Tschüss, Pille? Antibabygel für den Mann entwickelt

Bei den meisten Paaren ist Verhütung immer noch Frauensache. Nun haben Forscher endlich eine Alternative zur Antibabypille entwickelt, die der Partner verwenden kann: Ein Antibabygel für den Mann, das die Spermienproduktion hemmen soll.

Als die Pille in den 1960er Jahren eingeführt wurde, war sie eine echte Errungenschaft. Sie galt als Weg in eine neue sexuelle Freiheit für Frauen und ist bis heute die beliebteste Verhütungsmethode. Allein in Deutschland nehmen sieben Millionen Frauen die Pille. Dennoch wird sie auch immer wieder kritisiert, der Grund sind die zahlreichen Nebenwirkungen, die die hormonelle Verhütungsmethode haben kann.

Antibabygel für den Mann wird auf den Armen aufgetragen

So kann die Pille „venöse Thromboembolien“ auslösen, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mitteilt. Außerdem steht sie im Verdacht, Depressionen zu begünstigen und die Libido zu verringern. Aber ist es nicht unfair, dass Frauen sich diesem Risiko aussetzen müssen, während Männer oft keine Verantwortung für die Verhütung übernehmen? Eine neue Erfindung aus Schweden könnte deswegen ein wichtiger Schritt in Sachen Gleichberechtigung sein.

Laut verschiedener Medienberichte wurde jetzt nämlich das Antibabygel für den Mann entwickelt! 420 Paare weltweit nahmen an den Versuchen teil, und die schwedischen Wissenschaftler können ein vielversprechendes Fazit ziehen: In der Testreihe gab es keine einzige unerwünschte Schwangerschaft. Das Gel wird auf den Schultern und Oberarmen verteilt und enthält die Hormone Nestoron und Testosteron, die die Spermienproduktion hemmen.

Kaum Interesse von der Pharmaindustrie

Kristina Gemzell Danielsson ist Professorin für Geburtshilfe und Gynäkologie am renommierten Karolinska-Institut in Stockholm, das die Nobelpreise für Medizin vergibt. Sie erklärt: „Wir haben bereits Studien durchgeführt, in denen es um die Sicherheit und Nebenwirkungen des Gels ging. Nun sind wir in der Phase, wo wir ausdrücklich darauf schauen, ob das Gel als Verhütungsmittel für Paare verlässlich ist.“

Das kommerzielle Interesse der Pharmaindustrie hält sich jedoch bisher in Grenzen, wie Danielsson berichtet. Sie liefert auch eine Begründung dafür: Die Pille für die Frau bringe den mächtigen Konzernen einfach zu viel Geld und würde als derzeitige Lösung ein Maximum an Gewinn generieren. Das Antibabygel-Projekt wird von Schweden, den USA und weiteren Ländern finanziert. Die finanzkräftigen Pharmakonzerne hätten bisher kaum Motivation gezeigt, das Projekt zu unterstützen.

Es bleibt abzuwarten, ob Männer Hormoneingriffe auf sich nehmen

Deswegen wird es wohl noch bis zu fünf Jahre dauern, bis das Antibabygel für den Mann tatsächlich auf den Markt kommt. Die Konzerne zweifeln offenbar daran, dass sich Männer Hormoneingriffen aussetzen, wie sie für Frauen seit Jahrzehnten selbstverständlich sind. Schweden gilt bei der Gleichberechtigung als Vorreiter, immerhin ist es dort kein Problem gewesen, männliche Versuchsteilnehmer zu finden. Trotzdem bleibt es abzuwarten, ob es in anderen Ländern ein vergleichbares Interesse an dem Antibabygel für den Mann gibt.

Seid auch ihr in eurer Partnerschaft für die Verhütung verantwortlich? Wie fändet ihr es, wenn stattdessen mal euer Partner die Verhütung übernehmen könnte?

Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und bin dort immer gerne im Grünen unterwegs.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Seit ich denken kann, liebe ich es, zu schreiben – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit dem schönsten Thema der Welt auseinandersetzen. Das passt einfach!

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