Einwegplastik-Verbot: 12 einfache Ideen, um Müll zu vermeiden

Seit dem 3. Juli sind in der EU viele Einweg-Plastikprodukte verboten. Dazu zählen unter anderem Trinkhalme, Luftballonhalter, To-Go-Lebensmittelbehälter und Einwegbesteck. Wenn man bedenkt, dass zuvor täglich allein rund 320.000 Einweg-Becher für heiße Getränke in Deutschland verbraucht wurden, wurde das höchste Zeit. Nun dürfen nur noch Restbestände mit verkauft werden.

Dass Plastik generell ziemlich mies ist, wissen wir inzwischen alle. Wie mies es tatsächlich ist, kann aber immer noch erschrecken: Allein im Meer landen jährlich mehrere Millionen Tonnen Plastikmüll – und bleiben da auch erstmal, weil Plastik kaum abgebaut wird. All der Müll in der Umwelt killt nicht nur Fische (auch in Nord- und Ostsee). Immer häufiger liest man zum Beispiel, das Storchenbabys in ihren Nestern ertrinken, weil ihre Mutter Plastikfasern mit in das Nest eingebaut hat – dann sickert Regenwasser nicht mehr ab.

Aber auch unserer eigenen Gesundheit zuliebe sollten wir Plastik meiden: Eine Toxikologin des Umweltbundesamts begleitete eine Hamburger Familie bei ihrem Selbstversuch: Sie wollten vier Wochen auf Plastik verzichten. Ergebnis: Danach war die Schadstoffkonzentration in ihrem Blut um 80 Prozent gesunken. Ganz schön krass, oder?

Die gute Nachricht ist: Wir alle können etwas tun, um (Plastik-)Müll zu vermeiden – und es ist gar nicht schwer:

12 alltagstaugliche Ideen, um Müll zu vermeiden

Beim Einkaufen und unterwegs

  1. Im Eisladen: Waffel statt Eisbecher wählen. Selbst wenn Becher und Löffel in Zukunft nicht mehr aus Plastik sind, wird so viel Müll produziert.
  2. „Unverpackt“-Läden gibt es leider nicht überall. Und wenn doch, sind sie für viele Familien zu teuer. Aber ihr könnt zumindest Nudeln & Co. in Großpackungen kaufen, das spart auch schon ein wenig Müll.
  3. Nehmt Gemüsenetze mit zum Einkaufen. Selbst wenn es dort Papiertüten gibt, ist es nur das kleinere Übel im Vergleich zum Plastik. Genauso nehmt ihr am besten Rucksäcke, Jute-Beutel oder einen „Hackenporsche“ mit zum Einkaufen, statt an der Kasse eine Tüte zu kaufen.
  4. Nehmt euren eigenen Becher mit in den Coffeeshop.
  5. Auch Plastik, das nicht gleich als solches erkennbar ist, ist problematisch. Das feste Shampoo in der Pappbox ist z.B . gleich weniger perfekt, wenn sich dafür in der Rezeptur Mikroplastik verbirgt.

Zu Hause

  1. Fürs KiTa- Frühstück oder die Schulpause sind Edelstahlbox und -flasche viel besser als die Plastik-Varianten.
  2. Überfrachte den Kindergeburtstag nicht mit Plastikschrott. Ehrlich, all die Flummis und Gummitiere landen doch eh bald im Müll. Alternativideen: ein kleines Pixie-Buch, ein Holzstempel, eine Schatzsuche mit kleinen Halbedelsteinen – oder ihr wählt Dinge, die ihr mit den Kindern während der Feier gemeinsam bastelt, z.B. ein bunt beklebtes Piraten-Fernglas aus Klopapierrollen oder eine Samenbombe.
  3. Wassersprudler (mit Glasflaschen) machen das Tragen von Kästen überflüssig und sparen viel Müll. Wasser aus dem Wasserhahn hat in Deutschland eine Top-Qualität. Und wenn man davon ausgeht, dass der Sprudler mindestens fünf Jahre hält, ist hier ein Liter handgesprudeltes Wasser nicht teurer als das aus der Discounter-Plastikflasche. Wer stilles Wasser trinkt, braucht keinen Sprudler und spart noch viel mehr Geld.
  4. Klarsichtfolie braucht man so gut wie nie. Frische Speisen in einer Schüssel lassen sich z.B. auf mit einem Teller abdecken. Und die Klappstulle kann auch ohne Umhüllung in die Brotdose – alternativ gibt er wiederverwendbare Bienenwachstücher.
  5. Recycelt zu Hause richtig – die Regeln können sich von Kommune zu Kommune unterscheiden, sind aber auf den Seiten der Stadt einzusehen. Viel zu oft landen Wertstoffe aus Bequemlichkeit im Restmüll und werden deshalb nicht wiederverwendet.
  6. Stückseife statt Plastikspender. Sie ist preiswerter und umweltfreundlicher. In Studien zeigte sich, dass sie auch nicht unhygienischer ist. Zwar können auf dem Stück Keime haften bleiben (genauso wie auf dem Pumpmechanismus der Plastikflasche übrigens) – die werden aber nicht übertragen, sondern beim Waschen dank der Tenside in der Seife abgespült. Zumindest im Privathaushalt könnt ihr deshalb getrost auf feste Seife setzen.
  7. In der Küche werden oft Plastikausschütter für Müsli, Mehl & Co. verwendet. Versucht es mal mit großen Schraubgläsern. Die sehen im Regal sogar noch dekorativ aus.

Blick in die Zukunft: Das wird bald noch verboten

Viele Menschen reagieren auf Verbote allergisch. Ich finde sie in vielen Bereichen aber sehr sinnvoll. Zum einen glaube ich nicht, dass große Konzerne, die für einen großen Teil der Umweltbelastung verantwortlich sind, ihre Produktion von alleine umstellen würden. Außerdem macht es mir mein Leben als Verbraucher einfacher, wenn es mehr gesetzliche Regelungen oder zumindest mehr Transparenz gibt. Wie oft wird mein Einkauf zum Denksport: Ist der Bio-Apfel in Plastikhülle nun besser als lose konventionelle Ware? Wie ging es dem Tier wirklich, dessen Fleisch ich gerade esse? Deswegen dürfte der Gesetzgeber von mir aus in manchen Frage sogar noch schneller und konsequenter handeln.

Aber ich finde gut, dass er in Zukunft immer mehr Plastik aus unserem Alltag verbannt:

  • 2022: Das endgültige Aus für Plastiktüten. Und die Anbieter müssen Einweg- oder Mehrwegflaschen besser kennzeichnen, damit der Kunde sie leicht unterscheiden kann. Außerdem wird eingeführt: die Pfandpflicht für Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff (bis zu drei Liter).
  • 2023: Caterer, Lieferdienste und Restaurants müssen auch Mehrwegbehälter zum Mitnehmen und Bestellen anbieten. Kleine Betriebe dürfen ihren Kunden stattdessen die Speisen auch in selbst mitgebrachte Behälter füllen.
  • 2025: PET-Einweg-Getränkeflaschen müssen mindestens 25 Prozent Recycling-Plastik enthalten.

Wie sieht es bei euch aus: Achtet ihr darauf, Müll zu vermeiden? Was ist euch besonders wichtig? Und habt ihr vielleicht noch weitere Tipps? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Jana Stieler

Ich lebe mit Mann und Sohn im Süden Hamburgs – am Rande der Harburger „Berge“ (Süddeutsche mal kurz weghören: Der höchste Punkt misst immerhin sagenhafte 155 Meter ü. M.). Wenn ich nicht gerade einen Text verfasse, liebe ich Outdoor-Abenteuer mit meiner Familie, lange Buch-Badewannen-Sessions mit mir allein und abendliches Serien-Binge-Watching.

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