Väter & Töchter: Wenn Papa irgendwann nicht mehr die „Nummer 1“ ist

„Jungs machen Jungs, Männer machen Mädchen!“ Das war das Credo meine Freundes, nachdem sich herausstellte, dass das kleine Wesen in meinem Bauch definitiv keinen „Zipfel“ haben würde.

Nehmen wir es ihm nicht krumm, zuerst war er nämlich ganz schön erschrocken, als es hieß, dass er keinen Sohn bekommen würde. „Uh, was soll ich denn mit einem Mädchen machen?“ Naja…. Schon damals wusste ich, dass DAS nun kein Problem werden würde – schließlich ist er nicht gerade der fußballspielende, autovernarrte, „typische“ Mann, der einem Sohn gezeigt hätte, wie der Jungshase so läuft. Inzwischen ist er übrigens „heilfroh“, eine Tochter zu haben.

Es ist doch meistens so: Man findet sein Kind toll, so wie es ist. Und ist überzeugt davon, dass sein Geschlecht das beste ist, was einem passieren konnte. (Oder man hat sowieso beides zu Hause.)

Aber Väter und Töchter, das ist schon etwas Besonderes.

Ich glaube, das zeigt sich vor allem dann, wenn Papa irgendwann nicht mehr die männliche Nummer 1 im Leben seiner kleinen Prinzessin ist. Wenn unsere Tochter nach mir kommt, haben wir noch etliche Jährchen Ruhe. Aber irgendwann wird er vor der Tür stehen, der erste Freund. (Wenn sie ihn uns überhaupt vorstellt.)

In der amerikanischen Ausgabe der Men´s Health hat Game of Thrones-Darsteller Jason Momoa gerade über genau dieses Thema gesprochen. Er ist ein Mann wie ein Baum, den haut doch sicher nichts so leicht um? Naja, bei seiner Tochter Lola Iolani wird der Schauspieler doch ganz weich. „Ich habe geweint, als sie 13 wurde.“ Das hatte vor allem damit zu tun,  dass es wahrscheinlich ist, dass sie in absehbarer Zeit Dates haben wird.

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„ Mir wird es dabei nicht gut gehen. Ich werde es einfach hassen, wenn sie irgendwelche Vollidioten mit nach Hause bringen wird. Ich denke mir: ,Wenn du einen Mann findest, der dich besser behandelt als ich deine Mutter, dann viel Glück!`“, so frei übersetzt die Begründung von Jason Momoa.

Ich glaube, da kommt bei den Papas viel zusammen:

Sie sind nicht mehr der (einzige) Superheld im Leben ihrer Tochter. Ein anderer könnte sie, urgs, berühren! Und sie haben Angst, dass der Auserwählte ein Blödmann ist – oder gar ein schlimmer Finger. Zudem wissen Männer nun mal am besten – wie pubertierende Jungs so ticken…  Also, die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass sie ihn hassen werden, den ersten Freund ihrer unschuldigen kleinen Maus.

Irgendwie ist es  ja auch sehr süß und reizend, wenn Väter so mit diesem Thema zu kämpfen haben. Es zeigt einfach, wie sehr sie ihre Tochter lieben. Es gibt aber eine, die diese Liebe in dieser Situation garantiert nicht zu schätzen weiß: Die Tochter selbst. Ist sie alt genug für den ersten Freund, ist sie noch längst nicht alt genug, um das Generve von Papa wohlwollend und als Kompliment zu betrachten. Sie sieht nur, dass er meckert, den besten aller Jungs schlecht macht und ihr vielleicht sogar den  Umgang verbieten will!

Liebe Papas, ich fühle mit euch. Aber es nützt ja nunmal nichts…

Versucht doch mal, euch daran zu erinnern, als ihr das erste Mal verliebt wart. War das nicht aufregend und wunderschön? Versucht, eure Töchter zu verstehen. Freut euch für sie und lasst auch mal Fünfe gerade sein, wenn sie nur noch den Einen im Kopf hat und das Familienleben darunter etwas leidet. Er ist doch keine Konkurrenz für euch! Die Vater-Tochter-Liebe ist etwas Einzigartiges und Wunderschönes – und hat in den meisten Fällen viel mehr Bestand als die Gefühle für den tollsten Jungen aus der Klasse (ja, damit meine ich diesen ,dahergelaufenen Milchbubi-Gangster`, ganz genau!). Und wenn ihr es euch nicht zu sehr mit dem Meckern und Lästern über ihn verscherzt, ist das eurer Tochter sicher auch die ganze Zeit über bewusst – mehr oder weniger 😉

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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