Affenpocken breiten sich aus: Fälle bei Kindern und Jugendlichen

Update

In unserem Artikel schreiben wir darüber, dass ein vierjähriges Kind an Affenpocken erkrankt ist. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass das Kind offenbar doch nicht mit dem Virus infiziert ist. Vergangene Woche gaben die Behörden an, dass das Mädchen positiv getestet wurde, weitere Untersuchungen ergaben nun offenbar, dass es doch keine Affenpocken hatte, wie u.a. SWR.de berichtet. Das zuständige Gesundheitsamt vor Ort werde den Fall zurücknehmen, sagte ein Sprecher des Ministeriums (Stand: 16. August 2022).


Seit Jahren befinden wir uns im Corona-Ausnahmezustand und nun gibt es offenbar ein weiteres Virus, dass es sich bei uns gemütlich machen will: In Deutschland treten immer neue Fälle von Affenpocken auf. Inzwischen sind 3102 Affenpockeninfektionen aus allen 16 Bundesländern ans RKI übermittelt worden (Stand 12.8.2022).

Affenpocken, sie sind offenbar „gekommen, um zu bleiben”, so titelt zumindest die Zeit. Was manchen Eltern Sorgen macht: Inzwischen soll auch ein vierjähriges Kita-Kind an Affenpocken erkrankt sein. Das Mädchen aus Pforzheim lebt mit zwei erwachsenen infizierten Personen zusammen, das geht aus dem RKI-Lagebericht hervor. Zuvor hatten sich neben Erwachsenen auch schon mehrere Jugendliche infiziert.

Die gute Nachricht: Die Vierjährige hat sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in der Kita angesteckt.

Sie wurde vorsorglich untersucht, weil bei einer der erwachsenen Personen, die mit ihr zusammenleben, eine Erkrankung mit Affenpocken bestand. Das Mädchen hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Baden-Württemberg keinerlei Symptome.

Zuerst hieß es, Affenpocken würden sich vor allem bei sexuellem Kontakt übertragen, gefährdet seien besonders Männer. Inzwischen zeigt sich: Die anderen Bevölkerungsgruppen sind keineswegs sicher vor dem Virus, außerdem ist enger Körperkontakt für eine Ansteckung ausreichend. Trotzdem sind solche Fälle weiterhin eher die Ausnahme als die Regel.

Dass Kinder und Jugendliche erkranken, ist (bislang) selten.

Trotzdem stellt sich die Frage, ob Politik und Behörden wirklich alles daran gesetzt haben, den Ausbruch frühzeitig in den Griff zu bekommen. Nun gibt es in Deutschland bereits mehrere tausend Fälle, die Wahrscheinlichkeit ist dadurch viel höher, dass das Virus in die breite Bevölkerung überschwappt. Ob zusätzlich zum Coronavirus auch bald die Affenpocken die gerade zurückgewonnen Freiheiten gefährden, darauf geben die Expert*innen aktuell keine klare Antwort.

Einer dieser Experten ist Christian Hoffmann, Internist und HIV-Spezialist am Infektiologischen Zentrum Hamburg (ICH). Er sagt gegenüber der Zeit: Auch in Zukunft werden die allermeisten Menschen, die sich mit Affenpocken infizieren, das beim Sex tun. Es werden Menschen sein, die viel Sex mit vielen verschiedenen Partnern haben. Jenseits dieser Milieus werden die Infektionsketten schnell abbrechen, glaubt er.

Es bleibt uns nicht viel mehr als abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt.

Mehr zu Affenpocken, ihren Symptomen und ihrer Ausbreitung kannst du außerdem in unserem Beitrag „Affenpocken: So gefährdet sind Schwangere und Kinder” nachlesen.

 

Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg. Am liebsten erkunde ich mit ihm die vielen grünen Ecken der Stadt.

Auch wenn ich selbst keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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