Wochenflussstau: Das hilft dir jetzt!

Ist es „geschafft“ und eine Frau hält endlich ihren kleinen Schatz in den Armen, geht er los, der Wochenfluss. Denn nach der Geburt zieht sich die Gebärmutter langsam wieder zusammen. Dadurch löst sich die Plazenta von der Gebärmutterwand ab und an dieser Stelle entsteht eine richtige Wunde, die langsam abheilen muss. Bis diese Heilung abgeschlossen ist, kommt es zu Blutungen – dem Wochenfluss oder Lochien. Diese Blutung kann anfangs sehr stark sein und dauert in der Regel mehrere Wochen. In dieser Zeit verändert sich der Wochenfluss in seiner Stärke, Konsistenz und Farbe. Das alles ist ganz normal. Normal ist es allerdings nicht, wenn die Blutung abrupt deutlich weniger wird oder länger als einen halben Tag stockt, plötzlich stärker zu riechen beginnt und man zusätzlich Kopfschmerzen, Unterleibsschmerzen und/oder Fieber bekommt. Denn dann spricht man von einem Wochenflussstau – und gegen den muss man dringend etwas unternehmen! Denn bei einer Lochienstauung, wie dieses Phänomen medizinisch genannt wird, sammelt sich Wundsekret in der Gebärmutterhöhle und kann dort eine Infektion verursachen.

Zuallererst mal: Wie kann es zu einem Wochenflusstau kommen?

Das Stocken der Blutung kann verschiedene Gründe haben, die häufigsten sind

• ein unzureichend geöffneter Muttermund, z. B. nach einem Kaiserschnitt

• ein verstopfter Muttermund durch Reste der Eihaut oder geronnenes Blut

• eine Verkrampfung des Muttermundes bei der Entbindung

• eine stark nach vorne oder hinten geneigte Gebärmutter, so dass der Gebärmutterhals abgeknickt ist

Wann muss ich mit einer Lochienstauung zum Arzt?

Wenn du hohes Fieber bekommst oder auch starke Bauchschmerzen, solltest du sofort zum Arzt gehen. (Und natürlich auch, wenn du dir Sorgen machst und dein Bauchgefühl komisch ist.) Und auch, wenn in den ersten Tagen nach der Geburt kein oder kaum noch Wochenfluss kommt, solltest du spätestens am nächsten Tag deinen Frauenarzt aufsuchen. Dieser kann den Wochenflussstau per Ultraschall leicht diagnotizieren und dich mit den passenden Medikamenten versorgen.

Frau beim Ultraschall

Per Ultraschall erkennt der Frauenarzt ganz leicht, ob du einen Wochenflussstau hast. Foto: Bigstock

Diagnose Wochenflussstau: Was kann ich selbst tun?

Du selbst kannst mit einfachen Hausmitteln dafür sorgen, dass sich die Lochienstauung bald löst. Teste doch mal folgende vier Dinge:

1. Bauchlage

In der Schwangerschaft musstest du darauf verzichten, jetzt ist die Bauchlage sogar förderlich! Lege dich mindestens zwei Mal am Tag – mit einem dicken Kissen unter dem Unterbauch – eine halbe Stunde lang auf den Bauch. Durch den sanften Druck auf die Gebärmutter wird ihre Rückbildung gefördert – und die Blutung dabei wieder angeregt.

2. Sitzbad

Wärme wirkt wahre Wunder, wenn es darum geht, den Wochenfluss wieder zum Laufen zu bringen. Wenn du keine Geburtsverletzungen hast, die es verhindern, kannst du ein warmes Sitzbad nehmen. Wichtig: Das Wasser (und damit der vielleicht wieder laufende Wochenfluss) sollte nur bis zum Nabel reichen und nicht deine Brüste berühren – warum, liest du weiter unten. Wer nicht baden mag oder darf, der kann auch einfach ein Wärmekissen auf seinen Unterbauch legen.

3. Tee gegen Wochenflussstau

Dieses Rezept wird häufig empfohlen, um einen wirkungsvollen Rückbildungstee herzustellen:

• Hirtentäschel, Frauenmantel und Melisse zu gleichen Teilen mischen (alle Kräuter gibt es in der Apotheke)

• pro Tasse einen Teelöffel der Mischung mit kochendem Wasser aufgießen und abgedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen lassen

Dreimal täglich eine Tasse trinken.

4. Massage

Diese anregende Massage wird am besten von einer zweiten Person durchgeführt: Die flache Hand massiert mit leichtem Druck im Uhrzeigersinn um den Nabel herum. Toll ist es, wenn dazu ein Massageöl aus 50 Millilitern Weizenkeimöl mit drei Tropfen ätherischem Eisenkrautöl (gibt es im Reformhaus oder auch hier) benutzt wird. Dieser Reiz soll die Gebärmutter zu Nachwehen anregen.

Wochenflussstau: Ist das Sekret infektiös?

Bis vor kurzen wurde gewarnt, dass der Wochenfluss hochgradig „bakteriell verseucht“ sei. Deswegen sollten Frauen beispielsweise ihre Hände  desinfizieren, nachdem sie ihre Vorlagen wechselten. Dies gilt heute als unnötig. Klar, der Wochenfluss enthält natürlich Bakterien, diese stellen aber unter normalen Hygienebedingungen keine Gefahr dar.

Doch es gilt auf jeden Fall immer noch, dass die Brustwarzen stillender Frauen nicht mit dem Wochenfluss in Berührung kommen sollten! Denn durch die Milchkanäle könnten Bakterien in die Brust vordringen und dort für eine Entzündung  sorgen. Oder beim Trinken in den Mund des Kindes gelangen. Deshalb sollte man z.B. auch nicht dasselbe Handtuch für Scheide und Brust verwenden, solange der Wochenfluss fließt. Und auch beim Baden sollten die Brüste nicht im Badewasser liegen. Deswegen beachte diesen Punkt bitte ggf. auch bei allen Maßnahmen, mit denen du deinen Wochenflussstau lösen möchtest.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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