autoreisen mit Kindern. Nicht vergessen: Reichlich stilles Wasser. Mehr Tipps gegen Reiseübelkeit findet ihr HIER.

Kleine Lieblingsspielzeuge dürfen natürlich nicht fehlen! Ein echter Geheim-Tipp, damit Modellautos und Mini-Püppchen nicht regelmäßig den Abgang in den Fußgang machen: Ein Knietablett (das ist ein Tablett auf einem Kissen) mit erhöhtem Rand oder spezielle Auto-Kindertische (z.B. bei Amazon) geben Kleinkram Halt und bietet eine schöne Fläche zum Spielen und Malen. Spezielle Kinderkopfhörer sind ein guter Tipp, wenn nicht alle Auto-Insassen sich stundenlang von Hörspielen oder Kinderliedern berieseln lassen wollen.

• Eine tolle Beschäftigung für Kinder im Auto sind auch kleine Überraschungen. Ein kleines neues Spielzeug, ein Mini-Puzzle, ein Comic – etwas, das neu ist und so die Kinder länger in seinen Bann zieht. Eine süße Idee für wirklich lange Fahrten ist es auch, einen Beutel mit ganz vielen kleinen Gutscheinen vorzubereiten. Diese können stündlich gezogen werden und noch auf der Autoreise eingelöst: „Du bestimmst, welches Lied wir als nächstes singen!“ ´, „Du sagst, wann wir eine Eispause machen.“ oder „Eine Mini-Tüte Gummibärchen.“

6. Bei Autoreisen mit Kindern immer genügend Pausen einplanen

Die meisten Erwachsenen möchten schnell ans Ziel kommen. Deswegen machen sie nur Halt, wenn die Blase drückt oder sich der Hunger meldet – wenn überhaupt. Das klappt mit Kindern nicht. Zum Glück! Auch den Großen tut es gut, sich regelmäßig die Beine zu vertreten. Eine gute Faustformel für lange Autofahrten mit der Familie ist es, alle zwei Stunden eine Pause einzuplanen. Und diese dann auch auszukosten! Am besten powert man sich körperlich ein wenig aus. Die meisten Rastplätze haben ganz nette Spielplätze, ansonsten kann man Fangen spielen oder eine Runde Fußball kicken.

7. Die richtige Kleidung auswählen

Zu warm, zu kalt, alles mäh: Auch die Auswahl der richtigen Klamotten hat bei langen Autoreisen mit Kindern einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden – und die Sicherheit! Am besten zieht man die Kinder im Lagenlook an, mit einem Pulli oder einer Sweatjacke, die man gut auch während der Fahrt im angeschnallten Zustand „auspellen“ kann. Super, wenn diese KEINE Kapuzen haben, die dann die komplette Fahrt gegen Rücken oder Nacken drücken.

Wirklich lebenswichtig: Ein Kind darf im Kindersitz unter keinen Umständen eine Winterjacke tragen! Denn auf den wattierten und glatten Oberflächen der Jacken halten die Kindergurte nicht sicher genug. Bei einem Unfall besteht die konkrete Gefahr, dass dein Schatz aus der Babyschale oder dem Kindersitz fliegt – und nur noch die Jacke zurückbleibt. Klingt unglaublich, ist aber leider wahr. Nähere Informationen zu diesem Phänomen bekommst du HIER.

8. Das Gepäck bei Autoreisen mit Kindern clever verstauen

Man hat einfach unglaublich viel Kram dabei, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Den irgendwie unterzukriegen, ist oftmals eine Kunst für sich. Ganz wichtig ist es aber, dass auch bei scharfen Bremsmanövern alles bombenfest an seinem Platz bleibt und nicht durch die Gegend oder gar gegen Kinderköpfe fliegt. Bei einem Aufprall im Falle eines Unfalls beschleunigen auch kleine Teile so sehr, das sie zu „scharfer Munition“ werden können.

Wichtig ist natürlich aber auch, vorab zu bedenken, was man während der Fahrt alles brauchen könnte. Das sollte in Griffnähe verstaut werden, so dass man auch ohne sich abzuschnallen jederzeit daran kommt.

Beachtet man diese Dinge, kann es losgehen mit der großen Tour. Habt ihr denn noch gute Tipps fürs Reisen mit Kindern?

Wir freuen uns, wenn ihr sie uns verratet.
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