Wassereinlagerung Schwangerschaft: Tipps und Hilfe!

Der Schuh drückt, der Ring passt nicht mehr, die Beine sind angeschwollen – kommt dir das bekannt vor? Für viele Schwangere kein seltenes Problem: Wassereinlagerungen, auch Ödeme genannt, die für “dicke Beine” sorgen. Diese Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft sind nicht nur nervig, sondern können auch gefährlich sein. Doch keine Sorge – wir haben hilfreiche Tipps für dich!

Wir erklären dir, wie es zu Wassereinlagerungen kommt und was es zu beachten gibt. Und unsere Tipps fassen zusammen, wie du Wassereinlagerungen auf einfache Art und Weise lindern kannst.

Warum kommt es zu Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft?

Es gibt mehrere Ursachen, warum es zu Wassereinlagerungen kommt. Der wichtigste Grund ist, dass sich dein Körper während der Schwangerschaft verändert. So nimmt dein Blutvolumen um ca. 40 % zu. Das bedeutet, dass sich auch mehr Wasser in deinem Körper befindet – nämlich ca. 35 % mehr als zuvor. Einen großen Teil deiner Gewichtszunahme – ca. 5 kg – macht die Flüssigkeitszunahme aus.

Deine Gefäße müssen sich dieser Blutmenge natürlich anpassen. Sie dehnen sich, werden durchlässiger und elastischer. Auch dein Herz muss sich auf die zusätzliche Flüssigkeitsmenge einstellen, um sie weiterhin mit der richtigen Geschwindigkeit durch die Gefäße pumpen zu können. Das ist jedoch eine große Belastung und es kann passieren, dass der Blutkreislauf etwas langsamer stattfindet. Das Wasser kann dann aus den beanspruchten Blutgefäßen in das umliegende Gewebe sickern und sich dort anstauen. Zusätzlich kommt hinzu, dass wenn das Baby heranwächst, es auf Blutgefäße drücken kann. Das Blut wird dadurch zusätzlich verlangsamt.

Experten vermuten zudem, dass das Hormon Progesteron eine Rolle spielt. Nicht zuletzt sind auch die Elektrolyte wie Natrium und Bluteiweiße wie Albumin mitverantwortlich. Diese beeinflussen den Blutkreislauf und die Flüssigkeitsregulation im Körper. Während der Schwangerschaft begünstigen sie die Entstehung von Ödemen.

Wann kommt es zu Ödemen?

Im Volksmund als “dicke Beine und Füße” bekannt, sind Wassereinlagerungen keine seltene Erscheinung. Bis zu 80 % der schwangeren Frauen leiden an Ödemen. Am häufigsten sind Schwangere im letzten Trimester betroffen.

Besonders an heißen Sommertagen kommt es oft zu Wassereinlagerungen. Das hat den einfachen Grund, dass dein Körper durch die Hitze zusätzlich belastet wird. Allgemein kann man also sagen: Frauen, die im Herbst entbinden – deren letztes Trimester also auf den Sommer fällt – sind mit größerer Wahrscheinlichkeit von Wassereinlagerungen betroffen. Auch langes Stehen oder Sitzen kann Ödeme begünstigen und große Frauen mit langen Gliedmaßen sind öfter betroffen.

Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto häufiger kommt es zu Ödemen und desto stärker zeigen sie sich. Es kann auch passieren, dass es nach der Geburt für eine kurze Zeit zur Bildung von Wassereinlagerungen kommt. Normalerweise verschwinden sie jedoch innerhalb von ein paar Wochen wieder.

Wo kann sich das Wasser einlagern?

Wassereinlagerungen können an verschiedenen Stellen des Körpers entstehen und unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Am häufigsten bilden sich Ödeme in den Beinen und Füßen, doch auch in den Händen und Fingern kann sich das Wasser einlagern. Weniger oft kommt es zu Ödemen im Gesicht – diese sind dann an den Wangen oder den Augenlidern.

Wann gehen die Wassereinlagerungen wieder weg?

Keine Sorge – normalerweise verschwinden die Ödeme ganz von allein. Nach der Schwangerschaft braucht dein Körper eine Weile, um in den “normalen” Zustand zurückzukehren. Es passiert also nicht sofort, doch in den Wochen nach der Schwangerschaft wirst du sehen, wie die Ödeme langsam zurückgehen. Du wirst wahrscheinlich auch merken, dass du etwas häufiger auf Toilette musst.

Doch du musst nicht bis nach der Schwangerschaft warten und dich bis dahin mit den Ödemen abfinden. Mit den richtigen Mitteln kannst du deinem Körper helfen, den Blutfluss anzuregen und die Einlagerungen zu verhindern. Medikamente brauchst du dafür nicht – es geht ganz einfach auf natürliche Art und Weise.

Sind Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft gefährlich?

Wassereinlagerungen sind in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge. Wenn an einem heißen Sommertag der Ring nicht mehr an deinen Finger passt oder der Schuh drückt, solltest du keine Panik haben. Wassereinlagerungen sollten jedoch durchaus ernst genommen werden, denn in machen Fällen können sie auf andere Krankheiten, wie Präeklampsie oder Gestose, hinweisen. Allerdings gehen sie dann mit weiteren Symptomen einher.

Bei diesen Symptomen – ab zum Arzt!

Wenn die Wassereinlagerungen sehr plötzlich auftauchen oder ungewöhnlich stark sind, solltest du schnell einen Arzt aufsuchen. Hast du zusätzlich zu Ödemen folgende Symptome, solltest du nicht zögern:

  1. Plötzliche Gewichtszunahme
  2. Schwindel
  3. Ohrensausen
  4. Sehprobleme
  5. Kopfschmerzen
  6. Hoher Blutdruck
  7. Schmerzen im oberen Bauchbereich
  8. Eiweiß im Urin

Im Zweifelsfall kann es nie schaden, einen Arzt um Rat zu bitten. Sicher ist sicher. Bei der Untersuchung wird der Arzt dich dann untersuchen und mögliche Krankheiten ausschließen. Sicherlich hat er auch einen Rat für dich, um die Wassereinlagerungen zu lindern. Doch auch ohne ärztliche Hilfe kannst du einiges dagegen tun.

Tipps bei Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft: auf natürliche Weise lindern und vorbeugen!

Wassereinlagerungen sind nervig. Sie zu lindern ist jedoch nicht kompliziert. Grundsätzlich geht es darum, deinem Körper zu helfen, den Kreislauf anzuregen und die Flüssigkeitsregulation zu unterstützen. Das gelingt schon mit ein paar einfachen Methoden.

Beine hochlegen

Füße und Beine sind am häufigsten betroffen. Nutze einfach die Schwerkraft aus und lege die Beine mehrmals täglich hoch, damit das Wasser zur Körpermitte fließen kann. Zum Schlafen bietet es sich an, ein Kissen unter die Beine zu legen, damit sie höher sind als dein restlicher Körper.

Passende Kleidung

Einschneidende Kleidung und enge Jeans sollten bei angeschwollenen Gliedmaßen natürlich nicht die erste Wahl sein. Greife stattdessen zu einem lockeren Rock oder Kleid. Enge Socken, Ärmel, Ringe und hohe Schuhe solltest du vermeiden, um die Gefäße nicht abzudrücken.

Kompressionsstrümpfe

Medizinische Stützstrümpfe helfen bei Wassereinlagerungen in den Beinen. Ein Rezept kannst du dir bei deinem Arzt verschreiben lassen. Ziehe die Strümpfe am besten noch im Liegen an, damit sich das Wasser gar nicht erst im Gewebe anstaut.

Richtige Ernährung

Trotz Wassereinlagerungen solltest du ausreichend Nahrung und viel Wasser zu dir nehmen. Eiweiß-, ballaststoff- und vitaminreiche sowie kalorienarme Mahlzeiten und 2-3 Liter Flüssigkeit am Tag sind für Schwangere empfehlenswert. Verzichte nicht auf Salz und mache keine “Entwässerungskuren” wie Reis- oder Obsttage! Ernähre dich weiterhin so, wie dein Arzt es dir empfohlen hat.

Bewegung

Übertreiben solltest du es nicht, besonders, wenn es heiß ist. Jedoch kann Bewegung helfen, Ödeme vorzubeugen. Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen oder Yoga eignen sich besonders gut.

Wechselduschen

Dusche deine Beine und Füße abwechselnd mit warmen und kaltem Wasser. Massiere sie dann mit einem Handtuch und streiche sie in Richtung des Oberkörpers aus. Das regt die Durchblutung an und beugt zudem Schwangerschaftsstreifen vor. Auch ein Salzwasserfußbad kann helfen, die Durchblutung anzuregen.

Pflegeöle

Nach dem Duschen kannst du in deine Gliedmaßen zusätzlich ein Pflegeöl einmassieren, damit die Wirkung länger anhält. Besonders eignen sich Massageöle mit Lavendel, Zypressen oder Mandeln.

Gesicht kühlen

Wenn dein Gesicht angeschwollen ist, kannst du es mit einer Pflegemaske kühlen. Gut eignen sich auch Gurkenscheiben oder Quark direkt aus dem Kühlschrank. Zusätzlich hilft es, die Stellen sanft zu massieren. Sind die Augenlider betroffen, kannst du vorsichtig Löffel aus dem Eisfach auf sie legen, um die Schwellung zu lindern.

Hitze meiden

Ist es heiß, verlangsamt sich dein Blutkreislauf. Da die Hitze zur Mitte des Tages ihren Höhepunkt erreicht, solltest du, wenn möglich, deine Aktivitäten für den Morgen oder Abend planen. Halte dich zur Mittagszeit in schattigen und kühlen Räumen auf, meide die direkte Sonne und lass es ruhig angehen.

Wassereinlagerungen sind unangenehm und erschweren die Schwangerschaft. Komplett vermeiden können wir sie wohl nicht. Allerdings gibt es viele Dinge, die uns helfen, sie zu mindern, und die Sommertage trotzdem zu genießen.

Also – Beine hochgelegt und nur Geduld. Bald ist es überstanden! Wir hoffen, unsere Tipps helfen dir und wünschen für deine Schwangerschaft alles Gute.

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Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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