Bei der Geburt von Alinas Tochter kommt es zu schweren Komplikationen. Auch die nächsten beiden Geburten werden herausfordernd. Trotzdem wünscht sie sich ein 4. Kind – und einen offeneren Umgang mit dem Thema.
„Ich bin Alina, 32 Jahre alt und aus vollstem Herzen Mama von drei Löwenkindern. Ich lebe in einer sehr harmonischen Patchwork-Familie – meine älteste Tochter stammt aus erster Ehe und mit meinem heutigen Mann habe ich zwei weitere Kinder. Am 20. Dezember 2025 haben wir geheiratet.
All meine drei Geburten waren körperlich sehr herausfordernd.
Wobei die erste und letzte wirklich traumatisch waren. Bei der ersten Geburt habe ich zunächst spontan entbunden, doch danach kam es zu schweren Komplikationen mit der Plazenta. Ich verlor schon während der Geburt extrem viel Blut und musste dann notfallmäßig ausgeschabt werden. Ich wurde in Vollnarkose gelegt und wachte später auf der Intensivstation auf.
Zu diesem Zeitpunkt habe ich die Situation zunächst gar nicht richtig verstanden oder wahrhaben wollen. Ich habe immer wieder gesagt, dass ich zu meinem Kind und zu meinem Mann auf die Geburtsstation möchte.
Dann (und das werde ich wohl nie vergessen!) kam eine Ärztin zu mir, setzte sich und strich mir über den Kopf. Sie sagte mir ganz ruhig, dass sie zwischenzeitlich nicht sicher gewesen seien, ob ich überhaupt wieder aufwachen würde. Ob meine kleine Maus eine Mama gehabt hätte.
In diesem Moment wurde mir erst klar, in welcher Lebensgefahr ich gewesen war.
Es war wirklich sehr, sehr knapp. Ich erhielt in den nächsten Stunden zwei Bluttransfusionen. Meine Tochter konnte ich erst zwei Tage später bei mir haben. Das ist, so glaube ich, das Allerschlimmste für mich gewesen. Auch bis heute.
Diese Erfahrung war extrem prägend und traumatisch.
Bei der zweiten Geburt hatte ich mehrere Stunden Wehen, bevor ein Kaiserschnitt notwendig wurde. Trotz allem empfand ich diese Geburt im Vergleich als die schönste, auch wenn sie ebenfalls nicht ohne Herausforderungen war.
Die dritte Geburt war erneut sehr belastend.
28 Stunden Wehen, dann schwache Herztöne, Komplikationen, ein Kaiserschnitt und eine weitere Operation eine Woche später. Zunächst war ich bei Bewusstsein, nur mit PDA, musste dann aber doch in Vollnarkose, da sich während der Operation ein noch großes Hämatom und weitere Auswirkungen zeigten, als vorher vermutet.
Auch diese Erfahrung war körperlich und emotional sehr fordernd.
Meine Schwangerschaften selbst habe ich insgesamt als sehr positiv erlebt, auch wenn die Angst vor der Geburt immer präsent war.
Besonders die Erinnerungen an die erste Geburt haben sich dann während der späteren Geburten wieder gezeigt.
Mir haben Gespräche, die Unterstützung durch meinen Mann, meine Hebammen und das Fachpersonal vor Ort dann sehr geholfen.
Trotz der schwierigen Geburten habe ich immer noch einen Kinderwunsch.
Das finde ich selbst sehr spannend. Ich weiß genau, dass ich noch ein viertes Kind haben möchte, weil ich dann das Gefühl habe, dass unsere Familie komplett ist. Da bin ich mir hundertprozentig sicher.
Mein Rat an Frauen, die schwere Geburten erlebt haben:
Sucht euch professionelle Hilfe – und zwar rechtzeitig, am besten vor der nächsten Schwangerschaft. Oft denken wir, dass wir traumatische Erfahrungen allein verarbeiten können, oder dass sich alles von selbst klärt.
In Wirklichkeit werden unverarbeitete Themen meist ins Unterbewusstsein verdrängt, und gerade so schwere Erlebnisse können wir nicht allein heilen.
Hilfe zu suchen ist keine Schwäche, sondern eine Stärke.
Ich bin überzeugt, dass ich mit einem leichteren Mindset und einer besseren Verarbeitung meiner Ängste manche Herausforderungen während der Geburten vielleicht noch einfacher hätte meistern können. Doch letztlich sind diese Erfahrungen Teil meines Weges, und mein Rat bleibt: Hilfe holen, rechtzeitig aufarbeiten, und auf die eigene Stärke vertrauen.
Darüber hinaus finde ich es unglaublich wichtig, dass wir alle offener über das Thema Geburten sprechen. Nicht nur über die schönen, leichten Geburten, sondern auch über die schwierigen Erfahrungen.
Alle Geburten sind okay, und es ist kein Versagen, wenn eine Geburt nicht einfach war.
Es hängt nicht mit der eigenen Stärke oder dem Wert als Mutter zusammen. Die eine hat es vielleicht ein bisschen leichter, die andere nicht – und das definiert weder die Mama noch den Menschen, der wir sind.“
Liebe Alina, vielen Dank, dass Du Deine mutmachende Geschichte mit uns geteilt hast!
Wie war deine Geburtserfahrung – schön oder auch eher herausfordernd?
Echte Geschichten protokollieren die geschilderten persönlichen Erfahrungen von Eltern aus unserer Community.
Wir freuen uns auf deine Geschichte!
Hast Du etwas Ähnliches erlebt oder eine ganz andere Geschichte, die Du mit uns und vielen anderen Mamas teilen magst? Dann melde Dich gern! Ganz egal, ob Kinderwunsch, Schwangerschaft oder Mamaleben, besonders schön, ergreifend, traurig, spannend oder ermutigend – ich freue mich auf Deine Nachricht an [email protected]



