Still-Eklat in Kiel: Gibt es bald mehr Still-Räume?

In Kiel beschäftigt sich zur Zeit die Politik mit dem Thema Stillen. Ursache ist eine Mutter, die in einem Einkaufszentrum angefeindet wurde, weil sie ihr Baby füttern wollte. Kaum zu glauben, aber mitten in Deutschland wurden Mama und Säugling für die normalste Sache der Welt beschimpft und beleidigt – es kam zum echten Still-Eklat!

Claudia Lass heißt die Mama, und sie erzählte den Kieler Nachrichten: „Passanten zeigen mir den Vogel, sagen, das ist abstoßend – vor allem Ältere und Frauen!

Unglaublich, aber wahr.

Dieser Vorfall ereignete sich vor einigen Wochen im Einkaufszentrum Sophienhof in Kiel, in dem Claudia mit ihrer fünf Monate alten Tochter Thea unterwegs war.

Es war wohl frühmorgens und darum waren kaum Leute unterwegs – trotzdem wurde das Stillen in der Öffentlichkeit zum Problem. Die junge Mutter fand keinen Ort, an dem sie das in Ruhe tun konnte.

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Abgewiesen und vertrieben!

Zunächst versuchte die 35-Jährige es beim Bäcker, wurde aber abgewiesen, als sie um Erlaubnis bat. Die junge Mutter setzt sich darum in ein Café und legte endlich ihr hungriges Baby an. Lange durfte das aber nicht trinken, denn ein Security-Mann tauchte auf. Er erklärte, dass „das“ hier nicht gestattet sei, Thea musste also weiter suchen. Die Verkäuferin einer Confiserie schließlich erlaubte Claudia, in einer Ecke ihres Geschäftes zu stillen.

Das darf doch wohl nicht wahr sein! Immerhin schreiben wir das Jahr 2018 und befinden uns nicht am Ende der Welt…. Dachte sich auch Claudia Lass und machte ihre Geschichte publik.

„Es geht mir darum, dass es das Normalste der Welt ist, sein Kind zu füttern“, so Claudia.

Öffentliche Entschuldigung

Das Einkaufszentrum selbst konnte diese Aufregung nicht nachvollziehen und verweist auf einen Wickelraum mit Stillsessel bei den Kundentoiletten.

Stillen im Wickelraum, neben der Toilette, das ist aber nicht jedermanns Sache. Schließlich, so das Argument, essen wir ja auch nicht auf dem Klo. Claudia Lass hätte sich dort nicht wohl gefühlt: „Ich will mich nicht abgeschoben fühlen“, erklärte sie.

Das kann der Sophienhof dann doch nachfühlen und schrieb ein Statement zum Still-Eklat auf Facebook, indem sich die Verantwortlichen entschuldigten: „Wir haben das zum Anlass genommen, mit allen Mitarbeitern dazu nochmals ins Gespräch zu gehen und sie für das Thema zu sensibilisieren. Selbstverständlich empfinden wir das Stillen in der Öffentlichkeit und bei uns im Center nicht als Belästigung und halten es nach wie vor für selbstverständlich, stillende Mütter zu unterstützen.“

Auch die Politik reagiert

Das klingt ja eigentlich so, wie es sein sollte. Trotzdem hat es der Still-Eklat bis in die Politik geschafft, um vielleicht auch von Seite der Regierung her zu einem Umdenken in der Bevölkerung beizutragen.

Stillen, das natürlichste der Welt – teilweise immer noch ein Problem-Thema. Foto: Bigstock

Die Kieler SPD-Politikerinnen veröffentlichten eine Erklärung, in der sie Claudia Lass ihre Sympathie versicherten und das Verhalten von Café-Inhabern und Sicherheitspersonal verurteilen: „Dass (…) mit Unverständnis und Ablehnung reagiert wird, wenn eine Frau ihr Kind füttern muss, können wir nicht nachvollziehen.“ Sie wollen sich dafür einsetzen, mehr Still-Räume zu schaffen und einen „familienfreundlicheren Stadtplan“ zu schaffen.

Die Landesvorsitzende der Grünen in Schleswig-Holstein sagte über den Still-Eklat genau das, was sich wohl alle Mütter denken: „Dass Stillen in der Öffentlichkeit überhaupt noch diskutiert wird, ist eigentlich unglaublich. Ein völlig natürlicher Vorgang, von dem doch niemand gestört wird“!“

Es sollte sich also etwas in die richtige Richtung bewegen und vielleicht gibt es ja auch einer Petition Aufschwung, die schon im Jahr 2016 gestartet wurde und eine Rechtsgrundlage für das Stillen in Cafés, Restaurants, Eisdielen, Museen etc. fordert.

Rebecca

Schon seit rund einer Dekade jongliere ich, mal mehr, mal weniger erfolgreich, das Dasein als Schreiberling und Mama. Diese zwei Pole machen mich aus und haben eines gemeinsam: emotionale Geschichten!

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