Es sind erschütternde Zahlen.
Und es passiert nicht irgendwo da draußen, weit weg – sondern in Familien, Schulen, Sportvereinen, Freizeiteinrichtungen. Dort, wo Kinder sich sicher fühlen sollten. Dort, wo Vertrauen ist – und genau dieses Vertrauen skrupellos missbraucht wird.
Fast die Hälfte der Betroffenen wurde über Jahre hinweg wiederholt missbraucht. Die Täter? In der überwältigenden Mehrheit Männer über 30 – fast immer aus dem nahen Umfeld. Bekannte, Verwandte, Vertrauenspersonen. Menschen, von denen man nie glauben wollte, dass sie so etwas tun könnten.
Besonders betroffen: junge Frauen zwischen 18 und 29 Jahren.
Fast jede dritte aus dieser Altersgruppe hat angegeben, in ihrer Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt erlebt zu haben. Viele berichten von jahrelangem Schweigen – mehr als ein Drittel hat bis heute nie darüber gesprochen.
Auch das Internet ist längst ein Ort geworden, an dem Kinder Opfer werden. Ungefragt mit Pornografie konfrontiert, in Chats bedrängt, in Gespräche mit sexuellem Inhalt verwickelt. Sexualisierte Gewalt hat viele Gesichter – und sie macht vor keiner sozialen Schicht Halt.
Diese Zahlen sind erschreckend.
Sie fordern uns alle – als Mamas, als Eltern, als Gesellschaft – dazu auf, hinzusehen, hinzuhören, zu handeln. Kinder brauchen Schutz. Sie brauchen Aufklärung. Sie brauchen Erwachsene, die nicht wegschauen, sondern laut werden. Die unangenehme Fragen stellen. Die Räume sicherer machen.
Die Forscher:innen der Studie fordern mehr Prävention, mehr Therapieangebote, mehr Schutz – ab dem Kita-Alter.
Wenn du betroffen bist oder jemanden kennst, der Hilfe braucht:
Hilfetelefon sexueller Missbrauch – 0800 22 55 530
Sexualisierte Gewalt: Jedes 5. Mädchen betroffen
Von
Lena Krause
4. Juni 2025