Wie wirken Pupsglobuli?

Pupsglobuli – klingt doch wirklich lustig, nicht wahr? Doch diese kleinen Kügelchen mit dem lustigen Namen versprechen eine große Wirkung. Die Paderborner Pupsglobuli sollen gegen Blähungen und Krämpfen bei Babys helfen. Viele Eltern schwören auf dieses homöopathische Mittel, wenn es beispielsweise um die Behandlung von Dreimonatskoliken geht. Doch was genau steckt dahinter und wie wirkungsvoll sind die Globuli wirklich?

Pupsglobuli: Was sind das genau?

Pupsglobuli – eigentlich die Paderborner Pupsglobuli oder auch Paderborner P-Globuli – sind ein homöpathisches Mittel, das bei Dreimonatskoliken oder den typischen Symptomen wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Krämpfen zur Anwendung kommt. Sie sollen den Magen-Darm beruhigen und sanft die Verdauung anregen. Doch die Wirkung ist wissenschaftlich nicht bestätigt. Lediglich die einzelnen Inhaltsstoffe – darunter viele Heilpflanzen – haben sich als positiv für den Magen-Darm-Trakt erwiesen.

Die kleinen Kügelchen werden in der Christophorus Apotheke in Paderborn hergestellt, die für ihre Homöopathie und Naturheilmittel bekannt ist. Die Globuli können vor Ort, aber auch online gekauft werden. 20 Gramm der Pupsglobuli kosten ca. 25 Euro. Besonders in Mama-Gruppen werden diese Globuli als Wundermittel bei Dreimonatskoliken und Schreikindern angepriesen. Doch auch einige Hebammen Ärzte mit dem Schwerpunkt der Homöopathie sind von der Wirkung überzeugt. Kritiker hingegen zweifeln an dem Sinn der Einnahme dieser kleinen Kügelchen und halten sie für wirkungslos.

Paderborner Pupsglobuli kann man für ca 25 Euro (20 Gramm) kaufen.

Paderborner Pupsglobuli kann man für ca 25 Euro (20 Gramm) kaufen. Foto: Christophorus Apotheke

Welche Wirkstoffe sind in Pupsglobuli enthalten?

Pupsglobuli enthalten eine Kombination von Heilpflanzen, die eine positive Wirkung auf das Verdauungssystem haben und zum Beispiel auch in vielen Verdauungs- oder Magen-Darm-Tees enthalten sind. Diese Pflanzen sind:

  • Fenchel
  • Kümmel
  • Anis
  • Kamille
  • Zottige Yamswurzel
  • Koloquinte
  • Balsamapfel

Pupsglobuli bei Dreimonatskoliken: Das steckt dahinter

Besonders gefragt sind die Pupsglobuli zur Behandlung der Dreimonatskoliken. Diese betreffen ca. 10 bis 15 % alles Säuglinge und zeigen sich in den ersten Lebenswochen und -monaten durch Schmerzen im Bauchbereich, Blähungen und Verdauungsstörungen zeigen.

Die Ursache ist nicht ganz geklärt, es wird aber vermutet, dass die Ursache in der Darmentwicklung liegt. Da die Darmfunktion noch nicht komplett ausgebildet ist, kann sich dort Luft ansammeln und zu Blähungen und anderen Beschwerden führen. Die Symptome beginnen ca. in der zweiten Lebenswoche, der Höhepunkt liegt dann etwa in der 6. Woche. Zum Ende des 3. Monats klingen die Koliken dann schließlich ab.

Dieser Zeitraum ist nicht nur für das Kind, sondern auch für die Eltern ziemlich belastend. Denn die Krämpfe und Schmerzen beim Kind führen dazu, dass es viel schreit und quengelt. Oft bedingen sich das viele Schreien und die Koliken und es bildet sich ein Kreislauf: Beim Schreien schluckt das Baby Luft, die im Bauch zu Schmerzen führt, die dann wieder Schreien bewirken.

Zur Behandlung von Verdauungsproblemen benötigen Babys spezielle Mittel, denn viele Wirkstoffe, die Erwachsene problemlos vertragen, sind für den kleinen Körper ungeeignet und könnten ihm schaden. Doch pflanzliche Wirkstoffe können auch (in Maßen!) von kleinen Babys eingenommen werden. Sie können zum Beispiel als lauwarmer Kräutertee gegeben werden. Oder einfacher: als Kügelchen – die Pupsglobuli.

Haben Pupsglobuli Nebenwirkungen?

Pupsglobuli sind rein pflanzlich und versprechen eine sanfte, natürliche Wirkungsweise sowie gute Verträglichkeit. Bei richtiger Einnahme haben sie keine Nebenwirkungen. Die Wirkstoffe in homöopathischen Mitteln, so auch den Pupsglobuli, sind sehr verdünnt. Daher kann es im Normalfall auch nicht zur Überdosierung kommen. Vorausgesetzt natürlich, du gibst deinem Kleinen nur so viel, wie empfohlen wird.

Da sich der Darm des Babys noch entwickelt, kann er jedoch auf einige Wirkstoffe empfindlich reagieren. Beachte, dass auch pflanzliche Inhaltsstoffe zu allergischen Reaktionen führen können. Wenn sich die Symptome verschlimmern oder andere Beschwerden hinzukommen, solltest du die Globuli sofort absetzen. Kontaktiere bei Unsicherheiten bitte immer einen Kinderarzt, bevor du auf eigene Faust handelst.

Ist die Wirkung von Pupsglobuli wissenschaftlich belegt?

Nein, die Wirkung von Pupsglobuli, sowie auch anderer Globuli konnte nicht wissenschaftlich belegt werden. Doch es gibt viele Erfahrungsberichte von Eltern, Hebammen und auch einigen Ärzten, die bestätigen, dass Pupsglobuli tatsächlich wirken. Doch andere Experten stehen den homöopathischen Kügelchen sehr kritisch gegenüber. Wie kommt es zu diesem Zwiespalt?

Mit Sicherheit kann nur gesagt werden, dass viele der pflanzlichen Wirkstoffe, insbesondere Fenchel, Anis und Kümmel – einzeln und in Kombination – bei Verdauungsbeschwerden helfen können. Auch dürfen sie von Säuglingen eingenommen werden. Da diese Wirkstoffe in den Globuli enthalten sind, kann eine logische Schlussfolgerung sein, dass auch Pupsglobuli wirkungsvoll sind.

Andererseits kritisieren Experten, dass die Menge der Wirkstoffe zu gering ist, um etwas bewirken zu können. Auch gehen Blähungen letztendlich von selbst wieder zurück, was dann fälschlicherweise einem Medikament zugeschrieben wird. Nicht zuletzt spielt auch die Psychologie eine Rolle: Der Placebo-Effekt kann nicht nur bei den Eltern, sondern auch beim Baby eintreten. Zusätzlich verwenden viele Eltern in Kombination mit den Globuli auch andere Hilfsmittel wie Bauchmassagen oder eine Ernährungsumstellung. Diese haben oft schon eine positive Wirkung auf die Verdauung – auch ohne weitere Medikamente.

Welche Alternativen gibt es?

Für Dreimonatskoliken gibt es keine eindeutige Ursache, die behandelt werden kann, damit die Beschwerden verschwinden oder gar nicht erst auftreten. Daher gibt es auch kein Medikament, das gezielt gegen Dreimonatskoliken hilft. Behandelt werden lediglich die Symptome, bis sich die Koliken schließlich von selbst bessern.

Als Alternative zu Pupsglobuli lassen sich diverse Verdauungstees und -aufgüsse mit Kümmel, Fenchel und Anis sowie einer Kombination dieser Pflanzen empfehlen. Die Tees sind oft um einiges günstiger als die exklusiven Kügelchen aus Paderborn und lassen sich auch selbst herstellen. Bei Dreimonatskoliken helfen außerdem:

  • Bauchmassagen
  • Schaukeln auf dem Arm und Tragen im Fliegergriff
  • Ernährungsumstellung der Mutter und Vermeiden von blähenden Lebensmitteln

Gerade in den ersten Lebenswochen sollte die Einnahme jeglicher Medikamente unbedingt mit einem Kinderarzt abgesprochen werden. Auch bei anderen Unsicherheiten und letztendlich auch zur Diagnose der Koliken solltest du einen Arzt aufsuchen, um mögliche Ursachen abzuklären. Lässt sich dein Kind nicht beruhigen, hat es offensichtliche Schmerzen und längere Zeit keinen Stuhlgang, sollte es unbedingt zu einem Arzt gebracht werden.

Der Kinderarzt wird dir auch empfehlen können, wie bei Koliken weiter vorzugehen ist und geeignete Maßnahmen vorschlagen. Das ist natürlich auch die Chance, den Arzt deines Vertrauens um seine Meinung zu Pupsglobuli zu befragen.

Fazit: Pupsglobuli – ja oder nein?

Ob du nun deinem Kleinen die berühmt-berüchtigten Paderborner Pupsglobuli gibst oder nicht, bleibt dir überlassen. Schaden können sie wegen der geringen Dosis der Wirkstoffe wohl nicht. Ob sie tatsächlich wirken, ist nicht ganz geklärt. Ausprobieren kannst du es natürlich trotzdem – die vielen positiven Berichte kommen ja nicht aus dem Nichts.

Was hältst du von den Paderborner P-Globuli? Würdest du sie ausprobieren? Schreib es in die Kommentare – wir sind neugierig auf deine Meinung!

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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