Was soll das denn!? H&M schmeißt Plus-Size-Mode aus seinen Filialen

Bei vielen Frauen dominiert H&M den Kleiderschrank. Die riesige, weltweit verbreitete Modekette steht für aktuelle Trends zu bezahlbaren Preisen – und hat eigentlich für jede Zielgruppe etwas Schickes zu bieten:

Es gibt wirklich wahnsinnig süße Kindermode, es gibt Mode für ganz Junge und auch für Ältere, für Männer, für Frauen, für werdende Mamas, Business-Looks, Sport-Outfits… und auch kurvigere Frauen haben haben bei H&M ihre eigene Abteilung, die es schafft, angesagte und wirklich hübsche Mode auch in größeren Kleidergrößen anzubieten.

So machen Shoppingtripps allen Frauen Spaß!

Äh… oder machte!? Denn jetzt hat H&M verkündet, dass sie die Übergrößen aus dem stationären Handel, d.h. aus den Filialen nehmen. H&M+ ist ist künftig nur noch im Onlineshop erhältlich.

Der Grund dafür? Laut Konzern sind das die Bedürfnisse der Kundinnen – und die sich wandelnde Nachfrage. Diese habe sich in den letzten Jahren mehr und mehr auf den Online-Shop verlagert.

Das kann man sich ja auch vorstellen…

Aber gilt das nicht für alle Produkte des Hauses?

Irgendwie kommt da die Frage auf: Was für ein Signal ist es, ausgerechnet die Übergrößen zu streichen? In einer (Mode-)Welt, die sowieso ständig unter Verdacht steht, Frauen jenseits von Größe 36 am liebsten ausblenden zu wollen?

Ist nicht überall und ständig die Rede von Diversität?

Die Reaktionen der in der Regel jahrelangen treuen Kundinnen ist – enttäuscht.

Irritiert. Traurig. Und sogar richtiggehend wütend!

Das zeigt auch der Post der Influencerin Julia Kremer („schoenwild“), die für das Motto #RespectMySize steht:

 

 

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#CurvyGirlComedy I H&M (Werbung) entfernt die Plus Size Kollektionen aus dem stationären Handel. Irgendwo verständlich, wenn man sich vor Augen hält welche Kleidungsstücke dort angeboten und wie sie dort präsentiert wurden. Unverständlich, wenn man sich vor Augen führt wie sehr sich 2020 Diversity auf die Fahne geschrieben wird. Ich würde mir wünschen, dass man Kleidungsstücke von 2XS – 4XL an einer Kleiderstange finden würde. Im Ähnlichen Style. Ich möchte mich so kleiden wie meine schlanken Freundinnen. Und das ist nicht das alleinige Problem von H&M und das Problem gibt es nicht erst seit gestern. Wir kurvigen Frauen sind es von klein auf gewohnt, dass wir „dankbar“ sein können, wenn wir überhaupt etwas finden. Als 12 jährige musste ich in die Erwachsenen Abteilung, weil es nichts für mich gab. Weil an meine Körperform nicht gedacht wurde. Mittlerweile ist das Angebot größer. Wir kennen es nicht anders als online zu shoppen. Und genau das finde ich so schade. Bin ich mit einer Kleidergröße 48 weniger sehenswert oder schön ankleidenswert als eine Frau mit einer kleineren Kleidergröße? Und wer legt das überhaupt fest? Es wird Zeit andere Fragen zu stellen. Viele von uns sind es schon gewohnt und sagen: „Ist doch egal, dann kaufe ich halt online.“ Mir ist das nicht egal, deswegen sage ich etwas und ihr hoffentlich auch ♥️🙏🏻 Ich finde diese Situation ist eine schöne Chance um über Diversity zu sprechen und umzudenken. Ich finde, dass wir alle es verdient haben uns so zu kleiden wie wir das möchten, online und offline. Über die Hälfte der Frauen tragen Kleidergröße 42+ – warum sieht man das so wenig? In den Medien? In der Mode? Überall. Kleidung zeigt einen Teil unserer Persönlichkeit und hilft uns dabei uns in unseren Körpern wohlzufühlen. Und nein als Mensch mit Kleidergröße 42 ist man nicht automatisch ungesund. Falls das hier auch nur eine Person kommentiert -> Bitte sofort 5€ an eine Organisation für einen guten Zweck spenden. Danke 😂♥️🙌🏻

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Die schönsten und klügsten Zeilen aus Julias Post finde ich übrigens: „Ich würde mir wünschen, dass man Kleidungsstücke von 2XS bis zu 4 XL an einer Kleiderstange finden würde. Im ähnlichen Style. Ich möchte mich so kleiden wie meine schlanken Freundinnen.“

Denn Hand aufs Herz:

Wir alle bestellen gerne und viel online, schon aus Zeitgründen. Aber ein echter Shoppingbummel, am besten noch mit Freundinnen, macht doch so viel mehr Spaß. Auch kurvigen Frauen! Wenn sie denn die Chance haben, etwas Schönes zu finden…

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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