Die gute Nachricht: Die Vierjährige hat sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in der Kita angesteckt.
Sie wurde vorsorglich untersucht, weil bei einer der erwachsenen Personen, die mit ihr zusammenleben, eine Erkrankung mit Affenpocken bestand. Das Mädchen hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Baden-Württemberg keinerlei Symptome.
Zuerst hieß es, Affenpocken würden sich vor allem bei sexuellem Kontakt übertragen, gefährdet seien besonders Männer. Inzwischen zeigt sich: Die anderen Bevölkerungsgruppen sind keineswegs sicher vor dem Virus, außerdem ist enger Körperkontakt für eine Ansteckung ausreichend. Trotzdem sind solche Fälle weiterhin eher die Ausnahme als die Regel.
Dass Kinder und Jugendliche erkranken, ist (bislang) selten.
Trotzdem stellt sich die Frage, ob Politik und Behörden wirklich alles daran gesetzt haben, den Ausbruch frühzeitig in den Griff zu bekommen. Nun gibt es in Deutschland bereits mehrere tausend Fälle, die Wahrscheinlichkeit ist dadurch viel höher, dass das Virus in die breite Bevölkerung überschwappt. Ob zusätzlich zum Coronavirus auch bald die Affenpocken die gerade zurückgewonnen Freiheiten gefährden, darauf geben die Expert*innen aktuell keine klare Antwort.
Einer dieser Experten ist Christian Hoffmann, Internist und HIV-Spezialist am Infektiologischen Zentrum Hamburg (ICH). Er sagt gegenüber der Zeit: Auch in Zukunft werden die allermeisten Menschen, die sich mit Affenpocken infizieren, das beim Sex tun. Es werden Menschen sein, die viel Sex mit vielen verschiedenen Partnern haben. Jenseits dieser Milieus werden die Infektionsketten schnell abbrechen, glaubt er.
Es bleibt uns nicht viel mehr als abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt.
Mehr zu Affenpocken, ihren Symptomen und ihrer Ausbreitung kannst du außerdem in unserem Beitrag „Affenpocken: So gefährdet sind Schwangere und Kinder” nachlesen.
Affenpocken breiten sich aus: Fälle bei Kindern und Jugendlichen
Von
Lena Krause
17. Februar 2026