Windpulver gegen Bauchschmerzen: So hilft es!

In den ersten Lebensmonaten leiden leider viele Babys an Verdauungsbeschwerden. Diese Zeit ist sowohl für das Kind als auch die Eltern ziemlich belastend – das Bäuchlein schmerzt, das Kleine schreit und quengelt. Doch keine Sorge! Gegen Blähungen und Krämpfen helfen verschiedene natürliche Mittel. Es gibt die sogenannten Pupsglobuli oder das Windpulver. Wir verraten dir, was du über Windpulver wissen solltest und wie du es sogar selbst herstellen kannst.

Was genau ist Windpulver und wie wirkt es?

Windpulver ist ein Hausmittel, das bei Säuglingen zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden angewendet wird. Es gibt mehrere Rezepte für Windpulver, hauptsächlich wird es jedoch aus Magnesium carbonicum sowie Fenchel-, Anis- und Kümmelölzucker hergestellt.

Dieses Pulver wirkt, indem es den Druck im Magen und Darm des Kindes reduziert. Die pflanzlichen Wirkstoffe aus Anis, Kümmel und Fenchel haben eine positive Wirkung auf die Verdauung, wirken krampflösend und beruhigend. Wann die Wirkung eintritt, ist unterschiedlich: Manche Eltern berichten, dass das Pulver sofort wirkt, andere, dass sich eine deutliche Besserung erst nach ein paar Tagen zeigt. Allgemein gilt das Pulver als gut verträglich, effektiv und relativ risikofrei.

Klingt gut, oder? Interessanterweise ist das Pulver außerhalb Deutschlands kaum bekannt. Vielleicht liegt das an dieser Schwierigkeit: Windpulver lässt sich nicht fertig kaufen. Du kannst es aber einfach selber herstellen. Die Zutaten können online bestellt oder in den meisten Apotheken besorgt werden. Manche Apotheken bieten gleich an, das Pulver im richtigen Verhältnis für dich zu mischen und können dir weitere Empfehlungen geben.

Wichtig: Bevor du das Pulver anwendest, solltest du allerdings unbedingt deinen Kinderarzt oder deine Hebamme fragen, ob es sich für dein Baby eignet und in welcher Dosis es eingenommen werden sollte.

Das Windpulver Rezept:

Es gibt mehrere Rezepte für Windpulver. Die Zutaten sind immer gleich, allerdings ist das Verhältnis anders – je nach den Bedürfnissen des Kindes. Auch um das passende das Rezept für dein Baby zu finden, solltest du deinen Kinderarzt konsultieren. Viele Mütter empfehlen das folgende Rezept:

  • Magnesiumcarbonat: 25 g
  • Fenchelölzucker: 15 g
  • Anisölzucker: 5 g
  • Kümmelölzucker: 5 g

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie du deinem Kind das Windpulver geben kannst. Stillst du dein Kind, kannst du deine Brustwarze ins Pulver tunken, bevor du das Baby anlegst. Das Pulver wird dann von der Brustwarze aufgenommen, bevor das Baby normal saugt. Wenn dein Baby ein Flaschenkind ist, kannst du eine Messerspitze von Pulver in die Milch einrühren bzw. in das Fläschchen geben. Das Pulver kann aber auch ganz einfach auf einen Löffel gegeben und so verabreicht werden.

Hat das Baby starke Blähungen und Krämpfe, wird empfohlen, das Pulver vor jeder Mahlzeit zu geben. Sprich dich diesbezüglich unbedingt mit einem Kinderarzt ab. Dieser wird dir genau erklären können, wie das Pulver zusammenzumischen ist und wie du es am besten verabreichst.

Hat Windpulver Nebenwirkungen?

Windpulver gilt als ein gut verträgliches Mittel und hat kaum Nebenwirkungen. Alle Inhaltsstoffe sind praktisch risikofrei. Trotzdem gilt, dass alle Medikamente und Mittel, bevor sie dem Säugling gegeben werden, mit einem Arzt besprochen werden sollten.

Obwohl Windpulver als sicher gilt, kann es trotzdem passieren, dass es eine unerwünschte Reaktion hervorruft. Der Darm der Säuglinge entwickelt sich noch und kann auch auf natürliche und pflanzliche Stoffe negativ reagieren. Sollten sich die Beschwerden verschlimmern, neue Symptome oder eine allergische Reaktion dazukommen, solltest du das Pulver sofort absetzen und einen Kinderarzt aufsuchen.

Diese Alternativen gibt es zu Windpulver

Windpulver wird eingesetzt, um Verdauungsbeschwerden wie Krämpfe und Blähungen bei Säuglingen zu behandeln. Bei diesen kann es sich um die sogenannten Dreimonatskoliken handeln: Eine Erscheinung, die ca. 10 bis 15 % aller Babys betrifft und sich in den ersten Lebensmonaten als Verdauungsbeschwerden und starkes Schreien äußert.

Die Ursache für die Koliken ist nicht ganz geklärt. Angenommen wird, dass der Darm sich noch entwickelt, in dieser Zeit besonders empfindlich ist und die Verdauung sich noch einstellen muss. Das führt zu Blähungen, Krämpfen, Bauchschmerzen oder Verstopfung. Kurzzeitige oder wiederkehrende Blähungen und Verdauungsstörungen können auch durch Stress, die Ernährung der Mutter sowie Luft Schlucken durch falsches Füttern verursacht sein.

Bei Verdauungsstörungen helfen Präparate, die auf Heilpflanzen wie Kümmel, Fenchel oder Anis basieren. Als Alternative zu Windpulver kannst du einen sogenannten Windsaft (oder auch Windsirup) sowie eine Windsalbe verwenden. Diese Medikamente basieren auf Kümmelöl und lassen sich – im Gegenteil zum Windpulver – als fertige Arzneimittel in der Apotheke oder sogar manchen Drogerien kaufen.

Darüber hinaus können auch Magen-Darm- oder Verdauungstees mit Fenchel, Kümmel, Anis wirken. Diese pflanzlichen Stoffe sind außerdem in den Paderborner Pupsglobuli enthalten. Einige Eltern berichten von ihren positiven Erfahrungen mit Säuglingszäpfchen, die bei Blähungen und Flatulenzen wirken sollen. Auch sie basieren – wie die meisten anderen natürlichen Medikamente bei Verdauungsangelegenheiten – auf Kümmel.

Achte darauf, dass das Medikament, das du verwendest, auch für Babys geeignet ist. So kannst du sicherstellen, dass es nicht zu einer Überdosierung an bestimmten Wirkstoffen kommt. Wie bereits erwähnt, solltest du immer zuerst mit einem Arzt sprechen, wenn du deinem Baby Medikamente verabreichen möchtest.

Das kannst du außerdem gegen Verdauungsbeschwerden beim Baby tun

Hat dein Baby Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Bauchschmerzen, muss nicht sofort ein Medikament her. Es gibt auch andere Möglichkeiten, dem kleinen Bäuchlein zu helfen.

Bauchmassagen:

Massiere das Bäuchlein nach dem Füttern für ein paar Minuten im Uhrzeigersinn. Für eine bessere Wirkung, verwende eine Windsalbe oder ein Kümmelöl für Babys.

Wärme:

Bei Bauchschmerzen und einem harten Bauch hilft Wärme. Du kannst dem Baby ein entspannendes Bad geben oder mithilfe von Wärmeflaschen oder Kirschkernkissen für Linderung sorgen.

Das “Bäuerchen” unterstützen:

Schluckt das Baby bei der Nahrungsaufnahme viel Luft, sammelt sich diese im Darm und führt zu Blähungen und Schmerzen. Es hilft, das Baby beim Füttern aufrecht zu halten, es nach dem Füttern zu schaukeln oder die Beinchen in der Rückenlage sanft an den Bauch zu drücken, damit die Luft wieder abgegeben wird.

Ernährung umstellen:

In einigen Fällen hilft es, wenn die Mutter ihre Ernährung umstellt und blähende Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln, Milchprodukte und Kaffee vorübergehend vermeidet.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Hat dein Baby oft Verdauungsbeschwerden, ist es sinnvoll, sie bei deinem Kinderarzt anzusprechen. So können nämlich auch ernsthafte Ursachen wie Nahrungsmittelallergien oder Erkrankungen ausgeschlossen werden. Dein Arzt kann dich auch gleich beraten, wie bei Verdauungsbeschwerden vorzugehen ist und welche Mittel sich für dich anbieten.

Schnell zu einem Arzt solltest du, wenn dein Kind offensichtliche Schmerzen, Durchfall, einen zu harten Stuhlgang hat oder dieser für längere Zeit aussetzt. Auch, wenn das Baby die Nahrungsaufnahme verweigert, ein Fieber entwickelt, sich die Beschwerden verschlimmern oder neue Symptome dazukommen, solltest du den Arzt aufsuchen.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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