Beikostöl Alternativen: Warum Babys kein spezielles Öl brauchen

Du möchtest mit der Beikost beginnen oder bist schon mittendrin? Dann steht neben Bananen und Haferflocken bestimmt auch ein Beikostöl auf deinem Einkaufszettel. Leider sind diese oft doppelt so teuer wie andere Pflanzenöle – und schneiden im Beikostöl Test durchwachsen ab! Unsere Expertin verrät, warum Öl trotzdem wichtig ist und welche besseren Alternativen es gibt. Außerdem: Die Testsieger und (Beikost-)Öl Empfehlungen!

Beikost Öl – ja oder nein?

Unsere Meinung lautet: Nein! Mit ganz normalen Rapsöl tust du deinem Baby genauso viel Gutes und sparst auch noch Geld.

Ein Blick auf die Testsieger von Ökotest lohnt allerdings immer, um zu vermeiden, dass die Kleinen Schadstoffe aufnehmen. In diesem Artikel verraten wir dir, welche Beikostöle und Rapsöle die besten sind!

Beikostöl – was ist das?

Beikostöle sind spezielle Pflanzenöl-Mischungen, die der Babynahrung zugegeben werden und die Babys mit wertvollen Fettsäuren versorgen. So die Theorie.

Die Produkte findest du in jedem Drogerie- und Supermarktregal. Als ich das erste Mal auf den Preis geschaut habe, war ich – zugegeben – doch etwas geschockt. Doppelt so teuer wie normale Pflanzenöle. Mindestens.

Aber dann dachte ich: Was dort angeboten wird, muss ja wirklich gut fürs Baby sein, oder? Und packte es ein. Gerade bei der Babyernährung wollte ich nichts falsch machen!

Im Nachhinein recherchierte ich und kam zu ganz anderen Ergebnissen, die ich heute mit euch teilen möchte!

Ist ein Beikostöl überhaupt nötig?

Nein, lautet die klare Antwort.

Beikostöl im Säuglingsnahrungsregal ist nur Raps- oder Sonnenblumenöl, wie es schon zu Hause im Schrank steht“, sagt Britta Klein vom Netzwerk Gesund ins Leben – unter anderem ein Zusammenschluss von Frauen- und Kinderärzten sowie Hebammen.

Es genügt vollkommen, wenn du ein „normales“ Raps- oder Sonnenblumenöl nimmst, das du sonst auch zum Kochen und für Salate verwendest.

Am besten wählst du Bio-Qualität, und greifst doch lieber zum Rapsöl, denn das enthält viel mehr gute Stoffe als die Alternative aus der Sonnenblume.

Warum gibt es dann Beikostöl?

Ehrlich gesagt: So richtig viel Sinn machen die speziellen und vor allem teuren Öle nicht.

Manche Beikostöle enthalten noch zusätzlich einen geringen Prozentsatz seltener Öle wie zum Beispiel Hanföl (z. B. von Holle) mit dem Hinweis, dass dieses die spezielle Fettsäure Gamma Linolensäure enthält. Ob dies den höheren Preis wert ist, kann jeder selbst entscheiden.

Dabei hilft auf jeden Fall ein Blick auf die Beikostöl Empfehlungen von ÖKO-TEST, denn leider schneiden nicht alle Öle gut ab.

Beikostöl Test: Welches ist das beste laut Ökotest?

Ökotest untersuchte 2017 fünf Beikostöle und kam zu einem erschreckenden Ergebnis: Alle Öle namhafter Hersteller wie Rossmann, dm, Hipp, Holle und Byodo waren so sehr mit Schadstoffen belastet, sodass sie mit mangelhaft und ungenügend bewertet wurden. Kaum zu glauben, oder? Da mussten wir erst einmal schlucken!

2019 wiederholte das Team den Test und konnte zwei Anbieter mit „gut“ bewerten. Einzig das Holle Bio Baby-Beikost-Öl (Demeter) blieb mangelhaft, so ÖKO-TEST.

Testsieger: Welches Beikostöl empfiehlt Ökotest?

Entscheidest du dich für ein Beikostöl, empfiehlt Ökotest folgende Anbieter:

  • Hipp Beikostöl Bio Rapsöl schneidet im Test mit „gut“ ab – und ist noch dazu sehr günstig.
  • Auch mit dem Byodo Beikostöl extra mild machst du nichts falsch – es erhält ebenso die Note „gut“, ist aber etwas teurer als das Öl des bekannten Babynahrung-Herstellers.

Die Baby Beikost Öle von Rossmann (Marke Babydream) und dm (Marke Babylove) bekamen ein „befriedigend“ von den Experten.

Beikostöl oder Rapsöl?

Ganz klar: Rapsöl! Bei der Frage, zu welchem Anbieter du greifen solltest, vertrauen wir wieder den Experten von Ökotest. Laut dem aktuellen Produkttest (November 2020) sind drei Öle mit „sehr gut“ bewertet.

Welche Produkte sind die besten? Das sind die Rapsöl Testsieger

  • „Moritz Raps Kernöl kaltgepresst, nativ“ von Kleeschulte
  • „Ja! Reines Rapsöl“ von Rewe
  • „Feinkost Rapsöl“ von Kunella

Leider ist das native Rapsöl von Alnatura nicht zu empfehlen, auch wenn die Bio-Marke sonst sehr viele gut bewertete Produkte im Sortiment hat.

Ob raffiniert oder kalt gepresst ist egal.

Der Unterschied liegt im Geschmack: Raffinierte schmecken neutraler, sind aber genauso wertvoll.

Übrigens kannst du für Babys auch Leinöl oder Olivenöl nutzen.

Besonders Leinöl enthält sehr viele lebenswichtige Omega-3-Fettsäuren, schmeckt aber auch intensiver als Raps. Wichtig: Leinöl solltest du nicht erhitzen. Olive schmeckt sehr intensiv, kann aber erhitzt werden. Ein Vorteil!

Das Öl wegzulassen, ist dagegen keine Option.

Warum braucht ein Baby Öl im Brei?

Öl brauchst du tatsächlich, weil es wertvolle ungesättigte Fettsäuren enthält, die wichtig für das Wachstum deines Kindes sind. Außerdem hilft es, die Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen und den Brei besser zu verdauen.

Und wie viel?

Auf 200 g Brei kommt 1 EL Öl. Am besten fügst du dieses nach dem Erhitzen hinzu, so bleiben garantiert alle wichtigen Nährstoffe in der Babynahrung erhalten!

Beikostöl auch bei Gläschen?

Greifst du zu Gläschen und fragst dich, ob du hier etwas Öl hinzufügen solltest? Am besten schaust du aufs Etikett: Ist bereits ausreichend Rapsöl enthalten, brauchst du nichts mehr hineingeben. Wenn du dir unsicher bist, kannst du immer etwas Öl beifügen – das schadet nicht!

 

Gut zu wissen, dass die Testsieger keine teuren Produkte sind und das Einfache häufig gut genug ist, oder? Hast du Fragen oder möchtest über deine Erfahrungen berichten? Wir freuen uns über deinen Kommentar!

 

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Tamara Müller

Als süddeutsche Frohnatur liebe ich die Wärme, die Berge und Hamburg! Letzteres brachte mich vor fünf Jahren dazu, die Sonne im Herzen zu speichern und den Weg in Richtung kühleren Norden einzuschlagen. Ich liebe die kleinen Dinge im Leben und das Reisen. Und auch wenn ich selbst noch keine Kinder habe, verbringe ich liebend gerne Zeit mit ihnen.

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