„Uuuups!“ Dürfen Kinder heruntergefallene Snacks noch essen?

„Huch. Mamaaaaaaaaa, duhuuuuuu…?“

Jepp, solche Äußerungen kündigen selten Gutes an. Bei uns beispielsweise oftmals, dass sich ein Snack verabschiedet hat. Und zwar nicht in den Mund, sondern auf den Boden. Kennt ihr den ollen Witz: „Also, bei mir zu Hause kann man ja vom Boden essen! Liegt nämlich genug rum.“? Wie für uns gemacht.

Täglich stürzt irgendein Lebensmittel ab.

Blaubeeren rollen, Kekse krümeln, Laugenstangen brechen. Und zwar nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern auch auf dem Schulweg, dem Spielplatz, im Bus…. Ist ja auch nicht so schlimm, kann ja jedem passieren.

Die Frage ist dabei nur: Kann man die Sachen noch essen, wenn sie auf dem Boden liegen? Ich bin da recht entspannt und entscheide es immer nach meinem Gefühl: Ist das Essen eher feucht und klebt so voller Staub, Haaren und Würg, wenn es herunterfällt? Oder ist es eher dröge und man kann alles easy wegpusten? Und überhaupt, wo sind wir gerade? Einen Bus-Fußboden etc. finde ich irgendwie wäh, den Spielplatz naja und bei uns zu Hause bin ich natürlich nicht so pingelig…. Obwohl es jetzt auch nicht klinisch rein ist, um ehrlich zu sein.

Eine Freundin von mir handelt meist nach der berühmt-berüchtigten 5-Sekunden-Regel: Alles, was nicht länger als eben fünf Sekunden den Boden berührt hat, kann man noch essen.

Das alles sind aber natürlich nur unsere ganz eigenen Empfindungen und Interpretationen von „das geht noch klar“!

Was aber sagen Experten dazu?

Wäre ja mal interessant zu wissen, wenn man auf Nummer sicher gehen will.

Und, na klar, gibt es auch zu diesem Thema Studien und Untersuchungen. Dann wollen wir doch mal schauen, was Wissenschaftler zu diesem Thema sagen:

Kommen Lebensmittel mit Oberflächen in Berührung, bleiben Bakterien haften. Egal, wie lange diese Berührung dauert.

Im Rahmen einer Studie haben Forscher gleich vier verschiedene Bodenoberflächen getestet: Stahl, Keramikfliesen, Holz und Teppich. Auf diese Untergründe warfen sie Wassermelonenstückchen, Brot, Brot mit Butter und auch Gummibärchen. (Den Job will ich im nächsten Leben, das kann ich auch!) Diese Lebensmittel ließen sie dann für unterschiedliche Zeiten auf den verschiedenen Oberflächen liegen. Und zwar weniger als eine Sekunde, fünf Sekunden, 30 und auch 300 Sekunden.

Und was kam da nun bei heraus?

Tatsächlich hat die Dauer der Kontaktzeit nur einen geringen Einfluss darauf, ob und wie viele Bakterien auf dem Essen hafteten. (Die 5-Sekunden-Regel ist somit passé…) Denn schon nach weniger als einer Sekunde Kontaktzeit klebten Bakterien an den Lebensmitteln.

Und zwar umso mehr, je feuchter das Lebensmittel war.

Ahaaaaa – hab ichs nicht gesagt!? Ha!

„Bakterien haben keine Füße“, erklärt der Lebensmittelwissenschaftler Donald Schaffner, als er die Studie veröffentlichte. „Sie bewegen sich in Flüssigkeit. Je feuchter das Lebensmittel ist, umso höher ist das Risiko einer Übertragung.“

Und so tummelten sich auch auf der Melone die meisten Keime, während die Gummibärchen vergleichsweise wenig belastet waren.

Was ich dagegen anders erwartet hätte: Die Bodenoberfläche selbst scheint wirklich auch eine Rolle zu spielen. Allerdings schien ausgerechnet der flusige Teppich die Übertragung zu hemmen – während die glatten Stahl- oder Keramikoberflächen die Keimübertragung eher noch begünstigten.

Und was heißt das jetzt für uns und unseren Alltag mit Kindern?

Also: Die Gefahr einer Keimübertragung gibt es immer. Wir müssen einfach weiterhin abwägen. Wie bisher – aber vielleicht erleichtern und die Ergebnisse des Experiments die Entscheidung ja ein wenig.

Außerhalb unserer Wohnung ists in den meisten Fällen unhygienischer als zu Hause, klar. Und eine Scheibe Gurke sollten wir vielleicht in jedem Fall liegen lassen, einen trockenen Cracker kann man ruhig mal kurz abpusten und er ist wieder „haps-bereit“ – wenn wir dabei ein gutes Gefühl haben.

Wie streng seid ihr denn heruntergefallenen Snacks?

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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