Doch leider ist der Begriff mit zahlreichen negativen Assoziationen und Vorurteilen belegt.
Genauso wenig wie man bei ‚Rabenmutter‘ als erstes an einen Vogel denkt, denkt man bei Teenie-Mutter als erstes an das Alter. Das Wort ruft ein gewisses Bild hervor: Das von der vollkommen überforderten, verantwortungslosen Mutter, diein der Schwangerschaft raucht, grundsätzlich nicht stillt und Partys wichtiger findet als das Baby, das bei den Großeltern lebt.
Bildung ist ein Fremdwort, spätestens ab der Schwangerschaft wird keine Schule mehr besucht, unter anderem deshalb, weil schnell weitere ungeplante Kinder folgen, was auch das Erlernen eines Berufs unmöglich macht.
Damit konnte ich mich in keinerlei Weise identifizieren.
Sobald ich von der Schwangerschaft wusste, lebte ich extrem gesund und fing an, diverse Elternzeitschriften zu lesen, was ich die ersten Lebensjahre meines Sohnes tat. Gestillt habe ich sogar länger als der Durchschnitt und ich lebte von Anfang an mit meinem Sohn im eigenen Haushalt, in direkter Nachbarschaft zu meiner Mum.
Nach dem Jahr Babypause machte ich mein Abi und schloss danach eine Ausbildung und ein Studium ab, weil ich meinem Sohn etwas bieten können wollte. Mein Sohn war zu der Zeit stundenweise bei einer Tagesmutter, zum Glück stehen die allen Working-Mums zur Verfügung, egal ob mit 19 oder 39.
Umso unangenehmer war und ist es, immer wieder mit den oben genannten Vorurteilen konfrontiert zu werden.
Mir war stets eine bedürfnisorientierte und gewaltfreie Erziehung wichtig, auch wenn ich vor 18 Jahren nicht wusste, dass man das so nennt. Da dies damals noch nicht so weit verbreitet war wie heute, eckte ich oft damit an. Leute, die damit nichts anfangen konnten, schoben diese ‚verwöhnende‘ Erziehungsweise meinem jungen Alter zu, als ob sich alleine anhand dessen, Aussagen über meine Qualitäten als Mutter treffen ließen.
Die Zeit gab mir recht. Wenn ich heute auf Mama-Seiten Tipps zum Umgang mit Kindern lese, stelle ich fest, dass ich die allermeisten intuitiv befolgt habe. Mein Sohn wuchs zu einem selbstbewussten, höflichen und gebildeten Menschen heran, der inzwischen eine Ausbildung in seinem Traumjob als Programmierer macht.
Ob ich es weiterempfehlen würde, mit 18 Mutter zu werden?
Nein, denn es lässt sich nicht abstreiten, dass meine frühen Erwachsenenjahre deutlich stressärmer gewesen wären, wenn ich nicht bereits die Verantwortung für ein weiteres Leben zu tragen gehabt hätte.
Ob ich es ändern wollen würde, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte? Keinesfalls! Mein Sohn ist ein wunderbarer intelligenter und idealistischer junger Mann, der eine Bereicherung für die Welt ist und ich bin unglaublich froh darüber, dass es ihn gibt.”
Liebe Kitty, vielen Dank, dass du uns deine Geschichte anvertraut hast. Wir wünschen dir und deiner Familie alles Liebe für die Zukunft!
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„Warum ich nicht Teenie-Mutter genannt werden will.”
Von
Lena Krause
17. Februar 2026