9-Jähriges Kind ohne Vornamen – ist das überhaupt erlaubt?

Die Namenssuche ist für viele werdende Eltern eine der emotionalsten Entscheidungen überhaupt. Man möchte etwas Einzigartiges, nichts zu Modisches, nichts, womit das eigene Kind später gehänselt wird – und bitte auch etwas, das beiden Eltern gleichermaßen gefällt. Gar nicht so einfach.

Kind wächst ohne offiziellen Vornamen auf

Wie schwierig das werden kann, zeigt ein Fall aus Griechenland, über den der Spiegel berichtet. Dort konnten sich Eltern ganze neun Jahre lang nicht auf einen Vornamen für ihr Kind einigen. Neun Jahre! Das Kind wuchs also ohne offiziellen Vornamen auf – während die Diskussion zwischen den Eltern immer weiter eskalierte. Beide Elternteile hätten darauf beharrt, dass das Neugeborene den Vornamen der jeweiligen Großeltern tragen solle.

Den Kompromiss eines Doppel- oder Dreifachnamens lehnte das Gericht ab, wie der Spiegel unter Berufung auf die „Griechenland-Zeitung“ berichtet. Die Diskussion führte am Ende sogar zur Scheidung.

Gericht entschied: Kind wird nach Heiligem benannt

Auch nach der Trennung der Eltern blieb die Frage ungelöst. Das Kind war weiterhin namenlos unterwegs. Erst jetzt griff das oberste griechische Gericht ein. Der Areopag entschied, dass das Kind künftig den Namen eines Heiligen tragen soll, der in der griechisch-orthodoxen Kirche an seinem Geburtstag verehrt wird. Das sind jedoch einige Heilige, es ist also nicht klar, wie das Kind letztendlich heißen wird.

Auch Datum und Ort der Taufe legte die Justiz laut Bericht fest, da sich die Eltern auch darüber seit der Geburt nicht einig werden konnten.

Kind ohne Vornamen: Auch in Deutschland möglich?

Kurz gesagt: In Deutschland wäre so etwas undenkbar. Laut dem Familienportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend müssen Eltern hierzulande beim Geburtsbescheid eines Kindes einen Vornamen angeben. Ein Kind ohne Namen kann offiziell nicht registriert werden.

Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht entscheiden grundsätzlich zusammen über den Vornamen. Kommt es dabei zu keiner Einigung, fordert das Standesamt die Eltern auf, innerhalb einer Frist eine Entscheidung zu treffen.

Wird auch diese Frist nicht genutzt, kann das Familiengericht eingeschaltet werden, das dann den Vornamen bestimmt. Ein Kind jahrelang namenlos durch die Gegend laufen zu lassen, wie im griechischen Fall, ist nach deutschem Recht nicht möglich – auch aus praktischen Gründen.

Vorname als Teil der Identität

Ohne Vornamen könnten weder Geburtsurkunden noch Krankenversicherungen oder Personalausweise ausgestellt werden, erklärt das Standesamt Berlin-Mitte. Der Name ist also nicht nur ein Stück Identität, sondern auch eine Voraussetzung für die alltägliche Teilhabe am Leben.

Wie hast du damals den Namen für dein Kind gefunden? Gab es bei euch auch Streitigkeiten? Verrate es uns in den Kommentaren!
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Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und übe mich als Patentante (des süßesten kleinen Mädchens der Welt, versteht sich). Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert. Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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