Trotz positiver Effekte: Eltern haben keine Lust zum Vorlesen

Mit großen Augen Mamas oder Papas Stimme lauschen, wenn sie die Lieblingsgeschichte vorlesen: Für viele Kinder ist das ein schönes Ritual zum Einschlafen. Noch dazu erhöht das Vorlesen nachweislich die Bildungschancen unserer Kinder. Trotzdem lesen immer weniger Eltern ihren Kindern vor. Wie kommt das?

Wer seinem Kind regelmäßig vorliest, investiert damit in seine Bildungschancen, wie die Vorlesestudien der Stiftung Lesen beweisen. Das Vorlesen ist die Grundlage für eine gute Lesekompetenz, fördert die Konzentrationsfähigkeit und die Fantasie deines Kindes. Und nicht zuletzt ist es auch wunderschön für euch als Familie, durch das Vorlesen intensiv Zeit miteinander zu verbringen, oder?

Studie zeigt: Eltern werden Vorlesemuffel

Doch all diese Argumente überzeugen Eltern nicht mehr, sich Zeit für das Ritual zu nehmen. Etwa 32 Prozent gaben bei einer Umfrage an, ihren Kindern selten oder nie vorzulesen. Für eine neue Studie der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung Zeit und die Deutsche Bahn Stiftung wurden nun 528 lesefaule Eltern nach den dafür Gründen gefragt.

Häufig gaben die Eltern an, dass sie ganz einfach keine Zeit hätten, um ihren Kindern regelmäßig vorzulesen. Die Hälfte der Befragten sagte, dass es zu viel anderes im Haushalt zu erledigen gäbe und sie dann einfach zu erschöpft zum Vorlesen wären. Ganze 48 Prozent der Eltern waren außerdem überzeugt, dass ihren Kindern in Kita oder Schule genug vorgelesen wird.

Familien besitzen kaum noch Bücher

Ein weiterer einfacher wie trauriger Grund: In den Familienhaushalten befinden sich immer weniger Bücher. 68 Prozent der Eltern gaben an, dass ihre Kinder maximal zehn Bücher besitzen würden. Es ist also schlicht und ergreifend nicht genügend Anreiz für regelmäßiges Vorlesen da.

Ein weiterer schwerwiegender Grund, den die Studie entlarvte: Viele Eltern lesen nicht besonders gerne vor. Es mache ihnen keinen Spaß, meinen ganze 49 Prozent. Allerdings scheint die Unlust der Erwachsenen eng mit falschen Annahmen verknüpft zu sein: Sie glaubten, dass eine schauspielerische Leistung erwartet werde und die Kinder zum geduldigen Zuhören gezwungen werden sollen. Dabei haben Studien gezeigt, dass auch Eltern vom regelmäßigen Vorlesen profitieren – wie, das lest ihr hier.

Keine Lust und keine Zeit zum Vorlesen

Manche Eltern waren sich außerdem sicher, dass ihre Kinder gar nicht vorgelesen bekommen möchten oder viel zu unruhig dafür wären. Rund ein Viertel war überzeugt, dass Vorlesen altmodisch sei und nur für Eltern gedacht, deren Kinder sich nicht alleine beschäftigen können.

Dabei kann das gemeinsame Lesen ein schönes Ritual für Eltern und Kind sein. Wie lange vorgelesen wird, ist erstmal nicht so wichtig. In Anbetracht der vielen positiven Effekte, die dem regelmäßigen Vorlesen zugeschrieben werden, würde es sich vielleicht lohnen, dem Ganzen noch eine Chance zu geben.

Wie ist das bei euch? Lest ihr euren Kindern regelmäßig vor oder gehört ihr auch eher zu den Lesemuffeln?

Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und bin dort immer gerne im Grünen unterwegs.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Seit ich denken kann, liebe ich es, zu schreiben – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit dem schönsten Thema der Welt auseinandersetzen. Das passt einfach!

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