„Wir haben 3 Babys verloren – und kämpfen um Antworten“

Es ist das Schlimmste, was werdenden Eltern passieren kann: Wenn das Baby nicht bleibt – obwohl laut der Ärzte alles in Ordnung ist. Anna und ihr Freund mussten das gleich mehrmals durchmachen. Drei Mal verloren die beiden ihr Kind im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel. Und bis heute kann ihnen niemand die Ursache dafür sagen. Die beiden sind verzweifelt zwischen Hoffnung und Angst – und hoffen auf einen Erfahrungsaustausch, wie Anna in ihrer Echten Geschichte erzählt:

„Mein Freund und ich sind stolze Eltern einer gesunden Tochter (5), gleichzeitig mussten wir aber schon drei Mal den Verlust eines Babys erleben. Das Schlimmste ist, dass kein Arzt uns sagen kann, woran es liegt, denn niemand hat jemals eine Ursache gefunden.

Als wir zum ersten Mal erfuhren, dass unser Baby gestorben war, war alles sehr surreal.

Es passierte in der 29. Schwangerschaftswoche und fühlte sich an, als hätte jemand die Welt angehalten. Der schlimmste Schmerz, den man sich vorstellen kann.

Ich wollte unbedingt herausfinden bzw. wissen, warum uns das passiert war. Doch im Obduktionsbericht stand: ‚Keine Ursache gefunden‘. Die Ärzte sagten uns nur, das könne vorkommen.

Aber wie soll man das verstehen, wenn man gerade sein Kind verloren hat?

Drei Monate später war ich wieder schwanger. Doch die Freude war überschattet von Angst. Nach der 30. SSW wollte ich loslassen, vertrauen – und genau da passierte es wieder. Wieder kein Herzschlag. Wieder kein Grund. Wieder dieses Gefühl, dass alles zusammenbricht.

Wir suchten verzweifelt nach Antworten: bei Genetikern, Immunologen, in der Gerinnungsambulanz, in einer Kinderwunschklinik, mit einer Gebärmutterspiegelung, einem Ultraschall aller Organe und in der Pathologie.

Die Ergebnisse waren alle unauffällig.

Nur in der Gerinnungsambulanz fanden sie eine Gerinnungsstörung, die ca. jeder dritte Mensch hat.

Unsere Babys, die Plazenta – laut allen Befunden: gesund.

In meiner dritten Schwangerschaft nahm ich ASS und Heparin, aufgrund der Gerinnungsstörung. Ich habe gehofft, dass es damit anders wäre.

Doch drei Wochen vor der Geburt hatte ich plötzlich wieder dieses leise Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Es wurde ein Ultraschall gemacht, der aber nichts Auffälliges zeigte.

Drei Tage später dann der Schock: kein Herzschlag mehr – zum dritten Mal.

Man verliert komplett das Vertrauen in den eigenen Körper. Genauso wie die Unbeschwertheit.

Die Hoffnung und die Panik leben nebeneinander. Und man ist gefangen zwischen Glauben, Angst und dieser erdrückenden Ungewissheit.

Es gibt viele Angebote für Fehlgeburten – aber kaum etwas für späte Totgeburten.

Trauerbegleitung, ja. Aber medizinisch? Weiß niemand weiter. Jedes Mal hieß es für uns: ‚Alles normal, es gibt keinen Befund‘.

Wie soll man da seinen Frieden finden, wenn man einfach keine Antwort bekommt?

Trotz allem sind wir dankbar für unser Umfeld. Für die Menschen, die für uns da waren, und zugehört und getragen haben, wenn wir selbst nicht mehr konnten.

Und trotzdem: Der Schmerz bleibt. Denn wir werden unsere Kinder nie schreien hören, nie atmen sehen, nie erleben, wie sie wachsen.

Wir wünschen uns nichts mehr, als endlich zu verstehen, warum.

Wir sind ratlos. Und verzweifelt.

Wir fragen uns die ganze Zeit, ob es vielleicht irgendeine Anlaufstelle gibt, ein Zentrum, das wirklich alles untersucht und auch außergewöhnliche Ursachen findet. Selbst wenn uns jemand einfach sagen könnte ‚Es geht nicht‘. Dann hätten wir wenigstens eine Antwort und Gewissheit.

Vielleicht liest hier ja auch jemand mit, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat, sich darin verstanden fühlt – und sich vielleicht austauschen mag.

Denn die Hoffnung stirbt zuletzt.“


Liebe Anna, vielen Dank, dass Du Deine sehr bewegende Geschichte mit uns geteilt hast. Wir wünschen Dir, dass Du endlich die Antworten auf Deine Fragen findest.

Wenn du eine Botschaft für Anna hast oder ähnliche Erfahrungen machen musstest,

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Nach meinem Bachelor in Medienkultur, einem Volontariat und einigen Jahren Erfahrung als (SEO-)Texterin bin ich passenderweise nach meiner zweiten Elternzeit bei Echte Mamas gelandet. Hier kann ich als SEO-Redakteurin meine Leidenschaft für Texte ausleben, und auch mein Herzensthema Social Media kommt nicht zu kurz. Dabei habe ich mich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema Ernährung von der Schwangerschaft über die Stillzeit bis hin zum Babybrei beschäftigt. Und wenn ihr auf der Suche nach einem Vornamen für euer Baby seid, kann ich euch garantiert passende Vorschläge liefern. Außerdem nutze ich die Bastel-Erfahrungen mit meinen beiden Kindern für einfache DIY-Anleitungen. Wenn der ganz normale Alltags-Wahnsinn als 2-fach Mama mich gerade mal nicht im Griff hat, fotografiere ich gern, gehe meiner Leidenschaft für Konzerte nach oder bin im Volksparkstadion zu finden.

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5 Comments
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Ac784
Ac784
1 Monat zuvor

Liebe Anna, leider kann auch ich dir nicht helfen, eine Ursache zu finden. Ich bin nur sehr überrascht, dass das ganze in den verhältnismäßig späten SSW passiert. Wäre es vielleicht eine Option, das Baby früher zu holen? Unsere Jungs sind in der 26SSW geboren. Das ist natürlich sehr früh und nicht gut für die Kinder. Aber du warst ja bereits in der 29., 30. Und sogar 37.SSW. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, das Baby bereits in der 34. Woche oder so zu holen. Auch wenn ich natürlich verstehen kann, dass man das Risiko einfach nicht noch mal auf sich nehmen möchte.

Laura Dieckmann
Antworten  Lisa
1 Monat zuvor

Liebe Lisa,
das tut uns sehr leid, dass zu lesen. Ganz lieben Dank, dass du deine Erfahrung teilen mochtest, um Anna Trost zu spenden. Liebe Grüße, Laura

Laura Dieckmann
Antworten  Corinne
1 Monat zuvor

Liebe Corinne,

ganz lieben Dank für deine Nachricht an anna, die sich darüber sehr freuen wird. Wie schön, wenn wir Mamas uns gegenseitig unterstützen können und Mitgefühl zeigen.

Ganz liebe Grüße,
Laura

Corinne
Corinne
1 Monat zuvor

Liebe Anna, was für eine traurige Geschichte, die für euch Realität ist. Ich kann dir leider keine Antwort geben, nur vielleicht ein kleines bisschen Hoffnung. Wir waren gerade bei einem Gottesdienst in Erinnerung an verstorbene Kinder (wir haben unsere Tochter verloren). Dort habe ich eine Familie kennen gelernt, die auch drei Kinder noch im Bauch gehen lassen mussten (den Grund weiß ich leider nicht), sie haben nun noch ein viertes Kind, gesund und lebend bekommen. Es gibt diese Wunder und ich wünsche es euch von Herzen.
Liebe Grüße Corinne

Last edited 1 Monat zuvor by Corinne
Lisa
Lisa
1 Monat zuvor
schreib es uns gern in die Kommentare" Weiterlesen »

Hallo Anna,
Ich habe auch 3 Jungs hintereinander verloren.