Warum Eltern ihre Babys vor dem Wickeln um Erlaubnis fragen sollen

Ich finde es ganz prima, Kinder mitbestimmen zu lassen. Auch, wenn Opa moniert „Du fragst sie (meine Tochter) ja auch jeden Pups!“ – bleibe ich dabei. Wir geben unseren Kindern jeden Tag so viele Dinge vor, und das ist auch nötig, klar. Aber warum sollten sie denn nicht bei Themen, bei denen es möglich ist, mitbestimmen dürfen?

Nun ja, trotzdem habe ich auch den Kopf geschüttelt, als ich diese News las: „Eltern sollen ihre Baby um Erlaubnis fragen, bevor sie ihre Windeln wechseln.“ Das hat Expertin Deanne Carson gegenüber ABC News gesagt.

Okkayyyy. Okay!? Das kommt mir nun aber doch ziemlich absurd vor, um ehrlich zu sein.

Regelmäßiges Windelwechseln ist ja nun ein Muss, aus gesundheitlichen und auch, ähm, geruchstechnischen Gründen.

Und überhaupt, wie soll man sein Baby denn fragen? „Mein Schatz, ich vernehme einen wohlbekannten, aber unguten Geruch aus deiner Windel. Würde es dir in deine Pläne passen, wenn ich das jetzt rasch ändern würde?“ (Und das Baby so: „Neee, lass mal stecken, ich will noch kurz chillen, ist grad so schön warm am Po!“)

Ihr ahnt es: Natürlich ist das ganze ein wenig anders gemeint – und vielleicht doch gar nicht so blöde, wie es sich anhört.

Das muss jeder für sich entscheiden.

Deanne Carson, die das Institut „Body Safety Australia“ leitet, erklärt, wie sie sich das Ganze vorstellt: Die Eltern sollen vor und bei dem Wickeln Augenkontakt mit ihrem Baby halten und ihm so deutlich machen, dass eine von ihm Reaktion erwünscht ist und auch stets beachtet wird.

Das sei der erste Schritt, um dem Kind schon früh wichtige Werte zu vermitteln:

Andere sollen Respekt vor seinem Körper haben und das Kind hat allein die Entscheidung darüber, wer es berühren darf.

Zudem sei das eine gute Übung von Anfang an für die Eltern, denen ginge es damit im besten Fall ins Blut über, die Grenzen ihres Kindes zu bemerken und zu wahren.

Natürlich hagelt es in den sozialen Medien eine Menge Kritik für diese Idee.

„Okay, wenn mein Kind also nein sagt, lasse ich es einfach den ganzen Tag eine schmutzige Windel tragen?“ fragt ein User. Ein anderer schreibt: „Das hat Potenzial, das Dümmste zu sein, was jemals gesagt wurde!“ Aber viele verstehen auch den Gedanken, der dahintersteckt und halten dieses Handeln für sinnvoll.

Was gehört noch zu einem respektvollen Umgang?

Viel. Ein gutes Beispiel ist ja auch das Küssen und Umarmen von Kindern. Sie sollten wirklich niemals dazu genötigt werden, jemanden zu umarmen / sich umarmen zu lassen und ähnliches. Auch, wenn Oma dann vielleicht kurz traurig ist…

Bei Babys ist all das natürlich noch viel schwieriger umzusetzen als bei größeren Kindern. Wie kann sich ein Baby dagegen wehren, auf den Arm genommen zu werden? Mit Weinen und Schreien – das wir natürlich leicht fehlinterpretieren könnten und es noch enger an uns kuscheln, um es zu trösten. Wir können hier nur auf unser Bauchgefühl hören, damit liegt man/Mama meistens richtig.

Bei Kindern, sie sich schon ausdrücken können, gilt aber: Nachfragen ist wirklich immer besser als Fordern!

Ein Kind um einen Kuss oder eine Umarmung bitten, fühlt sich so viel besser an, als wenn wir darauf bestehen. Und trainiert sein Selbstwertgefühl.

Also, hinter dem „Fragen wegen der Wickelerlaubnis“ steckt an sich eine gute Idee – diese wurde nur ein wenig drastisch ausgedrückt.

Was sagt ihr denn zu diesem Thema? Und: Habt ihr euer Baby heute schon gefragt, wie es über eine frische Windel denkt 😉 ?

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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