Werden kinderfreie Hotels bald verboten?

Ich weiß noch, als mein Freund und ich vor Jahren im Reisebüro saßen. Lange, bevor wir selbst über Kinder überhaupt nachgedacht haben. Aufgeregt, weil wir uns einen wunderschönen Urlaub in Italien gönnen wollten.

Prompt hatten wir auch ein Hotel im Katalog ins Auge gefasst, es hörte sich einfach wunderbar an. Nur über einen Punkt stolperten wir…. Es handelte sich um ein „Adults-Only-Hotel“. Nie gehört! Verwirrt fragen wir die Mitarbeiterin, was das denn wohl bedeuten solle. Handelte es sich hierbei um so etwas wie ein… kicher… Swingerhotel, oder was!?

Wie wir dann lernten, gibt es eben Hotels, in denen Kinder nicht willkommen sind.

Oder eher: In denen Kinder nicht ihren Urlaub verbringen dürfen. Ich weiß noch, dass wir – obwohl (oder gerade weil 😉 ?) kinderlos – den Gedanken irgendwie total abstrus und unsympathisch fanden und uns ein anderes Hotel ausgesucht haben.

Wie ich inzwischen darüber denke? Nun, ich würde immer noch nicht in ein Hotel reisen, in dem Kinder ausdrücklich unerwünscht sind – und zwar nicht nur, weil ich inzwischen zum Glück selbst eines im Schlepptau habe. Aber wenn es Menschen gibt, die sich in ihrem Urlaub die totale Ruhe wünschen, ist das doch irgendwie voll okay, oder? Jedem das seine. (Mal davon abgesehen, dass in meinen Urlauben meist gar nicht die Kinder die störendsten Gäste waren…)

Das sieht nun aber die CDU aktuell ganz anders.

Sie möchte die „Adults-Only“-Hotels verbieten – bundesweit, wegen Diskriminierung. Und andere Parteien schließen sich an.

Ich finde, dass reine Erwachsenenhotels verboten werden sollten„, sagte Alexander Krauß (CDU), stellvertretender Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) laut des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).

Denn Kinder seien die einzige Gruppe, die so diskriminiert werden dürfte. Schließlich gebe es – ganz zu Recht – auch kein Hotel, das Behinderte, Schwarze oder Homosexuelle ausschließe.

Auch der Deutsche Familienbund stimmte der Forderung zu: „Es darf nicht zu einer Selbstverständlichkeit werden, dass Kinder und damit Familien ausgegrenzt werden„, so Bundesgeschäftsführer Sebastian Heimann.

Und auch Norbert Müller, der Vorsitzende der Kinderkommission im Bundestag spricht sich für ein Verbot von Erwachsenenhotels aus. Diese Hotels wären ein  „Ausdruck einer kinderfeindlichen Haltung, die in unserer Gesellschaft immer mehr um sich greift„.

Was sagt denn nun aber die Hotel-Branche dazu?

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sagt, dass sich „einige Hoteliers auf die Zielgruppe der erwachsenen Gäste spezialisieren.“ Tatsächlich ließe sich aber ein Trend zu kinderfreien Hotels hin nicht erkennen.

Was sagt ihr denn dazu? Wie findet ihr das Konzept von kinderfreien Hotels? Versteht ihr, wenn Menschen in ihrem Urlaub auf das Weinen, Quasseln und Toben unserer Kleinen verzichten möchten oder wart ihr selbst schon mal in so einem Hotel? Oder findet ihr das unmöglich? Ich bin gespannt auf eure Meinung!

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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Julia F.
Julia F.
2 Jahre zuvor

Ich bin gerade erst aus einem Urlaub zurückgekommen, der sich angefühlt hat wie herausgeschmissenes Geld, weil überall unterirdisch erzogene Kinder umherliefen und ununterbrochen Krach machten. Sicherlich sollte dafür gesorgt werden, dass nicht plötzlich die Mehrheit der Hotels zu Erwachsenenhotels umfunktioniert wird, das wäre tatsächlich blöd. Seit ich jedoch ein Mal in einem adults only-Hotel gewesen bin, habe ich diese Ruhe und Erholung in jedem anderen Urlaub (ausgenommen Abu Dhabi, dort haben sich die wenigen Kinder, die dort waren, bestens benommen) sehr vermisst. Ich finde, es sollte Menschen, die sehr viel arbeiten und die sich nach absoluter Ruhe sehnen, auch der Wunsch nach dieser erfüllt werden. Meines Erachtens hat das mit Diskriminierung nicht viel zu tun, sofern es eben nicht Überhand nimmt.